20.01.2015 08:45 28. Januar 2015, Hamburg

Weltklasse-Jazzkonzert in der Cascadas Bar - Altmeister Rolf Kühn plus Tri-O trifft auf Hamburger Nachwuchs-Jazzer

Rolf Kuehn und sein Tri-O geben Konzert in Hamburg

"Jazz meets School" schlägt Brücke zu jungen Nachwuchsjazzkünstlern. Foto: (v.l.n.r.) Johannes Fink, Kontrabass; Rolf Kühn, Klarinette; Ronnie Graupe, Gitarre; Christian Lillinger, Schlagzeug. Quelle: Jazz Federation Hamburg

Von: GFDK - Rainer Tormin JFH

Ein erster Höhepunkt im Konzertjahr 2015 der Jazz Federation Hamburg findet am 28. Januar (19 Uhr) in der Cascadas Bar statt: Ein Konzert mit der aktuellen Band des Klarinettisten-Altmeisters Rolf Kühn - dem „Tri-O“ mit dem Gitarristen Ronnie Graupe, dem Kontrabassisten Johannes Fink und dem furiosen Schlagzeuger Christian Lillinger.

Einen besonderen Akzent wird dieser Auftritt durch das Zusammentreffen mit der Schülerband des Wilhelm Gymnasiums erhalten, handelt es sich doch um das Abschlusskonzert der Reihe „Jazz Meets School“. Hier war es das Ziel der Jazz Federation, ganz junge Nachwuchsmusiker einmal intensiv gemeinsam mit Profis zusammen proben und spielen zu lassen – mit bisher ausnahmslos positiven Rückmeldungen aller Beteiligten.

Er sei ein Aquarellist mit Klarinette, schwärmte die Jazz-Publizistin Maxi Sickert unter Berufung auf die fließenden, tänzelnden Linien, die Rolf Kühns Spiel charakterisieren. Die durchscheinende Transparenz seiner Phrasierung begleitet Kühn bis heute, sie ist durch alle stilistischen Wandel hindurch das Erkennungszeichen seines Spiels geblieben. Rolf Kühn, 85 Jahre alt, aufgewachsen in Leipzig, Sohn eines Varieté-Darstellers und einer Jüdin, trotz Verbots heimlich unterrichtet auf höchstem Niveau von einem Klarinettisten des Gewandhaus-Orchesters.

Konzert in Deutschland

Das Kriegsende kommt gerade noch rechtzeitig, um seine Mutter vor dem Abtransport nach Theresienstadt zu retten. Dem jugendlichen Kühn beschert es ein weiteres einschneidendes Erlebnis: die erste Begegnung mit dem Jazz – eine Schelllackplatte mit einer Aufnahme des Benny Goodman Quartet. Ein Jahr später spielt Kühn professionell im Rundfunk-Tanzorchester Leipzig, dem er schon bald in Richtung Rias-Orchester und West-Berlin entflieht. Ehrungen als bester Klarinettist Europas folgen, dann 1956 der Sprung über den Atlantik, der ihn zu einem der ganz Großen des internationalen Jazz macht. Dabei ist Rolf Kühn immer unprätentiös, bescheiden und wach geblieben, ein akribischer Arbeiter an der technischen Seite seines Spiels und ein unaufhaltsam Suchender, der bis auf den heutigen Tag neue Kombinationen und Spielweisen erprobt und weiter entwickelt.

Unter den Veteranen des deutschen Jazz ist Rolf Kühn besonders eng mit der Tradition verbunden. Selbst im Geist der klassischen Musik ausgebildet, legt er in seinen jüngeren Jahren den Keim für die Jazzkarriere seines 16 Jahre jüngeren Bruders Joachim. Später in New York, der Heimatstadt des modernen Jazz, spielt er im Orchester Benny Goodman. Eine erste Adresse für einen Klarinettisten, und im Fall von Rolf Kühn bewährt sich der als arrogant und herrisch geltende Goodman als Mentor erster Güte, als Freund und Förderer.

Dieses Modell von Austausch und Begegnung wird zu einer Konstante in Kühns Karriere: statt sich mit dem einmal Erreichten zufrieden zu geben, sucht er immer wieder den Kontakt zu jungen Musikern und zu den neuesten Spielarten des Jazz. Den Beweis führt er derzeit mit seinem „Tri-O“  mit Ronnie Graupe, Johannes Fink und Christian Lillinger, drei überaus vitalen und beweglichen Musikern also, die als seine Enkel durchgehen würden und nur wenig mit dem schimmernden Swing eines Benny Goodman gemein haben. Und so war Rolf Kühn auch schnell bereit, sich in das nachwuchsfördernde Konzept der (von der Hamburger Kulturbehörde geförderten) Reihe „JAZZ MEETS SCHOOL“ einbinden zu lassen, mit der die Jazz Federation Hamburg den Brückenschlag zwischen den Generationen des Jazz forcieren will. Nach einer intensiven Probe spielen Kühn und das Tri-O zusammen mit der Band des Wilhelm Gymnasium am 28.1. in der Cascadas Bar gemeinsam einige Standards, so u.a. „Freddie Freeloader“ von Miles Davis und „Blue Monk“ von Thelonius Monk.

Die durch 100 Jahre Jazzgeschichte gestützte Hoffnung ist, dass diese gar nicht alltägliche Begegnung die Motivation bei den Schülern stärkt und eine Begeisterung entfach, die sie auf ihre Altersgenossen überspringen lassen können.

 

Konzert in Hamburg

Altmeister Rolf Kühn plus Tri-O trifft auf Hamburger Nachwuchs-Jazzer

Cascadas Bar, Ferdinandstr. 12

Mittwoch, 28. Januar, 19 Uhr

Eintrittspreis: 18 €, JFH-Mitglieder: 10 €; Schüler: Eintritt frei

Reservierung unter kontakt@jazzfederation.de empfohlen

 

 

Günter Muncke

guenter.muncke@jazzfederation.de