28.06.2012 13:06 Abschied von Generalmusikdirektor Marc Piollet

Wiesbaden - Marc Piollet ist in Lohengrin und im 8. Sinfoniekonzert zum letzten Mal als Generalmusikdirektor zu erleben

Abschied von Generalmusikdirektor Marc Piollet mit Lohengrin - Romantische Oper in drei Akten von Richard Wagner - Alle Bilder (c)Lena Obst und Martin Kaufhold

Von: Lucia Zimmermann - 11 Bilder

Der scheidende Generalmusikdirektor Marc Piollet dirigiert am Samstag, 30. Juni 2012 zum letzten Mal Richard Wagners Lohengrin. Im 8. Sinfoniekonzert am Mittwoch, 4. Juli 2012 ist er letztmalig als Generalmusikdirektor des Staatstheaters Wiesbaden am Dirigentenpult zu erleben.

Nach dem Sinfoniekonzert, Gustav Mahlers 2. Sinfonie mit Emma Pearson (Sopran) und Gerhild Romberger (Alt) als Solistinnen, wird Marc Piollet offiziell im Kurhaus verabschiedet.

Seit 2004 ist Marc Piollet als Generalmusikdirektor in Wiesbaden tätig, wo er dem Publikum mit großem Erfolg spannende, anspruchsvolle Opern- und Konzertabende bescherte und ein entsprechendes Echo in der Presse erfuhr. Als Konzertdirigent stand Marc Piollet am Pult renommierter Orchester wie den Münchner Philharmonikern, des Gewandhausorchesters Leipzig, der Bamberger Symphoniker sowie führender Orchester in Europa und Japan.

Im Februar 2011 debütierte er beim Orchestre Symphonique de Montréal. Nach Operngastspielen in Wien (Staatsoper), Paris (Opéra Bastille), Barcelona (Gran Teatre del Liceu), Kopenhagen, Stuttgart, Hamburg und Berlin (Deutsche Oper) war er in dieser Saison mit zwei Produktionen erstmals am Teatro Real in Madrid zu Gast.

Am Hessischen Staatstheater Wiesbaden hat Marc Piollet im Januar 2012 die Neuproduktion von Verdis Simon Boccanegra dirigiert und Ende April mit Wagners Lohengrin die Internationalen Maifestspiele 2012 eröffnet.

Gustav Mahler sprengt mit der 2. Sinfonie die Ausmaße, die eine klassische Sinfonie bisher gekannt hatte. Für die fünf Sätze dieses riesigen Werks entwickelte Mahler ein Programm. Der erste Satz „Totenfeier“ ist als überdimensionaler Trauermarsch gestaltet.

Der zweite Satz, ein idyllischer Ländler, sowie der dritte Satz, ein spukhaftes Scherzo, sind kleine Intermezzi. Mit dem vierten Satz, „Urlicht“, verändert sich die Perspektive, und genau in diesem Moment ergänzt Mahler den Orchesterklang um die Gesangsstimme. Der letzte Satz beschreibt das Jüngste Gericht.

Die Figur des Lohengrin basiert auf der Gestalt des Gralsritters ‚Loherangrîn‘ in Wolfram von Eschenbachs mittelhochdeutschem Versepos ‚Parzival‘. Der Sohn des Gralskönigs Parzival wird auf einem Schwan der Herzogin von Brabant als Helfer und Beschützer gesandt. Als Bedingung für seine Hilfe darf sie ihn jedoch niemals nach seinem Namen fragen. Als sie sein Verbot bricht, muss er sie verlassen.

‚Lohengrin‘ steht in der Biografie Wagners sowie in der Entwicklung seines Musiktheaters an einer entscheidenden Schnittstelle. Wagner schuf mit seiner Romantischen Oper die neue, zukunftsweisende Opernform des durchkomponierten Musikdramas. Zum ersten Mal wandte er die Technik der Leitmotivik an, die das Bühnengeschehen strukturiert und auch alle seine späteren Werke durchzieht.

Mit ‚Lohengrin‘ gelang Wagner nicht zuletzt eine Musik, von der Friedrich Nietzsche schrieb, sie sei ‚blau, von opiatischer, narkotischer Wirkung‘. Die Oper wurde 1850 unter der Leitung von Franz Liszt in Weimar uraufgeführt, allerdings in Abwesenheit des nach seiner Flucht aus Dresden 1849 immer noch steckbrieflich verfolgten Komponisten. Er hörte seine Oper erstmals 1861 in der Wiener Hofoper. Bereits 1853 war ‚Lohengrin‘ in Wiesbaden gespielt worden und entwickelte sich schnell zu einem nationalkulturellen Repertoirewerk.

Es inszeniert Kirsten Harms, die in Deutschland zu den bekanntesten Regisseurinnen zählt. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch Gradlinigkeit und Klarheit aus. Sie wurde in Hamburg geboren und studierte Musikwissenschaft und Musiktheater- Regie bei Götz Friedrich.

Zunächst arbeitete sie als freie Regisseurin, 1995 wurde sie Intendantin der Kieler Oper. Dort machte sie unter anderem durch ihre Inszenierung des ‚Ring-Zyklus‘‘ auf sich aufmerksam. Seit 2004/05 ist sie Intendantin der Deutschen Oper Berlin, die sie 2011 verlässt, um sich ganz der Opernregie zu widmen.

Lohengrin: Sonntag, 30. Juni 2012 I 17.00 Uhr I Großes Haus

8. Sinfoniekonzert: Mittwoch, 4. Juli 2012 I 20.00 Uhr I Kurhaus Einführung um 19.00 Uhr im Dostojewskisaal

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