02.08.2013 08:30 Manfred Wabas Werk

"Die Traumwelten von St. Margarethen" - Ausstellung zu den Bühnenbildern der Opernfestspiele

Bilder und Modelle

Die aktuelle Ausstellung zeigt eine umfassende Sammlung von Modellen, Bildern und Requisiten. Bild 1-2 Quelle: Opernfestspiele St. Margarethen

Von Manfred Waba
Von: Opernfestspiele St. Margarethen - 2 Bilder

St. Margarethen, 20. Juli. Sprichwörtlich „08/15“, also nichts Besonderes, das sind und waren sie nie, die 15 Bühnenbilder, die Manfred Waba bisher für die Opernfestspiele St. Margarethen gestaltete. Im Gegenteil: der eigene Stil, den der Bühnenmagier kreierte, trägt entscheidend zum Erfolg der Opernaufführungen Open Air bei. Nun zeigt der „künstlerische Tausendsassa“ anlässlich des Festspiel-Jubiläums eine umfassende Werkschau in der Elfenhof-Lounge beim Römersteinbruch (ehemals Gossy). Am Freitag, 19. Juli eröffnete das langjährige Kuratoriums-Mitglied der Opernfestspiele St. Margarethen, Sigi Bergmann, offiziell die Ausstellung „Die Traumwelten von St. Margarethen“ und gab einen Einblick in das langjährige Schaffen des Bühnenbildners, Regisseurs und Künstlers Manfred Waba.

Die aktuelle Ausstellung zeigt eine umfassende Sammlung von Modellen, Bildern und Requisiten, welche die Einzigartigkeit der langjährigen Geschichte der Bühnenkonstruktionen innerhalb des Steinbruchs eindrucksvoll an einem Ort konzentriert und Besuchern der Festspiele erstmalig zugänglich macht (Eintritt frei!).

Begonnen hat alles mit „Nabucco“ 1996, als Wolfgang Werner seinen Freund aus Podersdorf zum Produktionsleiter ernannte und diesen ein „Regendach“ für die erste Produktion im Steinbruch bauen ließ. Zur zweiten „Nabucco“-Produktion der Opernfestspiele vier Jahre später kamen bereits 100.000 Gäste, staunten über ein biblisches Israel und Laserstrahlen. Ein Jahr davor, bei der „Zauberflöte“ 1999, setzte Waba erstmals eine Hebebühne ein sowie einfache mechanische Teile, um den zwölf Meter hohen Zauberberg der „Königin der Nacht“ öffnen zu können. Die „Carmen“ 1998 betörte in einem gar nicht so kleinen Nachbau des Schauplatzes Sevilla und bei der „Aida“ 1997 zogen erstmals Elefanten ein.

Um das Publikum immer wieder und immer mehr für das Genre Oper zu begeistern, wurden die Bühnenbilder jährlich aufwändiger und spektakulärer. Für „Othello“ 2002 ließ Waba ein gigantisches Schiff bauen und an der Steinbruchkante erstmals eine Mauer errichten, die bei „Turandot“ 2003 noch wuchtiger ausgefallen ist. „Aida“ fand 2004 in einer riesigen Säule den Tod. Mit „Carmen“ 2005 im flächenmäßig bisher größten Bühnenbild fieberten erstmals 200.000 Besucher mit. Bei der „Nabucco“-Neuinszenierung 2007 arbeitete Waba wieder mit Regisseur Prof. Robert Herzl zusammen, der dem „künstlerischen Tausendsassa“ bescheinigt, für seine Bühnenräume „die perfekte Form eines szenisch-poetischen Realismus“ gefunden zu haben. Von der „Traviata“ 2008 mit ihren fahrbaren Opernlogen auf der Opernbühne waren auch die strengsten Kritiker überzeugt. Der „Rigoletto“ 2009 überraschte mit einem erstmals sowohl fahr- als auch drehbaren Aufbau. Die „Zauberflöte“ 2010 stellt Wabas „persönliches Highlight“ dar, führte er doch auf der außerordentlich spektakulären Bühne selbst Regie. „Carmen“ 2012 inmitten einer sich öffnenden Stierkampfarena bezeichnet er als eines seiner „feinsten“ Bühnenbilder.

Wurde die „Nabucco“-Bühne 1996 noch von Paraffin-Fackeln in ein mystisches Licht getaucht, werden inzwischen modernste Beleuchtungs-, Licht- und Pyrotechniken sowie Großbildprojektionen verwendet. Bei der „Bohème“ 2013 kommt erstmals eine rund 20 m² große LED-Wand zum Einsatz, auf der Computer-generierte Bilder sowie Live-Aufnahmen von den Solisten übertragen werden. Effekte um der Effekte willen, das hat Manfred Waba aber nie angestrebt. Er fühlt sich vielmehr immer dem jeweiligen Werk und dem Publikum verpflichtet und entwirft deshalb von Komponisten und Librettisten vorgegebene Bühnenräume. In der Wahl der technischen Mittel aber ist er am Puls der Zeit.

 

INFOS zur Ausstellung „Traumwelten von St. Margarethen“: läuft bis 25. August in der Elfenhof-Lounge beim Römersteinbruch (ehemals Gossy). Geöffnet an Spieltagen: Freitag bis Sonntag jeweils 16h00 bis 21h00. Eintritt frei!

 

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