05.10.2014 09:00 When things are hopping

TONLAGEN 2014: Das Festspielhaus Hellerau wird vom 15. bis 25.10.2014 zum Labor der zeitgenössischen Musik

Konzerte im Festspielhaus Hellerau

Klanginstallationen und Instrumentalskulpturen verwandeln das Festspielhaus während der gesamten Festivalzeit in ein Klanghaus. © Stephan Floß

Konzerte im großen Saal waehrend der Tonlage 2014

Großer Saal © PeterFiebig

Tonlage 2014 im Ostfluegel

Festspielgelände Ostflügel © Peter Fiebig

Von: GFDK - HELLERAU

Der Festivalschwerpunkt When things are hopping – neue Instrumente, neue Klänge stellt sowohl in Konzerten und Performances als auch mit Installationen die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Musikinstrumente vor. Der zweite Themenschwerpunkt New Sounds from the Far East widmet sich aktuellen musikalischen Trends in Asien und stellt einige der aufregendsten Musiker und Kompositionen aus der Großregion vor. Mit dabei sind u. a. das Ensemble Musikfabrik, Klangforum Wien, MDR Sinfonieorchester, Mercan Dede, Kurt Biedenkopf, Harry Lehmann, Mivos Quartet, Red Note Ensemble, u. v. m.

Mit 18 Uraufführungen und 16 Deutschen Erstaufführungen, Künstlern aus China, Frankreich, Indonesien, Schottland, Kanada, Belgien, Norwegen, Österreich, der Schweiz, Ungarn, Taiwan, der Türkei, den USA und natürlich aus Deutschland unterstreicht TONLAGEN erneut den Anspruch, das wichtigste zeitgenössische Musikfestival Ostdeutschlands zu sein.

Festival in Deutschland

Im Mittelpunkt des diesjährigen Festivals stehen außergewöhnliche Musikinstrumente und die Frage, wie sie entstehen, woher die Impulse zu ihrer Neu- oder Weiterentwicklung kommen und vor allem, wie sie klingen. Im Festivalschwerpunkt When things are hopping – neue Instrumente, neue Klänge stellt TONLAGEN die Akteure vor: Erfinder, Spieler und Komponisten auf der Suche nach Erweiterungen der klanglichen, harmonischen, melodischen und rhythmischen Mittel und Formen:

Mit seinem Folkofon, einem selbstentwickelten Video-Keyboard, komponiert der norwegische Musiker Ole Hamre zur Festivaleröffnung eine Hommage an die Stadt Dresden und ihre Bewohner. Sufi-Trance-Musiker Mercan Dede bringt nicht nur seine Band Istanbul Tribe mit nach HELLERAU, sondern auch die Aqua Drum, eine erst kürzlich entwickelte stimmbare Handtrommel. Das Bambuso Sonoro besteht aus unzähligen Bambusflöten. Im FEATURE RING bringt sein Erfinder Hans van Koolwijk das Rieseninstrument zum Klingen. Zwei neue Bassinstrumente der Holzbläserfamilie, das Lupophon und das Kontraforte, inspirierten junge sächsische Komponisten zu neuen Werken. Das Ensemble Musikfabrik lässt mit der Animationsfilmperformance A Tribute to Krazy Kat oder When Love Hurts nicht nur die Cartoonhelden der 1920er Jahre wieder aufleben, sondern bringt auch das einzigartige Instrumentarium von Harry Partch, dem Visionär und Begründer der Just-Intonation-Bewegung, mit nach HELLERAU. Das Klangforum Wien holt Kompositionen des italienischen Exzentrikers Giacinto Scelsi samt seinem Arbeitsinstrument, der Ondiola – eine Frühform des Synthesizers – für einen achtstündigen Klangrausch als kulinarisch begleitetes Symposion ins Festspielhaus.

Klanginstallationen und Instrumentalskulpturen von Martin Messier, Jean-François La- porte, Jan Heinke, Hans van Koolwijk, Alwin Weber und Ulrike Gärtner verwandeln das Festspielhaus während der gesamten Festivalzeit in ein Klanghaus.

Festival in Dresden

Der zweite Festivalschwerpunkt New Sounds from the Far East richtet den Blick nach Osten. Die Boomtowns Ostasiens, die uns Europäer mit ihrer rasanten Wandlungsfähigkeit in Erstaunen versetzen, sind nicht nur Brennpunkte gesellschaftlicher Entwicklung, sondern auch Hotspots künstlerischer Innovationen. TONLAGEN hat einige der aufregendsten Komponisten, Musiker und Bands eingeladen und stellt die aktuellen musikalischen Trends der Großregion vor.

Zur Festivaleröffnung dirigiert Kristjan Järvi das MDR Sinfonieorchester zu Kompositionen von Xiao Ying, Kalevi Aho, Michael Gordon und Ye Yanchen, inspiriert vom Reich der Mitte. Aus Hongkong ist Samson Young zu Gast. Gemeinsam mit dem New Yorker Mivos Quartet dekonstruiert er die Königsgattung europäischer Instrumentalmusik in der Uraufführung von Anatomy of a String Quartet.

Das audiovisuelle Konzert Mega Cities, Mega Sounds stellt eigenwillige, absolut hörenswerte musikalische Trends aus den Metropolen Ostasiens vor, die bisher noch kaum in Europa zu erleben sind. GayBird (Hongkong) vereint in Coucou on Mars neue Musikinstrumente mit elektronischen Klängen zu einem audiovisuellen Gesamtkunstwerk; Fujui Wang (Taipeh) zeigt in Hyper Transmission eine Synthese aus Klanglandschaft und visueller Besinnlichkeit; GogoJ (Peking) verknüpft akustische und elektrische Violinenklänge mit Videoaufnahmen verlassener Gebäude; Senyawa (Yogyakarta, Indonesien) verwandeln mit Extended-Voice-Gesang und dem aus einem Bambusspeer entwickelten Bambuwukir traditionelle japanische Musik in atemberaubenden Noise Punk.

Zwei ungewöhnliche Musiktheaterinszenierungen gehören zum Festival: In Patrick Franks Diskurskonzert Wir sind außergewöhnlich diskutieren der Philosoph Harry Lehmann und der sächsische Ministerpräsident a. D. Kurt Biedenkopf über die Massenkultur des Außengewöhnlichen; François Sarhans Lâchez tout! mit dem schottischen Red Note Ensemble ist ein dadaistisches Filmkonzert zwischen Kriminalgeschichte und philosophischer Tragikomödie.
Ein Doppelkonzert des Freiburger ensemble recherche stellt aktuelle Tendenzen heutigen Komponierens vor. Das Kammerkonzert Sturm und Ruhe in Kooperation mit dem Sächsischen Musikbund bewegt sich zwischen Polen extremer Ruhe und heftigen emotionalen Ausbrüchen. Filme und Diskussionsrunden ergänzen das Festival.



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