25.04.2015 08:30 Indie-Missionare aus Kopenhagen, 9. Mai 2015

Zauberkraft glitzernder Breitwandpop-Hymnen beim Konzert der Alcoholic Faith Mission im Posthof Linz

Alcoholic Faith Mission geben Konzert im Posthof Linz

Alcoholic Faith Mission: Die Band legt mit ihrem neuen Album "Orbitor" ein fast schon symphonisches Werk mit beeindruckend heranbrandenden Ambient- und Dreampop-Atmosphären vor. Quelle: Maud Frisenfeldt

Leyya gibt Konzert im Posthof Linz

Leyya Quelle: Gabriel Hyden

Von: GFDK - Karl Zabern

Wir schreiben das Jahr 2006: Die beiden Schulfreunde Thorben Seierø Jensen und Sune Sølund aus Kopenhagen schlendern durch Brooklyn und stoßen zufällig auf die "Apostolic Faith Mission".

Und weil sie sowieso grade das Für und Wider des Alkoholkonsums diskutieren, tauschen sie "Apostolic" gegen "Alcoholic" aus und haben somit den Namen ihres Lo-Fi-Pop-Outfits gefunden, dessen im Schlafzimmer am Laptop aufgenommenes Debüt "Misery Loves Company" noch im selben Jahr erscheint.

Seither erblickten vier weitere Alben und eine EP der inzwischen sechsköpfigen Band das Licht der Welt, und man spielte fast 200 Shows in Europa und den USA. Als Kollektiv mit kongenial gemischtem Gesangsdoppel, das traumwandlerisch zwischen Sehnsucht und Schwermut balanciert, erinnern die Indie-Missionare ein wenig an die Säulenheiligen Arcade Fire, aber auch an die nordischen Geistesbrüder Shout Out Louds und Efterklang. Dennoch folgen Alcoholic Faith Mission ihren selbst definierten Glaubensgrundsätzen.

Konzert in Österreich

Nun legt die Band mit ihrem neuen Album "Orbitor" ein fast schon symphonisches Werk mit beeindruckend heranbrandenden Ambient- und Dreampop-Atmosphären vor. Thorbens dramatische Falsettvocals und Kristines elfenhafte Beschwörungen kommentieren einen ergreifenden und von wuchtigen Drumkaskaden akzentuierten Breitwandpop. In 13 musikalischen Miniaturen werden bisweilen ziemlich tabulose Geschichten von Lieben und Leben, Lust und Verlust erzählt. All dies macht "Orbitor" zu einem aufwühlenden Album von beunruhigender Schönheit. Das Sixpiece steht damit für melodietrunkenen, synthiegetriebenen Indiepop, der sich bereitwillig dem Experiment öffnet.

"Das Besondere an Alcoholic Faith Mission, ihren eigenwilligen Art Pop nach ganz eigenen Spielregeln zu definieren und gestalten, bleibt erhalten, und doch eröffnen sich für die Musik der Band ganz neue Horizonte." (Musikexpress)

Konzert in Linz

Leyya | ...waren auf einmal da. Ohne Vorwarnung oder Ankündigungen oder große Ambitionen ging ihre EP "Drowning in Youth" Anfang des Jahres durch die Decke: Soundparkband des Monats auf FM4, #6 in den deutschen Campus Airplaycharts, #4 in den Austrian Indie Charts, #29 belegte ihre Debüt-EP in den iTunes Charts.

Auf ihrem im Debütalbum "Spanish Disco" (VÖ: 15.5.15) lässt das Duo aus Eferding nun gleich mehrere Welten gekonnt aufeinander treffen: Kunst gegen Pop, filigran vorgetragene Melodien gegen schwere elektronische Beats, Land gegen Stadt, Konzept gegen Chaos, jugendlicher Leichtsinn gegen Routine. Im Ganzen lösen sich diese vermeintlichen Gegensätze zu einem starken, konkludenten Album auf, das auch produktionstechnisch den internationalen Vergleich nicht scheuen muss.

Auch wenn Leyya das Wort "Konzept" nicht hören wollen: Nicht erst beim zweiten Blick liegt vor einem ein schlüssiges und rundes Album, das sich mit den Problemen junger Erwachsener beschäftigt: Man hat alle Möglichkeiten, kann alles tun, alleine es fehlt die Kraft sich zu entscheiden. Bis man sich entschieden hat, vertreibt man sich die Zeit mit Belanglosem in der "Spanish Disco" in Ibiza, ist "Drowing in Youth". Ein Glück dass Leyya sich dazu entschlossen haben, dieses Album aufzunehmen.

 

Alcoholic Faith Mission: Orbitor - Europe 2015

Support: Leyya

Posthof Linz

Samstag, 9. Mai, 20:00 Uhr, Indiepop