20.09.2016 13:06 die mischung macht´s

Konzerte - Kabarett - Lesungen: Voices, Festival der Stimmen

Kuenstlerin Barbara Barth

Die Macher von Voices, Festival der Stimmen setzen seit Jahren auf eine Mischung aus jungen Talenten, Newcomern, Geheimtipps und etablierten Künstlern. Barbara Barth (c) Laura Carbone

Kuenstlerin Greetje Kauffeld

Greetje Kauffeld (c) Zbyszek Lewandowski

Von: GFDK - Jörg Schwarz

Seit 2008 lockt „Voices – Das Festival der Stimmen“ zahlreiche Besucher ins Stadttheater Ratingen, Europaring 9, bei dem Musiker, Kabarettisten, Philosophen und Autoren vier Tage lang ihre Stimme erheben - mal sanft, mal swingend, mal flüsternd, mal warnend.

Peter Baumgärtner, der künstlerische Leiter der Veranstaltung, betont: „Unser künstlerisches Konzept hat sich bewährt. Wir setzen seit acht Jahren auf eine Mischung aus jungen Talenten, Newcomern, Geheimtipps und etablierten Künstlern unter besonderer Berücksichtigung ihrer stimmlichen Klangfarben.“

Donnerstag, 3. November 2016: „In My Sixties“ – 50 Jahre Pubertät

Die achte Auflage von „Voices“ startet am Donnerstag, den 3. November, um 20 Uhr mit einer nostalgischen Zeitreise der besonderen Art: Maren Kroymann, berühmte Schauspielerin, Sängerin und Kabarettistin, präsentiert anlässlich ihres Jubiläums „50 Jahre Pubertät” (O-Ton) gemeinsam mit Band ihr aktuelles Bühnenprogramm „In My Sixties“. Lustvoll und geistreich erinnert sich die Sängerin an den Soundtrack ihrer Jugend und fördert musikalische Edelsteine zutage, die ihr Leben beeinflusst haben. „Man ist als Kind und in der Pubertät am empfindungsfähigsten.

Schlager sind immer Entwicklungshelfer. Nur in diesem Alter treffen sie einen bis ins Herz“, sagte Maren Kroymann der „FAZ“. Erstes sexuelles Begehren, der Wunsch nach Leichtigkeit, die Hoffnung auf eine Befreiung aus den verklemmt-rigiden Moralvorstellungen der Elterngeneration – die Musik der „Swinging Sixties” versprachen ein Leben, das bunter, wilder und schöner war. Bei ihren bisherigen Auftritten wurden Kroymann und ihre Musiker vom Publikum auf Händen getragen. Auch die Resonanz der Presse war überwältigend. So schwärmte etwa die „Frankfurter Rundschau“: „Es gibt keine schönere Art, die eigene Sozialisation im Musikbereich zu reflektieren, als die scharfsinnige wie professionelle Show der Fernsehdiva Maren Kroymann zu genießen. Ein absolutes Highlight!” 

Maren Kroymann (voc), Matthias Binner (p), HD Lorenz (b), Ralf Lehmann (g), Marcin Lonak (dr)

Freitag, 4. November 2016: „Ladies in Jazz“

Zwei großartige „Ladies in Jazz“ betreten am Freitagabend die Bühne des Stadttheaters: Barbara Barth wurde erst während des Studiums der Psychologie klar, dass es eigentlich die Leidenschaft zur Musik ist, der sie nachgehen will und studierte folgerichtig Jazzgesang an der Folkwang Universität in Essen. Das Ergebnis ist „This is...“, das abwechslungsreiche Debüt einer jungen Sängerin, die durch ihre Stimme und ihre Kompositionen die Vielfalt des Lebens widerspiegelt.

Ab 20 Uhr präsentiert sie gefühlvoll, manchmal wild improvisierend ihre Songs. „Hellwach und mit glasklarer, junger Stimme interpretiert ihr Gesang jede Textphrase und jedes Wort." schrieb Stefan Pieper für„nrwjazz.net“, und die Fachzeitschrift „Jazzpodium“ konstatierte: „Man sollte diese handwerklich exzellente Sängerin, die hörbar wirklich Lust hat, Geschichten zu erzählen, auf die Merkliste setzen." Also: Aufgemerkt!

Barbara Barth (voc), Florian Boos (ts), Manuel Krass (p), Philipp Klahn (dr), Moritz Götzen (b)

Schon als kleines Mädchen saß sie gebannt vor dem Radio, imitierte die Lieder von Doris Day und Frank Sinatra und wusste ganz sicher: „Ich werde Sängerin." Gedacht – gemacht! Greetje Kauffeld, Musiklegende aus den Niederlanden, gestaltet ab 21.30 Uhr den zweiten Teil des Abends. Nach ihren großen Erfolgen als Schlagersängerin in den 60er Jahren wechselte sie später zum Jazz. Sie veröffentlichte zahlreiche, teils legendäre Alben und begeisterte ihr Publikum bei mitreißenden Konzerten. Begleitet wird die 76-jährige Jazzlady von einem exquisiten Trio um den Schlagzeuger Peter Baumgärtner. Die Besucher können sich auf einen mitunter lyrischen, dann wieder expressiven, aber auch überaus coolen Abend freuen.

Greetje Kauffeld (voc),Thomas Rückert(p), Martin Gjakonovski (b), Peter Baumgärtner (dr)

Samstag, 5. November: „Vocal Night“

Die „Vocal Night“, traditionell das Herzstück des „Voices“-Festivals, beginnt um 19.30 Uhr mit einem Bandprojekt, das Kulturen verbindet und Musikern neue musikalische Horizonte ermöglicht: Seba Kaapstad kombiniert schwäbische Gründlichkeit mit koreanischer Zurückhaltung, rheinischem Humor und südafrikanischer Gelassenheit. Das musikalische Ergebnis ist ein genialer urbaner Multikulti-Mix aus Rhythm ’n’ Blues, HipHop, Soul und Jazz.

Die südafrikanische Sängerin Zoe Modiga, die mit gerade einmal 21 Jahren schon etliche Wettbewerbe gewonnen hat, und der Sänger Ndumiso Manana aus Swasiland begeistern gemeinsam mit Franziska Schuster, der Schwester des Bassisten und Bandleaders Sebastian Schuster, durch eindringliche Melodien und hervorragend abgestimmte Vokalpassagen. Pianist Gee Hye Lee, gebürtig aus Südkorea, mittlerweile sesshaft in Stuttgart, und der in Köln lebende Thomas Wörle an den Drums und Electronics ergänzen die Band kongenial.

Zoe Modiga (voc)Voice, Franziska Schuster (voc), NdumisoManana (voc), Gee Hye Lee (p), Thomas Wörle (dr/electronics), Sebastian Schuster (b)

„Ein echter Knaller. Bang!“, begeisterte sich der Bayerische Rundfunk für ein Duo, das ab 20.45 Uhr ein mehr als aufregendes Konzerterlebnis verspricht: Das Projekt „Le Bang Bang“ von Sängerin Stefanie Boltz und Kontrabassist Sven Faller führt ein hochmusikalisches Zwiegespräch ohne stilistische Vorbehalte. Klassiker von Billie Holiday oder Duke Ellington stehen da neben Hymnen von Wham, Lenny Kravitz, Aretha Franklin oder Nirvana.

Sven Faller & Stefanie Boltz erschaffen aus allen Einflüssen, die ihr musikalisches Herz bewegen, eine ganz eigene Musikwelt. Stefanie Boltz  haucht, flüstert, improvisiert mit Text und Sounds. Sven Faller verwandelt den Bass in ein Orchester, trommelt virtuos, streicht elegisch oder verwendet elektronische Effektgeräte. Verblüffend schnell wechselt er zwischen groovendem Fundament und lyrisch-melodischem Kontrapunkt. Selbst vielfach gehörte Klassiker klingen bei Le Bang Bang so, als seien sie gerade entstanden. „Frech und unkonventionell. Virtuos und ideenreich. Einfach genial!“, urteilt die Fachzeitschrift „Jazzpodium“.

Stefanie Boltz (voc), Sven Faller (b)

Ein ebenso stimmungsvoller wie amüsanter Trip durch 200 Jahre Musikgeschichte erwartet die Zuhörer um 22 Uhr, wenn die „medlz“ ihr Programm „Von Mozart bis Mercury“ zu Gehör bringen. Sabine Kaufmann, Nelly Palmowske, Silvana Mehnert und Maria Heinig sangen schon gemeinsam im Philharmonischen Kinderchor Dresden und sind heute eine der erfolgreichsten A-Cappella-Bands in Deutschland. Wenn ihre glasklaren Stimmen Mozarts „Ave Verum“ anstimmen, ist man tief berührt.

Ihr Repertoire reicht von Mozart über Lieder von Marlene Dietrich und Chansons von Edith Piaf bis hin zu Rocksongs von Queen. Doch die vier ostdeutschen Ladies können noch viel mehr als „nur“ wunderschön singen: Ihr äußerst amüsantes „Neue Deutsche Welle-Medley“ in sächsischem Dialekt gehört zweifellos zu den Höhepunkten des Programms.

Sabine Kaufmann (voc), Nelly Palmowske (voc), Silvana Mehnert (voc), Maria Heinig (voc)

Sonntag, 6. November: Plädoyer für heitere Gelassenheit

Unverzagt sein, über Grenzen gehen und dem Leben mit Fröhlichkeit begegnen – in seinem Vortrag „Versäume nicht dein Leben", der um 18 Uhr beginnt, macht Anselm Grün Mut, mehr zu wagen und Entscheidungen zu treffen. Wir sollten die eigenen Grenzen nicht zu eng stecken und innerlich lebendig bleiben, um zu erfahren, wozu wir fähig sind – so das Credo des Benediktinerpaters.

„In letzter Zeit begegne ich in Gesprächen Menschen jeden Alters, die ihr Leben versäumen. Junge Menschen meinen, etwas zu verpassen, wenn sie nicht alles mitmachen. Menschen in der Lebensmitte machen oft den Eindruck: Ich bin stolz auf das, was ich geschaffen habe, jetzt darf ich mich endlich einmal ausruhen. Alte Menschen dagegen kommen zu mir und sagen: Ich habe nie gelebt. Sie betrauern ihr ungelebtes Leben.", sagt Anselm Grün, einer der meistgelesenen deutschen Autoren der Gegenwart.

Seine Bücher haben eine Gesamtauflage von über 15 Millionen Exemplaren und wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Mit seiner Weisheit, Spiritualität, heiteren Gelassenheit und menschlichen Wärme gewinnt Anselm Grün die Herzen und den Verstand der Zuhörer auf Anhieb.

Eintrittskarten gibt es im Amt für Kultur und Tourismus, Minoritenstraße 3a, und bei allen bekannten Vorverkaufsstellen. Telefonische Reservierungen nimmt das Kulturamt unter 02102/550-4104 und -4105 entgegen. Der Festivalpass für alle vier Veranstaltungsabende ist zum Preis von 50,- Euro ausschließlich im Kulturamt erhältlich.

„Voices – das Festival der Stimmen“ wird realisiert von der Stadt Ratingen in Kooperation mit der Agentur „Sensitive Colours“, vertreten durch Peter Baumgärtner und Uwe Muth, finanziert mit städtischen Mitteln und Sponsorpartnern.

 

Pressekontakt: :

Jörg Schwarz, Mail: Schwarz20@t-online.de

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