27.10.2016 07:30 mal sanft, mal swingend, mal flüsternd

Musik, Kabarett und Lesungen: Voices – Das Festival der Stimmen in Ratingen

A-Capella-Maedels medlz aus Sachsen

Musiker, Kabarettisten und Autoren erheben vier Tage lang ihre Stimme in Ratingen - mal sanft, mal swingend, mal flüsternd, mal warnend. Medlz, Fotos (c) Veranstalter

Maren Kroymann, beruehmte Schauspielerin, Saengerin und Kabarettistin

Maren Kroymann

Lebangbang

Lebangbang

Von: GFDK - Jörg Schwarz

Seit 2008 lockt Voices – Das Festival der Stimmen zahlreiche Besucher ins Stadttheater Ratingen am Europaring 9, wo Musiker, Kabarettisten und Autoren vier Tage lang ihre Stimme erheben - mal sanft, mal swingend, mal flüsternd, mal warnend.

Peter Baumgärtner, der künstlerische Leiter der Veranstaltung, betont: „Wir setzen seit acht Jahren auf eine Mischung aus jungen Talenten, Newcomern, Geheimtipps und etablierten Künstlern unter besonderer Berücksichtigung ihrer stimmlichen Klangfarben.“ Das ist auch bei der 8. Auflage das Rezept des beliebten Festivals:

Voices - Konzert, Kabarett und Lesungen

So präsentiert die Schauspielerin, Sängerin und Kabarettistin Maren Kroymann ihr aktuelles Bühnenprogramm „In My Sixties“. Außerdem darf sich das Publikum auf Jazz u.a. von Musiklegende Greetje Kauffeld, schweißtreibende Worldmusic aus Südafrika, mitreißenden A-Capella-Sound der „medlz“ aus Sachsen und ein Plädoyer für heitere Gelassenheit des Benediktinerpaters Anselm Grün freuen.

Donnerstag, 3. November 2016 – In My Sixties – 50 Jahre Pubertät
Die achte Auflage von Voices startet am Donnerstag, dem 3. November 2016, um 20 Uhr mit einer nostalgischen Zeitreise der besonderen Art: Maren Kroymann, berühmte Schauspielerin, Sängerin und Kabarettistin, präsentiert anlässlich ihres Jubiläums „50 Jahre Pubertät” (O-Ton) gemeinsam mit der Jo Roloff Band ihr aktuelles Bühnenprogramm „In My Sixties“. Lustvoll und geistreich erinnert sich die Sängerin an den Soundtrack ihrer Jugend und fördert musikalische Edelsteine zutage, die ihr Leben beeinflusst haben. „Man ist als Kind und in der Pubertät am empfindungsfähigsten. Schlager sind immer Entwicklungshelfer.

Nur in diesem Alter treffen sie einen bis ins Herz“, sagte Maren Kroymann der „FAZ“. Erstes sexuelles Begehren, der Wunsch nach Leichtigkeit, die Hoffnung auf eine Befreiung aus den verklemmt-rigiden Moralvorstellungen der Elterngeneration – die Musik der „Swinging Sixties” versprachen ein Leben, das bunter, wilder und schöner war. Bei ihren bisherigen Auftritten wurden Kroymann und die Jo Roloff Band vom Publikum auf Händen getragen. Auch die Resonanz der Presse war überwältigend. So schwärmte etwa die „Frankfurter Rundschau“: „Es gibt keine schönere Art, die eigene Sozialisation im Musikbereich zu reflektieren, als die scharfsinnige wie professionelle Show der Fernsehdiva Maren Kroymann zu genießen. Ein absolutes Highlight!”
Maren Kroymann (voc), Johannes Roloff / Matthias Binner (p), Jürgen Schäfer / HD Lorenz (b), Ralf Lehmann (g), Immo Hoffmann/ Marcin Lonak (dr)

Freitag, 4. November 2016 - Ladies in Jazz
Zwei großartige „Ladies in Jazz“ betreten am Freitagabend die Bühne des Stadttheaters: Barbara Barth wurde erst während des Studiums der Psychologie klar, dass es eigentlich die Leidenschaft zur Musik ist, der sie nachgehen will und studierte folgerichtig Jazzgesang an der Folkwang Universität in Essen. Das Ergebnis ist „This is...“, das abwechslungsreiche Debüt einer jungen Sängerin, die durch ihre Stimme und ihre Kompositionen die Vielfalt des Lebens widerspiegelt.

Ab 20 Uhr präsentiert sie gefühlvoll, manchmal wild improvisierend, ihre Songs. „Hellwach und mit glasklarer, junger Stimme interpretiert ihr Gesang jede Textphrase und jedes Wort." schrieb Stefan Pieper für „nrwjazz.net“, und die Fachzeitschrift „JAZZPODIUM“ konstatierte: „Man sollte diese handwerklich exzellente Sängerin, die hörbar wirklich Lust hat, Geschichten zu erzählen, auf die Merkliste setzten." Also: Aufgemerkt!
Barbara Barth (voc), Florian Boos (ts), Manuel Krass (p), Philipp Klahn (dr), Moritz Götzen (b)

Schon als kleines Mädchen saß sie gebannt vor dem Radio, imitierte die Lieder von Doris Day und Frank Sinatra und wusste ganz sicher: „Ich werde Sängerin." Gedacht – gemacht! Greetje Kauffeld, Musiklegende aus den Niederlanden, gestaltet ab 21.30 Uhr den zweiten Teil des Abends. Nach ihren großen Erfolgen als Schlagersängerin in den 60er Jahren wechselte sie später zum Jazz. Sie veröffentlichte zahlreiche, teils legendäre, Alben und begeisterte ihr Publikum bei mitreißenden Konzerten. Begleitet wird die 76-jährige Jazzlady von einem exquisiten Trio um den Schlagzeuger Peter Baumgärtner. Wir freuen uns auf einen mitunter lyrischen, dann wieder expressiven, aber auch überaus coolen Abend.
Greetje Kauffeld (voc),Thomas Rückert (p), Martin Gjakonovski (b), Peter Baumgärtner (dr)

Samstag, 5. November – Vocal Night
Die „Vocal Night“, traditionell das Herzstück von Voices, beginnt um 19.30 Uhr mit einem Bandprojekt, das Kulturen verbindet und Musikern neue musikalische Horizonte ermöglicht: Seba Kaapstad – Tagore’s kombiniert schwäbische Gründlichkeit mit koreanischer Zurückhaltung, rheinischem Humor und südafrikanischer Gelassenheit – das musikalische Ergebnis ist ein genialer urbaner Multikulti-Mix aus Rhythm ’n’ Blues, Hip-Hop, Soul und Jazz. Die südafrikanische Sängerin Zoe Modiga, die mit gerade einmal 21 Jahren schon etliche Wettbewerbe gewonnen hat, und der Sänger Ndumiso Manana aus Swasiland begeistern gemeinsam mit Franziska Schuster, der Schwester des Bassisten und Bandleaders Sebastian Schuster, durch eindringliche Melodien und hervorragend abgestimmte Vokalpassagen. Pianist  Gee Hye Lee, gebürtig aus Südkorea, mittlerweile sesshaft in Stuttgart, und der in Köln lebende Thomas Wörle an den Drums und Electronics ergänzen die Band kongenial.
Zoe Modiga (voc)Voice, Franziska Schuster (voc), Ndumiso Manana (voc),
Gee Hye Lee (p), Thomas Wörle (dr/electronics), Sebastian Schuster (b)

„Ein echter Knaller. Bang!“, begeisterte sich der Bayerische Rundfunk für ein Duo, das ab 20.45 Uhr ein mehr als aufregendes Konzerterlebnis verspricht: Das Projekt LE BANG BANG von Sängerin Stefanie Boltz und Kontrabassist Sven Faller führt ein hochmusikalisches Zwiegespräch ohne stilistische Vorbehalte. Klassiker von Billie Holiday oder Duke Ellington stehen da neben Pop-Hymnen von Wham, Lenny Kravitz, Aretha Franklin oder Nirvana. Sven Faller & Stefanie Boltz erschaffen aus allen Einflüssen, die ihr musikalisches Herz bewegen, eine ganz eigene Musikwelt. Stefanie Boltz  haucht, flüstert, improvisiert mit Text und Sounds.

Sven Faller verwandelt den Bass in ein Orchester, trommelt virtuos, streicht elegisch oder verwendet elektronische Effektgeräte. Verblüffend schnell wechselt er zwischen groovendem Fundament und lyrisch-melodischem Kontrapunkt. Selbst vielfach gehörte Klassiker klingen bei LE BANG BANG so, als seien sie gerade entstanden. „Frech und unkonventionell. Virtuos und ideenreich. Einfach genial!“ („JAZZPODIUM“).
Stefanie Boltz (voc), Sven Faller (b)


Ein ebenso stimmungsvoller wie amüsanter Trip durch 200 Jahre Musikgeschichte erwartet die Zuhörer um 22 Uhr, wenn die „medlz“ aus Sachsen ihr Programm „Von Mozart bis Mercury“ zu Gehör bringe. Sabine Kaufmann, Nelly Palmowske, Silvana Mehnert und Maria Heinig sangen schon gemeinsam im Philharmonischen Kinderchor Dresden und sind heute eine der erfolgreichsten A-Capella-Bands in Deutschland. Wenn ihre glasklaren Stimmen Mozarts „Ave Verum“ anstimmen, ist man tief berührt.

Ihr Repertoire reicht von Mozart über Lieder von Marlene Dietrich und Chansons von Edith Piaf bis hin zu Rocksongs von Queen.  Doch die vier ostdeutschen Ladies können noch viel mehr als „nur“ wunderschön singen: Ihr äußerst amüsantes „Neue Deutsche Welle-Medley“ in sächsischem Dialekt gehört zweifellos zu den Höhepunkten des Programms. Sabine Kaufmann (voc), Nelly Palmowske (voc), Silvana Mehnert (voc), Maria Heinig (voc)

Sonntag, 6. November – Plädoyer für heitere Gelassenheit
Unverzagt sein, über Grenzen gehen und dem Leben mit Fröhlichkeit begegnen – in seinem Vortrag „Versäume nicht dein Leben" - Beginn: 18 Uhr - macht Anselm Grün Mut, mehr zu wagen und Entscheidungen zu treffen. Wir sollten die eigenen Grenzen nicht zu eng stecken und innerlich lebendig bleiben, um zu erfahren, wozu wir fähig sind, so das Credo des Benediktinerpaters. „In letzter Zeit begegne ich in Gesprächen Menschen jeden Alters, die ihr Leben versäumen.

Junge Menschen meinen, etwas zu verpassen, wenn sie nicht alles mitmachen. Menschen in der Lebensmitte machen oft den Eindruck: Ich bin stolz auf das, was ich geschaffen habe, jetzt darf ich mich endlich einmal ausruhen. Alte Menschen dagegen kommen zu mir und sagen: Ich habe nie gelebt. Sie betrauern ihr ungelebtes Leben.", sagt Anselm Grün, einer der meistgelesenen deutschen Autoren der Gegenwart. Seine Bücher haben eine Gesamtauflage von über 15 Millionen Exemplaren und wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Mit seiner Weisheit, Spiritualität, heiteren Gelassenheit und menschlichen Wärme gewinnt Anselm Grün die Herzen und den Verstand der Zuhörer auf Anhieb.

„Voices – das Festival der Stimmen“ wird realisiert von der Stadt Ratingen in Kooperation mit der Agentur „Sensitive Colours“, vertreten durch Peter Baumgärtner und Uwe Muth, finanziert mit städtischen Mitteln und Sponsorpartnern.

Tickets gibt’s unter der Rufnummer 02102/550 4104 /4105 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.