08.03.2015 08:15 Mystik und Moderne

Die Band Cyminology verknüpft auf ihrem dritten Album "Phoenix" Melodien und Rhythmen der persischen Lyrik

Ketan Bhatti, Benedikt Jahnel, Cymin Samawatie, Ralf Schwarz

Cyminology: Ketan Bhatti, Benedikt Jahnel, Cymin Samawatie, Ralf Schwarz. © Heike Steinweg

Von: GFDK- KlassikAkzente

Fünf Jahre nach dem letzten Album "Saburi" melden sich die deutsch-iranische Sängerin Cymin Samawatie und ihre Berliner Band Cyminology mit ihrem dritten ECM-Album "Phoenix" zurück. Wie auf den beiden Vorgängern so setzen sich auch diesmal auf einzigartige Weise mit den subtilen Melodien und Rhythmen der persischen Lyrik auseinander, die einen erheblichen Einfluss auf die Kompositionen und Improvisationen des Ensembles ausüben. Die JazzTimes attestierte der Musik von Cyminology eine "selbstdefinierende poetische Logik", die auch von den unterschiedlichen kulturellen Wurzeln und musikalischen Erfahrungen der einzelnen Bandmitglieder geprägt ist.

Zu Cymin, Pianist Benedikt Jahnel, Bassist Ralf Schwarz und Schlagzeuger Ketan Bhatti stieß für die neuen Aufnahmen der Bratschist Martin Stegner, der Mitglied der Berliner Philharmoniker ist und seit 2011 schon etliche Auftritte mit Cyminology absolvierte. Die Bratsche gilt als das Instrument, das der menschlichen Stimme am ähnlichsten ist. Und so schlüpft Stegner hier in gewissem Sinnee die Rolle eines zweiten Sängers und verstärkt dadurch noch mehr den Eindruck eines kulturellen Dialogs in der Musik.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Das Album ist dem Gedenken an Forough Farrokhzad (1935-1967) gewidmet, einer iranischen Modernistin, Dichterin und Filmregisseurin, auf deren mutige Texte Cymin schon für ihr erstes ECM-Album "As Ney" (2008) zurückgegriffen hatte. Neben Farrokhzads kontroversen Liebesgedichten vertont Cymin Samawatie hier auch eigene Texte, klassische Sufi-Poesie von Hafiz (ca. 1325-1390) und Texte von Nima Yushij (1896-1960), der oft als der Vater der zeitgenössischen persischen Lyrik bezeichnet wird. Die Stücke schrieb Cymin größtenteils selbst, manchmal mit Jahnel, Schwarz und Bhatti als Koautoren. "Das Bild des mystischen Vogels, der verbrennt und sich aus der Asche wieder neu ersteht, passt gut zu Cyminology", erklärt Cymin den Titel des neuen Albums. "Wir suchen stets nach etwas Neuem, nach etwas Wundervollem. Und das bedeutet manchmal, dass man sich auch von Dingen trennen muss, die einem ans Herz gewachsen waren."

Am 19. Februar wurde Cyminology das Album "Phoenix" erstmals bei einem Showcase im Berliner Kulturkaufhau Dussmann live vorgestellt.

 

Quelle: KlassikAkzente.de

Weiterführende Links:
http://www.klassikakzente.de