03.10.2014 09:00 Back to Black

Eine CD mit Kenny Drews, Freddie Hubbards, Sonny Clarks, Stanley Turrentines und der Jazz-Diva Dianne Reevesa

Album Sonny Clark - Cool Struttin

Jeden Monat erscheinen fünf dieser Alben auf 180 Gramm schwerem, audiophilem Vinyl. Album "Sonny Clark - Cool Struttin" Quelle: JazzEcho

Von: GFDK - JazzEcho

Anlässlich seines 75-jährigen Jubiläums veröffentlicht das Label Blue Note nach und nach ingesamt 100 essentielle Jazzalben aus seinem Katalog auf Vinyl wieder. Jeden Monat erscheinen fünf dieser Alben auf 180 Gramm schwerem, audiophilem Vinyl; vorwiegend historische Aufnahmen, aber auch ein paar jüngere Werke, die sich noch auf dem Weg befinden, zu Klassikern zu reifen. Diesmal stehen Kenny Drews "Undercurrent", Freddie Hubbards "Ready For Freddie", Sonny Clarks "Cool Struttin'", Stanley Turrentines "That's Where It's At" und Dianne Reeves' "I Remember" auf dem Programm.

Kenny Drew - Undercurrent

Pianist Kenny Drew war einer jener Musiker, auf die das Sprichwort zutrifft, dass der Prophet im eigenen Land nichts gilt. Denn nach seiner Übersiedlung nach Europa erlangte er schnell eine Popularität, die er in seiner Heimat nie genossen hatte. Zunächst ließ er sich in Paris nieder, danach in Kopenhagen, wo er auch 1993 verstarb und man sogar eine Straße nach ihm benannte. "Undercurrent" war 1960 das letzte Album, das Drew in den USA einspielte. Zu hören ist er mit einem Hardbop-Ensemble, bestehend aus Trompeter Freddie Hubbard, Tenorsaxophonist Hank Mobley, Bassist Sam Jones und Schlagzeuger Louis Hayes. Gespielt wurden ausschließlich Kompositionen des Pianisten, aus denen vor allem die bluesigen Nummern "Funk-Cosity" und "Groovin' The Blues" hervorstechen.

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Freddie Hubbard - Ready For Freddie

Ein weiteres Hardbop-Album par excellence, auf dem Trompeter Freddie Hubbard 1961 mit "Birdlike" und "Crisis" nicht nur zwei exzellente neue Eigenkompositionen vorstellte, die heute zu seinen bekanntesten gehören, sondern sich in der exquisiten Ballade "Weaver Of Dreams" auch von seiner lyrischsten Seite offenbarte. So wunderbar wie das Repertoire war auch die All-Star-Besetzung mit Tenorsaxophonist Wayne Shorter, Euphoniumspieler Bernard McKinney, Pianist McCoy Tyner, Bassist Art Davis und Schlagzeuger Elvin Jones.

Sonny Clark - Cool Struttin'

1986 überraschte der Avantgardist und Noise-Musiker John Zorn die Jazzwelt als Mitglied des Sonny Clark Memorial Quartet, das ausschließlich Kompositionen des 1963 mit nur 31 Jahren verstorbenen Pianisten Sonny Clark spielte. Das brillante Album führte damals zur Wiederentdeckung eines sträflich vergessenen Genies. Sonny Clark hatte 1958 bei Blue Note mit "Cool Struttin'" sein unbestritten bestes Album vorgelegt, das unter eingefleischten Jazzfans Kultstatus erlangte. Begleitet wurde er bei der Einspielung von Altsaxophonist Jackie McLean, Trompeter Art Farmer, Bassisst Paul Chambers und Drummer Philly Joe Jones.

Stanley Turrentine - That's Where It's At

Es gibt nur eine schmale Linie, die den Hardbop vom Soul-Jazz trennt. Und diese überschritt der Tenorsaxophonist Stanley Turrentine 1962 gleich mehrfach auf seinem wunderbaren Album "That's Where It's At".

Die Hauptverantwortung dafür kann man dem Pianisten Les McCann zuschreiben, der vier der sechs Kompositionen zum Repertoire beisteuerte und zu den Pionieren des Soul-Jazz gehörte. In Bassist Herbie Lewis (The Les McCann Ltd.) und Schlagzeuger Candy Finch (Shirley Scott) stand Turrentine und McCann bei dieser mitreißenden Session außerdem ein exzellentes, Soul-Jazz-erfahrenes Rhythmusgespann zur Seite.

Dianne Reeves - I Remember

Bei der Sängerin Dianne Reeves weiß man nie, welche musikalische Richtung sie auf ihren Alben einschlägt. Ihr eklektischer Musikgeschmack lässt sie mal in die Gefilde des Pop, Rhythm'n'Blues oder sogar der Weltmusik abdriften, mal ein reines Jazzalbum vorlegen. Zu letzterer Gattung gehört eindeutig das 1991 veröffentlichte Album "I Remember", für das sie sehr bekannte und weniger bekannte Jazzstandards einsang. Zur Originalität der Interpretationen trugen auch Reeves' musikalische Partner bei: darunter Gäste wie Vibraphonist Bobby Hutcherson, Altsaxophonist Greg Osby und Gitarrist Kevin Eubanks sowie die beiden "Killer"-Schlagzeuger Billy Kilson und Marvin "Smitty" Smith.

 

Quelle: JazzEcho

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