21.06.2012 07:52 vom 4. bis 6. Juli 2012

»FRAGE, GEHEIMNIS, FRAGMENT« - Romanischer Sommer 2012 14 Konzerte an 3 Tagen in Köln

Von: Andrea Böttcher

Jedes „Stück“ ist immer auch ein „Bruchstück“, ein Teil aus einem größeren, zusammenhängenden Ganzen. In diesem Sinne ist auch jedes Musikwerk ist „Stückwerk“, ein kleiner Teil der Gesamtheit oder Idee von Musik. Ebenso verlaufen menschliche Biographien, fragmentarisch, in Brüchen, Ansätzen, Möglichkeiten.

Kunst und Leben sind gleichermaßen verheißungsvolle Rätsel, die zu spannender Spurensuche verlocken und bei denen jedes Extrem auch auf sein Gegenteil deutet: Zerbrochenes auf Ganzes, Ironisches auf das Eigentliche, Endliches auf Unendlichkeit, Zeitliches auf Ewigkeit.

Das diesjährige Festival ROMANISCHER SOMMER KÖLN beleuchtet das Motto FRAGE, GEHEIMNIS, FRAGMENT in abwechslungsreichen Programmen prominenter Interpreten mit Musik aus unterschiedlichen Epochen, Kulturen und Religionen.

Den Romantikern galt das Ich als größtes Geheimnis, und Musik war ihnen Philosophie in Tönen, die erahnen ließen, was nicht in Worte zu fassen ist. Dieselbe Mystik prägt die geistliche Musik vom Mittelalter bis heute. Als Abglanz der himmlischen musica coelestis ist die irdische musica mundana verheißungsvoller Vorschein auf die göttliche Engelsmusik, im Christen- wie im Judentum und im Islam.

An die letzten Dinge und Lebensfragen rührt Charles Ivesʼ „The Unanswered Question“. Und Helmut Lachenmanns 3. Streichquartett „Grido“ (Schrei) wirft die Frage auf, wer schreit, warum, wohin und wonach? Das Fragment fasziniert auch zeitgenössische Komponisten wie György Kurtág, Peter Ruzicka, York Höller und Robert HP Platz.

Ihre „Fragmente“ sind nicht unvollendet, sondern abgeschlossene Kunstwerke mit bewusst gesetzten Kanten, die wie verlorene Glieder eines Torso über sich hinaus weisen.

Als offener Schluss steht am Ende der ROMANISCHEN NACHT die berühmte „Kunst der Fuge“ von Johann Sebastian Bach, der in dem Moment verstarb, als er im „Contrapunctus XIX“ sein Namensmotiv BACH als drittes Fugenthema notierte. Auch hier bleibt ein Bruchstück, eine offene Frage und eine Verheißung am Übergang in die Unendlichkeit.
Rainer  Nonnenmann

Die Faszination der romanischen Kirchenräume und auch die besondere Lage im städtebaulichen Ensemble von Köln prägen seit mehr als 20 Jahren das Programm des ROMANISCHEN SOMMERS, das sich bewusst außerhalb des üblichen Konzertbetriebs definiert.

Das Aufbrechen traditioneller Zuhöreranordnungen und Wahrnehmungsweisen ist ebenso Anliegen wie sehr verschiedenartige Programmteile in einen klingenden Zusammenhang zu bringen.

Ab Mittwoch, den 4. Juli, führen die Konzerte des ROMANISCHEN SOMMERS das Publikum in die Romanischen Kirchen Kölns.

In der größten der romanischen Kirchen, in der Basilika St. Maria im Kapitol, ist die ROMANISCHE NACHT am Freitag, 6. Juli gleichzeitig Höhepunkt und Finale des mehrtägigen Festivals. 

Hier sind alle Programmteile dramaturgisch sorgfältig aufeinander abgestimmt. Unter dem Festivalthema "FRAGE, GEHEIMNIS, FRAGMENT" entspinnt sich der inhaltliche Rote Faden und webt sich durch die lange Konzertnacht.

vom 4. bis 6. Juli 2012

 

Spielstätten:

St. Severin
Im Ferkulum 29 . 50678 Köln
Haltestelle Chlodwigplatz: Stadtbahn 15, 16
www.sankt-severin.de

St. Aposteln
Apostelnkloster 10 . 50667 Köln
Haltestellte Neumarkt: Stadtbahn 1, 3, 4, 7, 9, 16, 18 . Bus 136,146
www.st-aposteln.de

St. Gereon
Gereonskloster . 50670 Köln
Haltestelle Christophstraße: Stadtbahn 11, 15
www.stgereon.de

Kunst-Station Sankt Peter
Jabachstraße 1 . 50676 Köln
Haltestelle Neumarkt: Stadtbahn 1, 3, 4, 7, 9, 16, 18 . Bus 136, 146
www.sankt-peter-koeln.de

St. Maria im Kapitol
Kasinostraße 6 . 50676 Köln
Haltestelle Heumarkt: Stadtbahn1, 8, 9 . Bus 132, 133, 250, 260
www.maria-im-kapitol.de

St. Ursula
Ursulaplatz 30 . 50668 Köln
Haltestelle Dom/Hauptbahnhof: Stadtbahn 5, 16, 18 . Bus 132
Haltestelle Ebertplatz: Stadtbahn 5, 12, 15, 16, 19 . Bus 127, 140
Haltestelle Hansaring Stadtbahn 12, 15 . Bus 127
mehr Info

St. Kunibert
Kunibertsklostergasse 2 . 50668 Köln
Haltestelle Dom/Hauptbahnhof: Stadtbahn 5, 16, 18 . Bus 132
Haltestelle Ebertplatz: Stadtbahn 5, 12, 15, 16, 19 . Bus 127, 140 Ebertplatz, Hauptbahnhof
www.st-kunibert-koeln.de

Andrea Böttcher

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