27.11.2012 08:15 01. Dezember 2012, 19 Uhr

Konzert Klassik: Thomas Hengelbrock mit dem Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble im Festspielhaus Baden-Baden - Bachs "Weihnachtsoratorium"

Konzert Klassik: Thomas Hengelbrock mit dem Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble im Festspielhaus Baden-Baden - Bachs "Weihnachtsoratorium"

Thomas Hengelbrock © Gunter Glücklich/Florence Grandidier

Von: GFDK - Festspielhaus Baden-Baden

BADEN-BADEN – Viele Komponisten – auch prominente, wie Liszt, Saint-Saëns oder Schütz – haben Weihnachtsoratorien geschrieben. Aber nur einer hat „Das Weihnachtsoratorium“ geschrieben. Johann Sebastian Bach hat 1734 in Leipzig ein Werk für die Ewigkeit komponiert. Genau das wird am Samstag, den 1. Dezember 2012 um 19 Uhr, endlich auch Thomas Hengelbrock in Baden-Baden beweisen.

Worauf alle gewartet haben
Seit zwölf Jahren schon gastiert Thomas Hengelbrock regelmäßig mit dem von ihm gegründeten Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble im Festspielhaus Baden-Baden. Fast genauso lange stehen dabei Werke von Johann Sebastian Bach auf dem Programm. Noch nie aber haben das Ensemble und sein Gründer das Weihnachtsoratorium gegeben. Dieses Jahr ist es endlich soweit: Thomas Hengelbrock bringt mit dem Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble am Vorabend des 1. Adventssonntags Bachs Weihnachtsoratorium auf die Bühne des Festspielhauses. Und wer Thomas Hengelbrock und „sein“ Ensemble kennt, der weiß, was das bedeutet. Wenn Oratorien – so sind sie nämlich entstanden – Opern ohne Inszenierung sind, dann sorgt der engagierte Dirigent dafür, dass die beschriebenen Szenen nicht minder lebendig erscheinen; allein durch die Musik. Dafür steht auch Thomas Michael Allen. Der amerikanische Tenor ist spezialisiert auf den Evangelisten in Bachs Passionen, aber auch im Weihnachtsoratorium – ein Part, den Allen auch in Baden-Baden übernimmt. Ebenso routiniert, wie er den Evangelisten übernimmt, arbeitet der Sänger aus Chicago auch mit großen Dirigenten zusammen, als habe er nie etwas anderes getan. Er hat bereits mit Simone Young, Helmuth Rilling oder Kurt Masur gemeinsam musiziert. Wenn mit einer so hochkarätigen Besetzung schließlich am 1. Dezember 2012 die Kantaten 1 und 4 bis 6 des Weihnachtsoratoriums erschallen, möchte man mit dem Chor anstimmen: Jauchzet! Frohlocket!

Zum Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble
Thomas Hengelbrock erfüllte sich 1991 einen Traum. Er gründete einen Chor, den er nach dem barocken Baumeister Balthasar Neumann benannte. Nicht etwa, weil ihm der alte 50 DM-Schein so gut gefiel, sondern Hengelbrock bewunderte Neumanns architektonische Werke, die von ganzheitlicher Planung geprägt waren. Bau, Malerei, Skulpturen und Gartengestaltung wirken wie aus einem Guss. Dieser Ansatz imponiert Thomas Hengelbrock nach wie vor und in seiner musikalischen Arbeit möchte er genau diesem Anspruch gerecht werden. Eine historisch informierte Aufführungspraxis gehört genauso dazu wie ein Einklang von Musik und Aufführungsbedingungen. Dabei widmet sich das Ensemble Werken vom Frühbarock bis zur Moderne. Ihren Schwerpunkt haben Chor und Ensemble in der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, also genau im Wirkungsbereich von Johann Sebastian Bach. Allein schon deswegen freuen sich viele Anhänger des Balthasar-Neumann-Chors und -Ensembles darauf, das Weihnachtsoratorium endlich von einer der führenden Formationen für diese Musik zu hören.


Zum Werk
Das Weihnachtsoratorium kennt vielfältige Verbindungen – zu früheren Komponisten, die Werke nach ähnlichem Konzept verfasst haben, und zu Werken von Johann Sebastian Bach selbst. Denn Bach war keineswegs verlegen darum, eigene Werke wiederzuverwerten. So finden sich vielfach frühere Versionen von Kantaten des Weihnachtsoratoriums in anderen Kantatenwerken. Sogar weltliche Kantaten sind darunter, wie zum Beispiel die Kantaten „Laßt uns sorgen, laßt uns wachen“ (BWV 213), „Tönet, ihr Pauken! Erschallet Trompeten!“ (BWV 214) und „Preise dein Glücke, gesegnetes Sachsen“ (BWV 215). Das ist nicht untypisch. Gelungene Kantaten aus dem weltlichen Bereich hat Johann Sebastian Bach gerne für geistliche Zwecke wiederverwendet. Im Weihnachtsoratorium jedoch sind es besonders viele.


Überhaupt ist das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach ein Werk, das allein aufgrund seiner Ausdehnung viele Aspekte seines kompositorischen Schaffens ausleuchtet. Aufgeführt werden sollte es an insgesamt sechs Tagen: Drei Teile am 1. bis 3. Weihnachtsfeiertag – ja, damals wurden drei Weihnachtsfeiertage gefeiert – sowie je ein Teil an Neujahr, am ersten Sonntag des neuen Jahres und an Epiphanias, dem Dreikönigstag. So hatte Bach viel Fläche auf der er sich kompositorisch austoben konnte. Die Geschichten des Evangeliums erzählt er dabei meist in Rezitativen, während er mit Arien einzelne Szenen musikalisch ausschmückt. Zum Beispiel die Szene der Hirten am Stall in der Arie „Frohe Hirten“, aber auch ein theologischer Gedanke, wie das Spenden von Heil und Trost durch die Geburt des Heilands, kann mit Arien illustriert werden. Außerdem treten natürlich zahlreiche Chöre in Erscheinung. Als Repräsentation einer Menschenmenge in der Geschichte, als Brücke zum Gemeindegesang oder natürlich als Kommentar, der außerhalb der Geschichte steht. Vor allem in solchen Kommentaren zeigt Bach sein ganzes Können in Sachen eleganter polyphoner Stimmführung.


Das Autograph von Johann Sebastian Bachs Werk aus seiner Leipziger Hauptschöpfungsphase erbte sein Sohn Carl Philipp Emanuel und kam später an Carl Friedrich Zelter, der ihm mit der Sing-Akademie zu Berlin neue Popularität verliehen hat. Heute ist es im Besitz der Staatsbibliothek zu Berlin.

 

Sa., 1. Dezember 2012
Thomas Hengelbrock mit dem Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble: Weihnachtsoratorium
Samstag, 1. Dezember 2012, 19 Uhr

Thomas Hengelbrock mit dem Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble
Weihnachtsoratorium, Kantaten 1 und 4 bis 6

Eintrittskarten und weitere Informationen: 07221 / 30 13 101

 

 

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