27.09.2013 08:44 Starke Melodien & Rhythmen

Die Stunde der Fender Stratocaster auf Rue Protzers "One Note Story" - Abwechslungsreiche Sounds voller Raffinesse

Rue Protzer veroeffentlicht neues Album One Note Story

„Auf dem Album gibt es viele Stücke in ungeraden Metren. Mir war es sehr wichtig, dass diese nicht nach Kopfgeburt klingen, sondern auch für den Bauch funktionieren...", sagt Rue Protzer. Foto: Album "One Note Story" © Intuition/New Arts

Von: GFDK - Uwe Kerkau Promotion

Als einer der ganz wenigen Jazzmusiker setzt Rue Protzer auf diesem neuen Album durchgehend eine Fender Stratocaster ein. Eine Gitarre, die üblicherweise im Rock anzutreffen ist und mit der er einen durchaus ungewohnten Jazz-Sound ansteuert.

Mit einer Trilogie hat Rue Protzer in den Jahren 2006 bis 2009 nachhaltig Presse und Publikum auf sich aufmerksam gemacht. Mit seiner Band „Rue de Paris“, bei der u.a. Marc Johnson, Adam Nussbaum, Randy Brecker und Lee Konitz beteiligt waren, veröffentlichte er „Quiet Motion“ (Sony), „New York Slow“ (Sony) und „Trois“ (Intuition). Nach Abschluss dieses Projekts hat sich Protzer viel Zeit zur Entwicklung eines neuen musikalischen Statements gelassen. Bewegte sich die Trilogie noch in überwiegend ruhigen und besinnlichen Bahnen, ist nun eine rhythmische Kehrtwende erfolgt: schon der erste Titel („Funky Funky“) macht klar, wohin die Reise diesmal geht. Aber weder dieser Titel noch die ersten Töne sollten dazu verleiten, schwitzenden, simplen, dancefloor-designten Gebrauchsfunk zu erwarten. Denn bei genauem Hinhören stellt man fest, dass hinter den starken Rhythmen raffinierte Verschiebungen und fein ziselierte Schwerpunktwechsel stecken. Dass die Melodien stark sind und sogar mitsingbar, aber auch voller Raffinesse stecken. Und dass schließlich die Harmonien alles andere als nach plattem Strickmuster gestrickt sind.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Erst auf dieser Basis sind auch die durchweg handverlesenen Mitmusiker in der Lage, ihre solistischen Ausflüge zu starten. Das gilt vor allem auch für die Balladen, die Protzer´s kompositorische Kraft nochmals ganz besonders heraus stellen. Am Ende der CD stellt man erstaunt fest, dass Funk Jazz in dieser Form nicht nur mitreißender Rhythmus ist, sondern dass er auch relaxt und geradezu entspannend sein kann. „Auf dem Album gibt es viele Stücke in ungeraden Metren. Mir war es sehr wichtig, dass diese nicht nach Kopfgeburt klingen, sondern auch für den Bauch funktionieren, d.h. auf emotionaler Ebene überzeugen“, sagt Rue Protzer.

Der süddeutsche Rue Protzer hat sich sowohl in der Studio- als auch in der Live-Szene einen hervorragenden Ruf erspielt. Nach dem Studium in Nürnberg weilte er regelmäßig zu Masterclasses und Workshops in den USA und entwickelte dabei seinen ganz eigenen Sound an seinem Instrument. Auf „One Note Story“ spielt er sowohl akustische als auch elektrische Gitarren. Bemerkenswert: Als einer der ganz wenigen Jazzmusiker setzt er auf diesem neuen Album durchgehend eine Fender Stratocaster ein. Das Gitarrernmodell ist jedem durch Hendrix´s Woodstockauftritt und seinem „Star Spangled Banner“ bekannt – und es wurde in der Folge zu einem Standard-Rockinstrument. Auch wenn gelegentlich Wayne Krantz und vor allem Hiram Bullock zur „Strat“ griffen: Protzer steuert damit einen durchaus ungewohnten Jazz-Sound an.  Dazu meint er ergänzend: „ Ich liebe die einzigartige Lebendigkeit und Dynamik der ‚Strat‘ und wollte das für mich einfach in einem Jazz Kontext ausprobieren. “

Schon immer genoss Protzer bei den Kollegen einen guten Ruf, so dass es nicht überraschen kann, dass er auch für die neue Produktion die besten ihres Faches gewinnen konnte. Lutz Häfner, frisch gebackener Echo Jazz-Preisträger, ist nicht erst seit dieser Auszeichnung an der Spitze der deutschen Saxophonisten zu finden und glänzt nicht nur durch seinen zupackenden und doch warmen Sound. Er arrangierte auch die Bläsersätze. An denen auch Sebastian Studnitzky beteiligt ist, der seinen unverkennbaren, schmeichelnden Trompetensound hinzufügt. „Neben seinem einzigartigem Sound schätze ich an Sebastian vor allem, dass er für viele musikalische Genres offen ist und dabei unglaublich geschmackvoll spielt “ unterstreicht  Rue Protzer seine Wahl für den sympathischen Trompeter.

Längst ist er der Kategorie der Musiker entwachsen, die eine „spielte-mit-Liste“ vor sich hertragen müssen – obwohl sie bei ihm beeindruckend wäre. Der Bassist ist das pumpende Herz jeder Musik, und gerade wenn im Jazz E-Bass gefragt ist besonders wichtig. Patrick Scales ist da die logische Wahl gewesen: von Pee Wee Ellis bis Klaus Doldinger wissen die Kollegen um diese spezielle Fähigkeit. Jesse Milliner, ausgebildet in Essen, Köln und an der Manhattan School of Music und Träger des WDR Jazzpreises, leitet heute die Jazzabteilung der Hochschule für Musik in Mainz. Seine Jahre in den USA haben bei ihm – und auf dieser CD – deutliche Spuren hinterlassen. Letztere sind natürlich auch zu erwarten vom Österreicher Christian Lettner. Seit 2000 Drummer bei Doldinger´s Passport, und seit fast 10 Jahren auch in der Band von Joo Kraus. Keiner der knüppelnd nach vorne prescht, sondern Sound-dienlich und – ja! – melodiös spielt. Rue Protzer: „Ich war einfach nur glücklich, als alle zugesagt hatten und wir in dieser Traumbesetzung in Studio gehen konnten, um gemeinsam „One Note Story“ einzuspielen. Und: Es hat unglaublich Spaß gemacht!“

Album-Veröffentlichung: 15.11.2013



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