17.05.2012 07:30 den Lebensunterhalt erarbeitete er sich am Klavier

Hellwacher Schostakowitsch: Neue CD des hr-Sinfonieorchesters - Klavierkonzerte mit Alexander Toradze und Paavo Järvi

Neu auf CD: Klavierwerke von Dmitrij Schostakowitsch Foto: hr

Von: Brigitte Schulz

Dmitrij Schostakowitsch begann seine Karriere als Konzertpianist. Seinen ersten Lebensunterhalt erarbeitete er sich am Klavier. Als Komponist hat Schostakowitsch sein Instrument in zwei bedeutenden Konzerten gefeiert.

Das hr-Sinfonieorchester hat jetzt mit dem georgischen Pianisten Alexander Toradze unter Leitung seines Chefdirigenten Paavo Järvi sowohl das 1. Klavierkonzert c-Moll op. 35 für Klavier, Trompete und Streichorchester wie auch das 2. Klavierkonzert F-Dur neu eingespielt.

Als Zugabe ist Schostakowitschs selten gespieltes Concertino op. 94 für zwei Klaviere zu hören. Mitwirkende sind dabei der hr-Trompeter Jürgen Ellersohn und der Pianist George Vatchnadze. Die CD ist im hr-eigenen Label hr-music/classic erschienen.

Der 1952 in Tiflis geborene Pianist Alexander Toradze ist als meisterhafter Virtuose der romantischen Tradition international bekannt und hat bereits mit seiner Einspielung der Klavierkonzerte von Sergej Prokofjew (mit Valery Gergiev und dem Kirov Orchester) Maßstäbe gesetzt. Seine kompromisslose Interpretation der Klavierkonzerte von Dmitrij Schostakowitsch mit dem hr-Sinfonieorchester und Paavo Järvi knüpft daran nahtlos an.

Zwischen dem 1. und dem 2. Klavierkonzert Schostakowitschs liegen 25 Jahre, in denen sich die Situation für Dmitri Schostakowitsch grundlegend geändert hatte. Als der Komponist selbst den Klavierpart seines parodistischen 1. Konzerts bei der Uraufführung 1933 übernahm, konnte er noch optimistisch sein, was seinen Platz in der Gesellschaft, für die er spielte, betraf.

Als er dagegen 1957 sein 2. Klavierkonzert vorstellte, fühlte er sich bereits seit Langem durch äußere Einflüsse in seinem kreativen Prozess bedrängt und bedroht. Der gerne von westlicher Seite geäußerte Vorwurf des linientreuen Klassizismus hat allerdings auch den Gehalt dieses Klavierkonzerts verdeckt.

Die CD-Produktion ist die erste im Rahmen einer neuen Kooperation von hr-music mit dem Heidelberger Klassik-Label Pan Classics. Die CD kann über den Fachhandel bezogen werden.

Bestellnummer: Pan Classics PC 10261 (Vertrieb Note 1 Music GmbH), Gesamtzeit: 56:30 Minuten. 

Brigitte Schulz


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