24.12.2012 07:55 Ein Trio, das nach Quintett klingt

Musik Jazz: Die neue Vogelperspektive Vol. 4 ist der Band INTENSIVSTATION gewidmet

Musik Jazz: Die neue Vogelperspektive Vol. 4 ist der Band INTENSIVSTATION gewidmet

Album "Vogelperspektive Vol. 4 INTENSIVSTATION" © boomslang records

Von: GFDK - Uwe Kerkau Promotion

Die neue Vogelperspektive Vol. 4 ist der Band INTENSIVSTATION gewidmet. In dieser Band vereint sich das „Percussionwunder“ (Jazzthing) Alfred Vogel mit dem Jazzpaten aus Berlin John Schröder, der hier gleich 3 (!) Instrumente teilweise simultan bedient, und dem vielseitigen Bassisten Wolfgang Zwiauer aus Bern.

Drei Spezialisten verschiedener Fachrichtungen sind hier am Werk, und operieren nach den neusten Erkenntnissen auf dem Gebiet der zeitgenössischen Improvisation. „Bei unserer ersten Begegnung stellte sich heraus, dass wir alle drei aus unterschiedlichen Gründen schon mal auf Intensivstation waren … das findet sich auch in unserer Spielhaltung: es geht um Leben und Tod“, reüssiert die Band mit einem Augenzwinkern.

Recht unterhaltsam soll das sein, wenn man John Schröder zusieht, wie er mit der linken Hand am Griffbrett der Gitarre würgt und mit der rechten die Tasten am Fender Rhodes auf und ab jagt, während ein Fuß das Bassdrum Pedal bedient und die vertrackten Grooves von Vogel am Drumset zusätzlich mit Puls frequentiert. Und bei aller Intensität bewahrt Zwiauer die Melodieführung, für die er so bekannt ist. Intensiv sind diese Improvisationen allemal – fürs Auge, Gehör und Gehirn gleichermaßen.

Psychedelisches wechselt mit meditativer Entspannung, das pulsierende Berlin trifft auf das idyllische Bezau und ein erdiges Bern. Musik, die in der Tradition von Bitches Brew wurzelt, und einen Weitblick garantiert, wie man ihn nur hoch oben, über den Wolken erlebt – aus der Vogelperspektive eben …

 

Selten ist komplexe Musik mit einer derartigen Leichtigkeit dargeboten worden” JAZZTHING Nov 2011 – Götz Bühler

 

Elemente des Jazz sind inzwischen integraler Bestandteil von elektronischer Musik, Rock, Hip-Hop, egal was: und damit ist nicht das gelegentliche Saxofonsolo gemeint, sondern der Gestus, für den Jazz steht, die Selbstbestimmtheit, das Bewusstsein, auch andere Wege gehen zu können. Ein exzellentes Beispiel für diese vielleicht erst jetzt erlangte Universalität einer Musik, die man einst Jazz genannt hat, ist die Compilation „Vogelperspektive Vol. 1“ (Boomslang Rec.) des Vorarlberger Schlagwerkers Alfred Vogel. In Zeiten von Datentausch via Internet und Billigflügen ist ein Ort wie Bezau nicht mehr notwendigerweise ein Synonym für Provinz, sondern kann temporär Mittelpunkt eines ganzen Musikkosmos sein, wenn dort unter Teilnahme von Stars aus Übersee und Freunden von Nebenan aus dem Moment heraus eine stilistisch so vielfältige Musik geschaffen werden kann, wie Vogel sie 2012 auf gleich fünf nach dieser Compilation mit höchster Spannung erwarteten Alben veröffentlichen will und wird. Terra incognita gleich ums Eck.“ Karl Bruckmaier, SÜDDEUTSCHE Zeitung, Januar 2011



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