17.01.2013 08:05 Nur drei Show hierzulande

Konzert Pop: Ellie Goulding im April mit Album "Halcyon" auf Deutschland-Tour

Konzert Pop: Ellie Goulding im April mit Album "Halcyon" auf Deutschland-Tour

Bild 1+2: Ellie Goulding © Alan Clark

Bild 3+4: Ellie Goulding © Universal Music

Von: GFDK - Universal Music - 4 Bilder

Sie ist eine der faszinierendsten britischen Newcomer der letzten Jahre, hat bereits vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums die Kritiker verzaubert (u.a. BRIT AWARD) und im Anschluss das Publikum rund um den Globus erobert.

1,5 Millionen verkaufte Debütalben und über 5 Millionen verkaufte Singles waren die erste Bilanz. Im Herbst veröffentlichte Ellie Goulding ihr zweites Album "Halcyon" und stürmte mit ihrer aktuellen Single "Lights" Platz 2 der Billboardcharts. Am Samstag ist Ellie Goulding zu Gast bei "Schlag den Raab" auf ProSieben und wird im April für drei Live-Shows nach Deutschland kommen, um "Halcyon" live zu präsentieren.

Mit ihrem ersten Album "Lights" sorgte Ellie Goulding direkt für Furore und begeisterte auf Anhieb auch das US-Publikum. Die Sängerin mit der prägnanten Stimme räumte als einzige Künstlerin neben Adele den BRIT AWARD (Critics' Choice) und den Thron der "BBC Sound-Of"-Bestenliste ab. Es folgte Platz 1 in den UK-Albumcharts, Top 10 der US-Billboardcharts und Einladungen von Prince William & Kate, aber auch von US-Präsident Barack Obama. Im Herbst erschien ihr zweites Album "Halcyon" und ist dabei, den Erfolg des Debüts zu toppen.

Mit "Halcyon", das u.a. von Jim Elliot (Kylie, Ladyhawke) produziert wurde, vereint Ellie Goulding Pop und Elektro zu einer unwiderstehlichen Mischung. Alle Songs hat sie selbst geschrieben und co-produziert. Dass sie live ebenfalls eine Ausnahmeerscheinung ist, die man gehört haben muss, das stellt Ellie Goulding im April abendfüllend unter Beweis, wenn sie für drei Shows nach Deutschland kommt.

 

Man kann Ellie Goulding definitiv nicht vorwerfen, dass ihr Sound zu offensichtlich klingt. Gewiss macht sie Musik, die viele Menschen anspricht, aber ihre Songs sind zu vielschichtig, zu interessant, zu eigenartig, um sie als offensichtlich abzutun. Während man unweigerlich bei Wortkreationen wie „Electro-Folk-Akustik-Pop“ landet – wobei streng genommen bereits der Ausdruck „grandioser Sound“ ausreichen würde –, sind ihre Songs so gefühlvoll und groß, dass sie fast schon wie überdimensionale Filmmusik wirken. Ein Beispiel: Der sehnsüchtige Text und der resolute Refrain ihrer ersten Single „Under The Sheets“ lassen das Stück wie eine Szene aus Baz Luhrmanns „William Shakespeares Romeo & Julia“ (1996) wirken, wenn sie zum Beispiel folgende Zeile singt: „We’re under the sheets/and you’re killing me/In our house of paper/Your words all over me.“

Popcorn gefällig?

Die im ländlichen Hereford aufgewachsene und mittlerweile in London lebende Ellie ist keine 08/15-Musikerin. Sie ist anders, tickt anders, und das aus vielerlei Gründen: Sie steht auf Beyoncé und Björk, aber auch auf Pearl Jam oder Kiki Dee. Sie hört Folk-Musik. Früher spielte sie Klarinette, bis sie „darauf echt nicht mehr klarkam“, wie sie sagt. Seit ihrem siebten Lebensjahr führt sie Tagebuch. In ihrem nicht gerade groß geratenen Elternhaus musste sie sich ein Zimmer mit ihren beiden Schwestern teilen und durfte nur zu einer bestimmten Tageszeit singen. Überhaupt hörte sie von ihrer Familie andauernd, dass sie doch bitte die Klappe halten solle. „Meine Mutter sagte mir, dass meine Stimme schräg klingt.“ Nun, schräg ist sie nicht, aber ziemlich außergewöhnlich und unglaublich fesselnd. Sie klingt so, als ob da diverse Effekte im Spiel wären, aber dem ist nicht so. Es ist ihre Stimme; so klingt sie nun mal. Ein Organ, das sich irgendwie durch widersprüchliche Eigenschaften auszeichnet: Ellies Stimme klingt zart und markant zugleich. Dezent und intensiv. Dazu kommt ein Element, das sie nach kontrolliertem Kontrollverlust klingen lässt, was zur Folge hat, dass man am liebsten gleich lauthals mitsingen würde, weil man aus unerklärlichen Gründen fest davon überzeugt ist, dass sich die eigene Stimme bestimmt genauso großartig anhören wird (wenn nicht noch besser!). Tut sie aber nicht. Dennoch legt man automatisch los, weil’s so unfassbar viel Spaß macht. „Ich glaube fast, dass ich früher ein bisschen zu viel Dolores O’Riordan und Lauryn Hill gehört habe. Inzwischen habe ich das ausgebügelt. Ich habe meine eigene Identität gefunden.“

Sie ist ein bisschen (okay, sagen wir: ganz schön) hypochondrisch veranlagt. Sie ist unfassbar fit (wir reden hier von 10 Kilometer Laufen, und das jeden Tag). Sie kann selbst produzieren – und damit ist nicht nur das Reglerschieben gemeint, sprich: Sie kann einen richtigen Song in einem richtigen Studio mit richtigen Instrumenten im Alleingang aufnehmen. Und wer sie im Konzert erlebt – was hiermit unbedingt empfohlen sein soll –, wird sie definitiv hinterm Schlagzeug und mit Gitarre in der Hand sehen. Und, ja, natürlich ist bei ihr auch wirklich alles eingestöpselt und live und echt. Sie hat ihren Dad seit Jahren nicht gesehen, was, wie sie selbst zugibt, „ein bisschen kaputt ist, oder?“ Sie liebt Bücher von Murakami. Hat eine Skizze von „etwas Gesichtsähnlichem“ an ihrer Küchenwand hängen, die der einsiedlerische Dubstep-Producer Burial ihr gegeben hat. Sie brachte Frankmusik dazu, mit ihr zu arbeiten, indem sie ihm über MySpace eine Akustikversion ihres Songs „Wish I Stayed“ zukommen ließ. Daraufhin hingen die beiden eine Woche lang zusammen in Croydon ab und aßen Döner. Oder besser: Frank aß Döner. Ellie hatte „Fisch und Salat. Ich bin wohl doch nicht der typische Rockstar, oder?“

Nun ja, das stimmt wohl, Ellie. Bist du nicht. Ein Glück.

In UK wurde über sie bereits im NME, im RWD Mag und im The Guardian geschrieben, und das, obwohl sie gerade erst ihren Vertrag unterzeichnet hat. Sprich: Sie hat den ganzen Hype um ihre Person im Alleingang ausgelöst. Ihre entfernt mit den Originalen verwandten Coverversionen von Passion Pits „Sleepyhead“ und Bon Ivers „The Wolves“ waren plötzlich so angesagt, dass Ellie nicht nur ein Mal, sondern gleich zweifach die Charts von The Hype Machine anführte. Überhaupt hat die versammelte Internet-Generation wie wild auf ihren Macs herumgehämmert, weil sie einfach nicht genug von der 21-Jährigen kriegen konnten. Die Macher von Electrorash.com erklärten Ellie sogar zum „Wife of the Week“ – was irgendwie stalkermäßig klingt, aber auch ziemlich cool ist. Während ihr Name also im Netz und darüber hinaus bekannt wurde, stand ihr bei alledem ein gewisser Produzent der Stunde zur Seite: Starsmith nämlich. Gemeinsam kreieren sie einen Sound, der zu vielschichtig ist, um sich in wenigen Worten beschreiben zu lassen; explosiven Sound, der immer wieder in neue Richtungen geht. Synthesizer hört man da, na klar, aber auch grandiose Percussion-Elemente und natürlich diesen Gesang, der irgendwie gestammelt klingt, und Harfen und unfassbar große Drums, die einem schon mal in die Magengrube treten können. Kurz: Songs, zu denen man sich bewegen will, tanzen will, umfallen will. Dünn aufgetragen und zaghaft buchstabiert man anders. Ihren epischen Track „Starry Eyed“ müsste man wohl als das uneheliche Kind der Soundtracks zu „Der Wüstenplanet“ (sprich: Lynch) und „Der Dunkle Kristall“ (sprich: Jim Henson) bezeichnen – vorausgesetzt, Soundtracks könnten Kinder haben. Starsmith, der 1988 geborene Remix-Chef, der schon für Katy Perry und Paloma Faith gearbeitet hat, ist als Ellies Co-Produzent nur einer von einem ganzen Kollektiv, mit dem sie derzeit an weiteren Tracks arbeitet: auch Frankmusik, der New-Wave-Rapper Theophilus London und der grandiose Burial gehen auf ihren Sound ab, wie auch Passion Pit. Die fünfköpfige Band aus Massachusetts war von Ellies Version von „Sleepyhead“ so überzeugt, dass sie kurzerhand anriefen und sagten: „Dürfen wir bitte mit dir zusammenarbeiten?“

„Viele Leute sagen einfach: ‘Hör dir meine Songs an, dann weißt du, was bei mir abgeht.’ Und dann hört man sie sich an und ist trotzdem noch nicht viel schlauer. Ich glaube, dass man sich ernsthaft mit meinen Texten und meiner Musik beschäftigen muss, wenn man verstehen will, was ich da tue“, sagt Ellie über ihre scharfsinnigen Songs. „Es ist bestimmt nicht das, was man erwarten würde.“

Nun, insgesamt dürfte klar geworden sein, dass Ellie Goulding nicht die nächste Durchschnittssängerin ist, die im großen Topf der „Electro-Folk-Akustik-Pop“-Acts mal eben an die Oberfläche gekommen ist. Denn: Ellie Goulding verkörpert nicht nur den Do-It-Yourself-Geist, der schon letztes Jahr schwer angesagt war, sondern hat schon jetzt den Sound des Jahres 2010 kreiert.



ELLIE GOULDING live:
27.04.2013 Berlin, Postbahnhof (verlegt von Frannz)
28.04.2013 München, Theaterfabrik (verlegt von Ampere)
29.04.2013 Köln, Essigfabrik (verlegt von Luxor)

 

 

 

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