19.12.2016 07:28 spannendes programm

Klassische Konzerte zwischen Zeche und Royal Opera House

Dirigent Johannes Klumpp

Johannes Klumpps Folkwang Kammerorchester Essen spielt nicht nur in der Villa Hügel des Stahlmagnaten Krupp in Essen, sondern auch auf der Zeche Zollverein. (c) Johannes Klumpp

Von: GFDK - Jantje Röller

Nachdem Johannes Klumpp mit seinem Figaro in Innsbruck „als Sänger-Dirigent par excellence Begeisterung entfachte“, indem er mit dem Orchester höchst präzise Mozarts Feuerflammen entzündete und Liebesglühen zeichnete, kann man nun gespannt sein, wenn er in München beim Orchester des Gärtnerplatztheaters nicht nur mit Così fan tutte in einer weiteren Da-Ponte-Oper im Graben steht. Er wird das Orchester zudem abermals durch ein Konzertprogramm auf dessen Chinatournee leiten.

     
    Gleichzeitig wird  Kevin John Edusei am Konzert Theater Bern seine Interpretation des Figaro zeigen, in der Gewissheit, dass gute Programme und engagierte Arbeit überzeugen. Denn „seine“ Münchner Symphoniker wurden gerade erst als Teil der exzellenten Orchesterlandschaft von der bundesdeutschen Initiative ausgezeichnet. Edusei dankt daher „Politikern, die verstehen, dass Bildung und Kultur eine nationale Identität schaffen. Denn es ist notwendig, zu wissen, wer man ist und was man glaubt, um auf andere zugehen und mit ihnen kommunizieren zu können.“

     
    Die Reflektion eigener Grundlagen steht auch bei einem anderen engagierten Klangkörper u. a. mit der Förderung exzellenter junger Musiker im Fokus. Johannes Klumpps Folkwang Kammerorchester Essen spielt nicht nur in der Villa Hügel des Stahlmagnaten Krupp in Essen, sondern untersucht in der Reihe ExtraKlang mit dem Komponisten Hauschka und jungen Kammermusikern auf der Zeche Zollverein, wie Stahl klingt – um dann in einem weiteren Konzert den Stahlgewittern des ersten Weltkriegs klanglich nachzugehen.

     
    Die Früchte der frühen Förderung kann man insbesondere bei Albina Shagimuratova sehen: Die in der Sowjetunion aufgewachsene Tatarin hatte schon frühzeitig die Möglichkeit, sich intensiv mit Musik auseinanderzusetzen. Zunächst mit Klavierunterricht und im Chor, dann während ihres Gesangsstudiums. Vervollständigt hat sie die Ausbildung mit Praxis in den USA am Houston Opernstudio. Nun wurde sie bei den Londoner Proms als Semiramide gefeiert mit ihrem „wunderbar ausgebildetem farbenreichen Sopran. Eine Stimme auf Netrebko-Niveau, was Atemtechnik, Registerverblendung und Sicherheit in jeder (!) Lage betrifft, der man ohne Vorbehalt nach jahrelanger Reife inzwischen auch nahezu jede Verdi-Partie an ersten Bühnen zutrauen dürfte“ (Opernglas). In der Inszenierung von Graham Vick setzte sie neue Standards als Lucia – und man kann sich jetzt schon auf ihre Interpretation der Aspasia in Mozarts selten aufgeführter Mitridate, re di Ponto am Royal Opera House in London freuen.
     

    Ausgewählte Konzerte im Überblick

    
    23. und 28. Dezember 2016, 19.00 Uhr, Wien, Staatsoper
    Mozart: Die Zauberflöte
    Albina Shagimuratova, Sopran – Königin der Nacht
    Ádám Fischer, Musikalische Leitung
    Patrice Caurier, Regie
    Orchester der Wiener Staatsoper

     
    23. Januar 2017, 19.30 Uhr, Paris, Opéra Bastille
    Mozart: Die Zauberflöte
    Albina Shagimuratova, Sopran – Königin der Nacht
    Henrik Nánási, Musikalische Leitung
    Robert Carsen, Regie
    Orchestre et Chœurs de l'Opéra national de Paris

     
    02., 05. und 09. März 2017, 19.00 Uhr, Wien, Staatsoper
    Mozart: Don Giovanni
    Albina Shagimuratova, Sopran – Donna Anna
    Ádám Fischer, Musikalische Leitung
    Jean-Louis Martinoty, Regie
    Orchester der Wiener Staatsoper

     
    26. und 29. Juni 2017, 18.30 Uhr, London, Royal Opera House
    Mozart: Mitridate, re di Ponto
    Albina Shagimuratova, Sopran – Aspasia
    Christophe Rousset, Musikalische Leitung
    Graham Vick, Regie
    Orchestra of the Royal Opera House

     
    Kevin John Edusei:
    26. November 2016, 19.30 Uhr, Bern, Konzert Theater Bern
    Mozart: Le nozze di Figaro, Neuproduktion
    Kevin John Edusei, Musikalische Leitung
    Markus Bothe, Regie
    Chor Konzert Theater Bern
    Berner Symphonieorchester

     
    Johannes Klumpp:
    19. November 2016, 19.00 Uhr, Innsbruck, Tiroler Landestheater
     Mozart: Le nozze di Figaro, Neuproduktion
    Johannes Klumpp, Dirigent
    Dominique Mentha, Regie
    Symphonieorchester Innsbruck

     
    24. und 26. November 2016, 19.00 Uhr, München, Staatstheater am Gärtnerplatz
    Mozart: Così fan tutte
    Johannes Klumpp, Dirigent
    Olivier Tambosi, Regie
    Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

     
    27. November 2016, 19.00 Uhr, München, Cuvilliéstheater
    Mozart: Symphonie Nr. 17 G-Dur KV 129
    J. C. Bach: Sinfonietta Nr. 1 A-Dur
    Haydn: Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 C-Dur Hob. VIIb:1
    Mendelssohn Bartholdy: Lieder ohne Worte, Sieben Sätze bearbeitet für Solo-Oboe und Streichorchester
    Haydn: Symphonie Nr. 44 e-Moll „Trauersinfonie“
    Johannes Klumpp, Dirigent
    Robert Sailer, Oboe
    David Pia, Violoncello
    Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

     
    15. Dezember 2016, 20.00 Uhr, Essen, Villa Hügel
    Mozart: Variationen über „Ah, vous dirai-je Maman“ KV 265
    Vivaldi: Konzert für Violoncello, Streicher und Basso continuo G-Dur RV 413
    Bach: Brich an Du schönes Morgenlicht
    Mendelssohn Bartholdy: Streichersinfonie Nr. 5 B-Dur op. 107
    Vivaldi: Konzert für zwei Violoncelli, Streicher und Basso continuo g-Moll RV 531
    Weihnachtslied: Maria durch ein Dornwald ging
    Holst: St. Paul’s-Suite op. 29 Nr. 2
    Johannes Klumpp, Dirigent
    Solisten des Folkwang Kammerorchesters Essen

     
    20. und 21. Januar 2017, 20.00 Uhr, Essen, Zeche Zollverein, Halle 5
    HAUSCHKA: New World New Sound „Materials“
    Bartók: Divertimento für Streicher Sz 113
    Johannes Klumpp, Dirigent
    HAUSCHKA, Klavier
    Folkwang Kammerorchester Essen