14.03.2012 07:05 zählt längst zu den Top-Bassisten

Musik Jazz: Der mit dem Bass s(w)ingt - Georg Breinschmid mit neuem Album "Fire"

(c) Julia Wesely - Quelle: Uwe Kerkau Promotion

Von: Uwe Kerkau Promotion - 3 Bilder

Der mit dem Bass s(w)ingt, die Schnellpolka (wieder-)belebt, die Klassik mit dem Jazz zusammendingst und vice versa. Peppiger (um nicht zu schreiben: schurliger), virtu- und furioser, freud- und feuriger denn je.

Georg Breinschmid zählt längst zu den Top-Bassisten (die wichtigste Rating-Agentur im Jazz, das Jazzmagazin Down Beat, reihte „Brein’s World“ unter die Top-CDs von 2011, was einem Triple-A gleichkommt.


 2010 war auch das Jahr der von der internationalen (Fach-)Presse groß abgefeierten Doppel-CD „Brein’s World“, und dem folgt also nun „Fire“ mit zwölf Breinschmid-Originalen (drei davon entstanden mit seinem musikalischen Langzeitpartner Thomas Gansch), sowie mit zwei traditionellen ungarischen Stücken („Nóta/Csárdás“), einer Cover-Version des Wienerliedklassikers „Die alte Engelmacherin“ von Gerhard Bronner und als Draufgabe eine Bonus-CD mit vier Ultra-Raritäten.

Studioaufnahmen und Live-Recordings wechseln sich dabei ebenso ab, wie die Besetzung zweigeteilt ist, und zwar im Trio Brein’s Café  mit den slowakisch-ungarischen Wunderknaben Frantisek Janoska (p) und Roman Janoska (vl) bzw. im Duo mit dem niederösterreichischen Wunderknaben Thomas Gansch (trp, comp, voc). Mit der waghalsigen Eisbrecherschnellpolka „Schnörtzenbrekker“ sorgt Brein’s Café für einen leidenschaftlichen Einstieg ins Album, der von einem unbändigen „Rodeo“ von Gansch/Breinschmid fortgeführt wird. Ein echter Paarlauf, angesiedelt irgendwo zwischen der Experimentierfreudigkeit eines Dmitrij Schostakowitsch und Jazz. Mit der Vorwärts-Rückwärtsbewegung des Beckens bzw. mit wahlweise drei Hüftbewegungen je Takt geht es mit dem geschmeidigen „Little Samba“ von Brein’s Café weiter, dem Goodfeel-Sommerhit 2012 an den Stränden der Copa Cabana/Kagrana, bevor uns Gansch/Breinschmid in die hochdramatische Erzählung „Herbert Schnitzler“ entführen, Stichwort vorübergehender Gedächtnisverlust/partielle Amnesie. Ein intelligent geblödelter Song, der die Tradition des „Neuen Duettenxangls“ pflegt, wie wir es bereits aus „I pee a hedgehog with long-lasting waves“ (aus: Wien bleibt Krk; 2008) und „Schnucki von Heanois“ (aus: Brein’s World) kennen.

Apropos Pflege: Wie sehr bei Breinschmid die Improvisationskultur gepflegt wird, muss vermutlich nicht extra betont werden, man höre und staune nur über das von Brein’s Café live eingespielte „Suite 7“ bzw. über die von beiden Formationen dargebotene „Musette pour Elisabeth“, oder, wie Breinschmid einmal sagte: “Ich glaube nicht, dass die Zukunft der klassischen Musik darin liegen kann, das Gleiche noch 200 Jahre wiederzukäuen.”

Bei der Musette hören wir Thomas Gansch zudem in einer Operetten-Rolle, so wie Gansch in „jaBISTdudenndeppat“ einen Auszug aus der „Ode an die Freude“ zum Besten gibt, während die „Suite 7“ in Breinschmids ungeradem Lieblingsmetrum (eben der Sieben) daherkommt. Eine kurzweilige Verschnaufpause, zum Enthitzen und Nachschenken, bringt uns der Jazz-Walzer „Spring“. Absolut notwendig, denn was nämlich danach kommt dauert sechseinhalb Minuten und bietet keine Gelegenheit zum innehalten. Die „Jazz-Gstanzln“ von Gansch/Breinschmid führen uns in die Gegenwart des Jazz bzw. der Jazz-Musikanten (in Österreich) und liefern Vierzeiler über SVA, Grundsicherung, Dixie- und Jazzland, Franz Koglmann, Kons und Förderungsgelder. Der ungarische Nationaltanz Csárdás, eingespielt von Brein’s Café, brennt ein weiteres Feuerwerk ab; weiter entfernt von diversen Ethno-Stadln kann man sich damit gar nicht befinden, dafür hautnah am ehrlichen künstlerischen Ausdruck.

Für den Kontrabassisten im Übrigen ein triftiger Grund, das Album „Fire“ zu nennen. Dem folgt die pfiffige Melodie „Sweetie“ und ein über achtminütiges „Sedlacek’s Mood“, das der Jazz-Tradition folgt, Stücke in eine bestimmte Stimmung zu bringen (z.B. „Monk’s Mood“) - bei Brein’s Café kommt dann eben schon mal ein typisch tschechisch-böhmischer Latin-Sound heraus. Nicht fehlen darf bei einem Album von Georg Breinschmid freilich das gute erneuerte Wienerlied: Ein echter Klassikaner von Gerhard Bronner („Die alte Engelmacherin“), auf den aktuellsten Stand der Brein-Ganschen Wienerliedforschung gebracht, sowie als letzte Anlaufstelle des Albums das „Voodoo-Wienerlied“, Marke „Hackl ins Kreuz“. Immer schön lächeln und – wusch! Es gilt nämlich eh immer die Unschuldsvermutung.

Unerschöpflich und ewig sprudelnde Energiequellen, mit denen man sein Leben verbringen kann. Wie wirkliche Meisterwerke nun einmal sind – das gilt wohl auch für 'Fire'.

Ursprünglich als klassischer Kontrabassist u. a. beim Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester, danach bei den Wiener Philharmonikern tätig, kehrte er der Klassik den Rücken, seither widmet er sich liebevoll dem Jazz und Artverwandtem. So bereicherte er sieben Jahre lang als ständiger Kontrabassist das Vienna Art Orchestra, bevor er zwecks Erlangung der Weltberühmtheit loszog, seine Komponier- und Gesangsfähigkeiten auszuloten und Alben unter eigenen Namen zu veröffentlichen. Einer seiner zahlreichen Live-Höhepunkte bis dato: Im Mai 2010 eröffnete Georg Breinschmid unter Beobachtung eines Millionenpublikums in ganz Europa (also live im TV) mit Brein’s Café und eigenen Kompositionen die Wiener Festwochen.

V.Ö.: 2. März 2012
(Preiser Records/Naxos)



Diskographie:
Agnes Heginger und Georg Breinschmid: Tanzen (2005)
Georg Breinschmid & friends: Wien bleibt Krk (2008)
Georg Breinschmid Live (DoDVD; 2010)
Georg Breinschmid: Brein’s World (DoCD; 2010)
Georg Breinschmid: Fire (CD plus Bonus CD; 2012)

 

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