31.12.2013 08:00 mehrdeutig und ambivalent

Musik Jazz: Das Debütalbum "Golden Age" des Gitarristen Nir Felder ist ein wahrer Genremix

Der Gitarrist Nir Felder praesentiert sein Debuetalbum Golden Age

Dem Album als Ganzes liegt kein Konzept zugrunde, doch der Titel deutet ein Gefühl an, welches das Projekt wie ein roter Faden durchzieht, etwas Mehrdeutiges, Ambivalentes. Foto: Album "Golden Age" © Sony Music

Von: GFDK - Sony Music

Für den Gitarristen Nir Felder ist der Song die eigentliche Sache, um die sich alles dreht. Bei seinem Debütalbum Golden Age steht sein Können als Komponist und Songwriter im Vordergrund, unterstützt von einer virtuosen Technik –  und nicht anders herum.

Felder holte den Pianisten Aaron Parks, den Bassisten Matt Penman und den Schlagzeuger Nate Smith an Bord, um seine einzigartige musikalische Vision Wirklichkeit werden zu lassen. »Das sind Musiker, die das große Ganze eines Songs erfassen, die einen Song wie einen Song angehen und ihn nicht als Mittel zum Zweck missbrauchen, um mit ihrer Virtuosität auftrumpfen zu können«, erklärt Felder.

Dem Album als Ganzes liegt kein Konzept zugrunde, doch der Titel deutet ein Gefühl an, welches das Projekt wie ein roter Faden durchzieht, etwas Mehrdeutiges, Ambivalentes. »Das Album heißt Golden Age, was eher eine Frage als eine Feststellung ist«, sagt er. »In den letzten Jahren hat sich viel verändert – in der Musikindustrie, in der Musiktechnologie, in unserer Welt, unserem Land und in unserer Stadt New York. Im Moment sieht es für die Kunst schlecht aus, einige Leute denken wehmütig an die 1980er- und frühen 1990er-Jahre zurück, als die Zeiten hart und unsicher waren, aber Kunst und Kultur blühten und gediehen. War das ein ›Goldenes Zeitalter‹? Ist unsere Zeit eines? Hat es jemals eines gegeben? Die Frage ist immer: Wer bestimmt das? Daher weiß man nie ganz genau, ob die Dinge gut oder schlecht laufen, und das spiegelt sich auch in der Musik.«

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Im Alter von dreizehn Jahren begann Felder, sich mit der Gitarre zu beschäftigen. Der Blues brachte ihn zum Jazz, Albert King, Albert Collins, Stevie Ray Vaughan lockten ihn mit ihrem aufregenden Sound und ihrer althergebrachten Gabe, mit ihrer Musik Geschichten zu erzählen. Felder kaufte sich zunächst eine mexikanische Stratocaster für $250 und zog dicke Saiten auf »wie Stevie Ray« – er spielt sie auch heute noch. Abgesehen von einer akustischen Gitarre beim Song »Bandits II« ist diese Strat die einzige Gitarre bei Golden Age.

Felder ging ans Berklee College of Music nach Boston und gewann dort den Jimi Hendrix Award; außerdem erhielt er aufgrund seines musikalischen Könnens und seiner herausragenden  Studienleistungen ein Stipendium von Billboard. Nach seinem Abschluss zog Felder 2005 nach New York, wo er durchstartete und wenig später mit dem Saxophonisten George Garzone im Small’s auftrat. Seine Liste mit Referenzen wurde immer länger, Felder hatte Sessions und Auftritte mit Greg Osby, Terri Lyne Carrington, Meshell Ndegeocello, José James, Esperanza Spalding, Jack DeJohnette, Eric Harland und an der New York City Opera. Es dauerte nicht lange und NPR nannte ihn »den kommenden großen Jazzgitarristen«.

Auf dem Weg seinen eigenen Stil als Jazzmusiker zu finden, folgte Felder nicht der üblichen Praxis, die Stilarten und Techniken abzulegen, die er bereits beherrschte, wie etwa »das Bending und offene Akkorde«.  »Man bekommt eine Menge Ratschläge, soll Jazzgitarre wie eine Trompete spielen, wie ein Klavier«, fährt er fort, »aber ich denke, man sollte bei alldem nicht den ursprünglichen Sinn und Zweck der E-Gitarre aus den Augen verlieren – mit einem Bein stehe ich auch heute noch dort, wo ich herkomme. Dennoch bin ich bereit, neue Sounds auszuprobieren, und ich habe eine Menge Ideen für neue Projekte; und jetzt hoffe ich erst einmal, die Band zusammenzuhalten und mit ihr auf dem Weg weitergehen zu können, den wir mit Golden Age eingeschlagen haben.«

Weiterführende Links:
nirfelder.com/‎