08.08.2012 07:10 Do 23. August 2012 Haydn-Festival

POSTHUMES GIPFELTREFFEN - Bach und Haydn, Martin Stadtfeld schafft es über sein inniges und dann wieder feuriges Spiel, sie zu verbinden

Martin Stadtfeld (c) Uwe Arens

Von: Verena Düren

Als Johann Sebastian Bach 1750 starb, war Joseph Haydn 18 Jahre alt, beide hätten sich also treffen können. Wäre Bach etwa zehn Jahre älter geworden, hätte er es noch gut mitbekommen können, wie Haydn schon in jungen Jahren europaweit berühmt wurde. Umgekehrt dürfte Haydn bereits in jungen Jahren zumindest Klavierwerke Bachs gekannt (und bewundert) haben.


Gegen Ende seines Lebens konnte er noch erleben, wie die Wiederentdeckung der Vokalwerke Bachs einsetzte. 1799 wurde ein Kupferstich veröffentlicht, auf dem die damals bekanntesten deutschen Komponisten im Bild einer Sonne dargestellt sind. Das Zentrum dieser Sonne bildet Johann Sebastian Bach.

Als man Haydn – der mit Georg Friedrich Händel und Carl Friedrich Graun im innersten Strahlenkranz um Bach abgebildet ist – dieses Bild zeigte, war er sehr zufrieden damit, dass man Bach ins Zentrum gesetzt hatte als denjenigen „von welchem alle musikalische Weisheit ausgehe“. Haydn verehrte Bach als den Meister des Kontrapunkts, wenn er auch nicht allzu viele Werke von ihm gekannt haben dürfte.

Immerhin fanden sich in seinem Nachlass eine Abschrift der h-Moll-Messe und Drucke der Motetten sowie des „Wohltemperierten Klaviers“. Die Orchestersuiten (die man nach dem Eingangssatz oft irreführend „Ouvertüren“
nennt) und Klavierkonzerte Bachs kann Haydn nicht gekannt haben, da sie kaum verbreitet waren. Doch auch wenn es hier keine direkte Entwicklungslinie gibt, lohnt es doch, verwandte Werke nebeneinander zu stellen:

Die Orchestersuite h-Moll BWV 1067 mit ihren hinreißend virtuosen Flötenpassagen und Haydns d-Moll Sinfonie Hob. I:80 von 1784. Von Suite und Sinfonieeingerahmt werden die wohl bekanntesten Klavierkonzerte von Bach und Haydn. Das d- Moll-Konzert BWV 1052 spiegelt Bachs intensive Beschäftigung mit dem barocken Concerto- Prinzip wider.

Haydns Klavierkonzert D-Dur Hob. XVIII:11 ist vor allem durch den folkloristischen, mitreißenden Schlusssatz, ein „Rondo all’Ungarese“, also über ein Thema im Stil ungarischer Zigeunerkapellen, populär geworden. Wie nah oder fern sich die beiden Komponisten auch stehen – der mehrfache ECHO-Preisträger Martin Stadtfeld schafft es über sein inniges und dann wieder feuriges Spiel, sie zu verbinden.

Do 23. August Haydn-Festival
20 Uhr | Schloss Augustusburg, Treppenhaus


Preise C: 47 / 37 / 32 / 23 / 14 / 9 €


POSTHUMES GIPFELTREFFEN
Johann Sebastian Bach Orchestersuite h-Moll BWV 1067
Johann Sebastian Bach Konzert d-Moll BWV 1052 für Klavier und Orchester
Joseph Haydn Konzert D-Dur Hob. XVIII:11 für Klavier und Orchester
Joseph Haydn Sinfonie d-Moll Hob. I:80
Martin Stadtfeld, Klavier | Kölner Kammerorchester | Christian Ludwig

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