06.06.2013 08:00 Mystisch, swingend, markant

Musik Jazz: Das KARI IKONEN TRIO kreierte ein neues Album "Bright" voller Lebensfreude

Kari Ikonen Trio besteht aus Pianist, Keyboarder und Komponist Kari Ikonen, Kontrabassist Ara Yaralyan und Schlagzeuger Markku Ounaskaris

Auf 'Bright' kreieren Ikonen und sein Team ein Menü aus schnörkellos schönen Eigenkompositionen und frischen Interpretationen von traditionellen armenischen Liedgut und Jazz-Standards. Bild 1: Kari Ikonen Trio © Tanja Ahola

Album Bright des Kari Ikonen Trios bei Ozella Music erhaeltlich

Bild 2: Album "Bright" © Ozella Music

Von: GFDK - Ozella Music - 2 Bilder

Die Grundstimmung der Finnen neigt eher zur Düsternis als zu überschäumender Lebensfreude. Die schlägt sich vielfach auch in der finnischen Musik nieder. Der Pianist Kari Ikonen weiß um dieses Manko und begegnet ihm mit hellen, lebhaften Klängen, die mit viel Empathie und unbändiger Spielfreude die Songs auf seinem Album 'Bright' durchziehen.

Eingespielt mit Kontrabassist Ara Yaralyan und Schlagzeuger Markku Ounaskaris  "Bright" die besten europäischen Jazz-Ingredienzien, die, kombiniert mit afroamerikanischer Sound Küche und würzigen, transorientalischen Vibes, dem klassischen Jazz Piano Trio eine neue Richtungen aufzeigt.

Der Pianist, Keyboarder und Komponist Kari Ikonen (Jahrgang 1973) gehört zweifellos zu den profiliertesten finnischen Jazzern, der u.a. mit dem international besetzten Karikko Sextett auch bei uns reüssieren konnte. Nun hat er die Ausdrucksmöglichkeiten und  Eleganz, die ihm das Trio-Spiel eröffnet, für sich entdeckt. "Es gibt mir viel Raum für Improvisation und musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten, und mit so wandelbaren Musikern, wie Ara und Markku lässt sich die Palette an Klangfarben noch erheblich erweitern", so Kari Ikonen, der bislang an über 30 Alben mitgewirkte, mit Bob Mintzer, Vincent Curtois oder Ron McClure musizierte und u.a. für das UMO Jazz Orchestra Stücke geschrieben hat.

Lebensfreude auf CD gebannt

Auf 'Bright' kreieren Ikonen und sein Team ein Menü aus schnörkellos schönen Eigenkompositionen und frischen Interpretationen von traditionellen armenischen Liedgut und Jazz-Standards wie John Coltranes "Giant Steps" und Jule Stynes "I Fall In Love Too Easily". Eröffnet wird der Songreigen mit Kari Ikonens "Bapmgwala", in dem sich das Trio mit traumwandlerischem Zusammenspiel auf den Flügeln afrikanischer Rhythmen in experimentierfreudigen von harmonischen Abstraktionen dominierte Regionen tragen lässt. Im klassischen Duktus, durchdrungen von lyrischer Reinheit und Kraft, erklingt "Ambivalsante", das sich den harmonischen Klangfarben des Bill Evans Trios nähert, während sich Kari Ikonen in "Plumbum" auf prächtige Heavy Metal Piano-Phrasierung versteht.

Die exzellente Bogentechnik des armenischen Bass-Virtuosen Ara Yaralyan verleiht der Komposition seines Landsmannes Gushan Ashot, 'The Testament of My Heart" sowie "Trance Oriental" einen wunderschönen Cello-Klang. In der Kombination von Markku Ounaskaris Schlagzeugspiel und Ikonens Piano Präparationen geraten alle Songs in den Sog eines swingenden Flow und einer stets nach vorne blickenden Improvisationskunst, die mit kontemplativer Gelassenheit in mystischen Harmonien mündet.

Ganz gleich ob in Solos oder Duos. Stets zeigt das Trio eine perfekte Balance zwischen den kompositorischen Ambitionen ihres Chefs und dem Raum, dem man sich und seinen Mitspielern zur Entfaltung lässt. Exemplarisch für das traumhaft sichere Zusammenwirken des Kari Ikonen Trios sind das mit orientalischen Vibes angefüllte "Trance Oriental", das wundervoll oszillierende "Pacific" und das ungemein harmonievoll umgesetzte Coltrane-Meisterwerk "Giant Steps".

Mit "Bright" hat sich das Kari Ikonen Trio auf Anhieb in die Top-Liga der Jazz PianoTrios gespielt. Darüber hinaus ist ein Trio grundsätzlich leichter im Handling, passt in ein Auto und ist nur halb so teuer wie ein Sextett.

 

 

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