20.01.2013 08:18 Ein Wiederfinden der bedeutendsten Klarinettentrios

Konzert Klassik: Das 5. Kammerkonzert mit dem Trio Ritrovo am 21.01.13 im Staatstheater Kassel

Konzert Klassik: Das 5. Kammerkonzert mit dem Trio Ritrovo am 21.01.13 im Staatstheater Kassel

Wolfram Geiss, Tetsuo Hirosawa und Christian Petersen (v.l.)

Von: GFDK - Juliane Clobes

Schon vor rund 30 Jahren haben der Solo-Klarinettist des Staatsorchesters Kassel Tetsuo Hirosawa und der Solo-Cellist Wolfram Geiss in Trio-Konstellation miteinander musiziert, damals mit Jeanpierre Faber am Klavier. Jetzt haben sie sich als „Trio Ritrovo“ erneut für ein Kammerkonzert zusammengefunden, diesmal  mit dem Pianisten Christian Petersen, der als Dozent an der Musikakademie lehrt.

„Ritrovo“, das heißt auch so viel wie „Wiederfinden“ oder „Wiederaufnahme“, denn auf dem Programm stehen wie damals die beiden wohl bedeutendsten Klarinettentrios: Beethovens Trio B-Dur op. 11, das „Gassenhauertrio“, und Brahms‘ Trio a-Moll op. 114. Christian Petersen und Wolfram Geiss werden außerdem Beethovens A-Dur-Sonate op. 69 für Violoncello und Klavier spielen.

Von Beethoven wird gesagt, er habe sein Leben lang fast ausschließlich Sonaten komponiert, weil die überwiegende Mehrzahl seiner Kammermusikwerke dem klassischen viersätzigen Standardmodell folgt. Umso erstaunlicher ist es, wie vielgestaltig und abwechslungsreich dieses grandiose Lebenswerk sich ausnimmt. In der Sonate A-Dur op. 69 für Violoncello und Klavier behandelt Beethoven die beiden Instrumente als ebenbürtige Partner und setzt den kantablen Farbenreichtum aller Lagen des Cellos ebenso geschickt ein wie seine konzertant-virtuosen Möglichkeiten. Sein Trio B-Dur, auch „Gassenhauertrio“ genannt, kennzeichnet ein liebenswürdiger, spielerischer, bisweilen virtuoser Tonfall.

Brahms hatte sein Lebenswerk eigentlich schon für abgeschlossen erklärt, als er im März 1891 den Klarinettisten Richard Mühlfeld hörte und so beeindruckt von dessen Spiel war, dass er wieder zu komponieren begann. „Es ist, als liebten sich die Instrumente“, schrieb ein Brahms-Freund über das so entstandene Klarinettentrio op. 114, in dem sich die samtene Klanglichkeit der Klarinette auf berührend sanfte Weise mit den Farben des Cellos verbindet und weit ausschwingt in kantablen Themen.

Karten für das Kammerkonzert am Montag, 21. Januar, sind erhältlich an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de.

Tetsuo Hirosawa, 1948 in Saitama-Ken, Japan, geboren, studierte Klarinette an der Staatlichen Hochschule für Musik und Bildende Künste in Tokio bei Prof. Risei Kitazume und Prof. Kunio Chiba. 1968 gewann er den 3. Preis beim Wettbewerb der japanischen Rundfunkanstalt NHK und der Zeitung Mainichi.

1971 setzte er sein Studium an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln bei Prof. Franz Klein fort. Von 1973 bis 1974 war er stellvertretender Solo-Klarinettist bei den Stuttgarter Philharmonikern. 1974/1975 kam er zunächst als stellvertretender Solo-Klarinettist ans Staatstheater Kassel, seit 1976 ist er Solo-Klarinettist. Als Mitglied verschiedenster Kammermusik-Ensembles hat er bei vielen Konzerten im In- und Ausland mitgewirkt.

Wolfram Geiss, geboren in Mainz, studierte in Frankfurt, Freiburg und Bloomington (USA), u.a. bei Janos Starker. Er gewann mehrfach den 1. Bundespreis bei Jugend musiziert und wurde 1. Preisträger beim internationalen Wettbewerb Indianapolis und Indiana University. Wolfram Geiss war 1978 Solocellist in Essen. Von 1979 bis 1980 unterrichtete er an der Musikhochschule in Trossingen. Seit 1980 ist er Solo-Cellist am Staatstheater Kassel.

Er wirkte mit bei verschiedenen Festivals und trat als Solist trat er mit Dirigenten wie Adam Fischer, James Lockhard, Hans Wallat, Woldemar Nelsson, Peter Schneider, Roberto Paternostro, Siegfried Heinrich, Marc Piollet auf. Mit seinem in 1978 gegründeten Pallas-Trio gewann er 1980 den 2. Preis in Colmar sowie den ersten Preis in Florenz und 1981 in Paris. CD-Einspielungen folgten mit Trios von Mozart, Mendelssohn, Brahms, Smetana, Spohr, Kiel, Pfitzner u.a.

Sein Ensemble Cellikatessen konnte bei Rundfunkaufnahmen und Konzerten in Dresden, Berlin, Hamburg, Kassel und München ein begeistertes Publikum gewinnen.

Er unterrichtete auf Kursen in Österreich, Schweden, USA und Deutschland, leitet seit 1982 eine Ausbildungsklasse für Violoncello an der Musikakademie der Stadt Kassel und tritt regelmäßig als Solist auf.

Wolfram Geiss spielt ein N.F. Vuillaume-Cello aus dem Jahre 1860.

Christian Petersen begann seine Ausbildung zunächst als Jungstudent an der Musikhochschule in Frankfurt a.M. bei Andreas Meyer-Hermann und setzte sein Studium bei Anatol Ugorski in Detmold fort, wo er 2000 das Konzertexamen mit Auszeichnung ablegte. Wichtige künstlerische Impulse erhielt er außerdem durch Leon Fleisher, Alexis Weissenberg, Hans Leygraf, Renate Kretschmar-Fischer, Jürgen Uhde und Christian Zacharias.

Im Jahr 2000 gewann er den Beethoven Klavierwettbewerb Richard Laugs (Mannheim). Als Solist und Kammermusiker gastierte er u. a. beim Rheingau Musikfestival, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem internationalen Bodensee-Festival und den Mosel-Festwochen.

Seine Einspielung mit Variationswerken von Beethoven, Mendelssohn und Brahms (genuin) wurde als "technisch brillant und an Brendels Präzision und wandlungsfähiges Klangbild heranreichend" gewürdigt (Pianonews).

Seit 2008 leitet er an der Musikakademie kassel eine Hauptfachklasse Klavier.


5. Kammerkonzert: Trio Ritrovo
Werke von Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms

Mit Tetsuo Hirosawa (Klarinette), Wolfram Geiss (Violoncello), Christian Petersen (Klavier)

Montag, 21. Januar, 20 Uhr , Opernfoyer

Ludwig van Beethoven:             Trio B-Dur op. 11 für Klarinette, Violoncello und Klavier, „Gassenhauertrio“
Ludwig van Beethoven:             Sonate A-Dur op. 69 für Violoncello und Klavier
Johannes Brahms:                    Trio a-moll op. 114 für Klarinette, Violoncello und Klavier

 

 

 

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