21.08.2014 08:30 Pop-Techno-Juwelen

Anders Trentemøller macht aus Techno Popmusik und aus Popmusik Techno am 22. September 2014 im Posthof Linz

Trentemoller gibt Konzert in Linz

Man muss also schon zu Namen wie James Blake oder Caribou greifen, um die außerordentliche Crossover-Wirkung von Trentemøllers eigenwilligem Songwriting treffend zu charakterisieren. Bild 1+2 Quelle: Alastair Philip Wiper

Trentemoller gibt Konzert im Posthof
Von: GFDK - Mag. Karl Zabern

Selten gelingt es Künstlern, die gemeinhin mit Techno und House assoziiert werden, sich vom Club-Kontext zu emanzipieren und in der großen weiten Pop-Welt durchzusetzen. Anders Trentemøller ist so ein rares Exemplar. Der Däne löste 2006 mit seinem Albumdebüt "The Last Resort" ein, was schon die 12Inches zuvor andeuteten: Hier ist ein Produzent am Werk, der weit über den Tellerrand des damals die Dancefloors regierenden Minimal hinausblickt und atmosphärisch fesselnde, zwielichtig schimmernde Pop-Techno-Juwelen zu schaffen imstande ist, die sich auf lange Distanz zu einem Meisterwerk fügen. Unisono wählten denn auch elektronik- wie pop-affine Kritiker und Leser "The Last Resort" auf die vordersten Ränge ihrer Jahrescharts 2006.

Konzert in Österreich

Man muss also schon zu Namen wie James Blake oder Caribou greifen, um die außerordentliche Crossover-Wirkung von Trentemøllers eigenwilligem Songwriting treffend zu charakterisieren. Quer durch alle Lager respektiert, sorgt er mit seiner Live-Band auf Rock-Festivals wie Coachella oder Glastonbury zur Prime Time für offene Münder, und selbst der musikalisch so feinsinnige Kultregisseur David Lynch nennt ihn als wichtige Inspirationsquelle.

Wenig überraschend ist daher, dass Filmemacher wie Oliver Stone oder Pedro Almodovar bei ihm Soundtracks und die internationale Pop-Prominenz Remixes in Auftrag geben. Die Liste seiner Kunden ist lang und so bunt gemischt wie seine zunehmend rarer werdenden DJ-Sets - von Franz Ferdinand und The Knife, über Moby, den Pet Shop Boys, Efterklang und Röyksopp, bis hin zu Depeche Mode und kürzlich auch David Lynch.

Konzert in Linz

Trentemøller selbst scheint der Trubel nicht zu beirren. Mit "Into The Great Wide Yonder“ (2010) wendet er sich vom Techno weitgehend ab und setzt auf analogen Vintage-Sound aus der Post-Punk-Ära. Auf "Lost“, seinem aktuellen, dritten Album, entfernt er sich noch weiter von seinen Wurzeln und zeigt sich - nicht zuletzt dank Vocals von Johnny Pierce (The Drums) oder Sune Rose Wagner (The Raveonettes) - deutlich songorientierter. Und dennoch bleibt auch "Lost“ dank seiner fiebrig-fröstelnden Aura und seiner cinematischen Qualitäten ganz typisch Trentemøller.

Montag, 22. September, 20:00 Uhr, House/Techno

 

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