22.05.2014 09:00 Philharmonisches Orchester Regensburg

Das 6. Sinfoniekonzert mit Werken von Strawinsky und Tschaikowski am 26.05.2014 in Regensburg

Philharmonisches Orchester Regensburg gibt Konzert

Philharmonisches Orchester Regensburg © Jochen Quast

Von: GFDK - Clara Fischer

Strawinskys „Psalmensinfonie“ entstand 1930 zum 50-jährigen Bestehen des Boston Symphony Orchestra und zählt zu den Hauptwerken des Komponisten. Den Auftrag dazu erhielt er von Serge Kussewitzky. In seinen „Erinnerungen“ schreibt Strawinsky: „Ich überlegte mir, aus welchem Klangmaterial ich mein symphonisches Gebäude aufführen sollte.

Mir schwebte eine Symphonie mit großer kontrapunktischer Entwicklung vor, und so musste ich auch die Mittel vergrößern, um in dieser Form arbeiten zu können. Ich entschloss mich daher, ein Ensemble zu wählen, das aus Chor und Orchester zusammengesetzt ist und bei dem keines der Elemente dem anderen übergeordnet, beide also völlig gleichwertig sind ... Was den Text angeht, so suchte ich nach einer Dichtung, die eigens für Gesang geschrieben ist. Dabei dachte ich natürlich sogleich an den Psalter.“ Die Texte entnahm er drei verschiedenen Psalmen der lateinischen Vulgata. Zudem wollte Strawinsky die traditionelle Form einer Sinfonie des 19. Jahrhunderts vermeiden und dem Werk gleichzeitig eine ähnlich formale Verbindlichkeit geben. In den drei pausenlos aufeinander folgenden Sätzen stehen sich Chor und das ungewöhnlich besetzte Orchester, das einen stark vergrößerten Bläserapparat aufweist und auf die hohen Streicher verzichtet, gleichberechtigt gegenüber.

Konzert in Deutschland

Seine 6. Sinfonie stellt nach Tschaikowskis eigenen Worten den Gipfel seines Schaffens dar – und ist zugleich sein musikalisches Testament: neun Tage nach der Uraufführung am 25. Oktober 1893, die er selbst geleitet hatte, starb der Komponist an Cholera. In den letzten Lebensjahren befand er sich auf dem Höhepunkt seines Ruhms, hatte zahlreiche Auszeichnungen erhalten und bedeutende Werke geschaffen, wie die Oper „Pique Dame“ sowie die Ballette „Dornröschen“ und „Der Nussknacker“. Doch hatte er auch einige persönliche Enttäuschungen zu verkraften, darunter den plötzlichen Bruch mit seiner Gönnerin Nadeshda von Meck, die ihm keine weitere finanzielle Unterstützung mehr bieten konnte. Die Arbeit an der 6. Sinfonie, der er die Bezeichnung „Pathetische“ gab, begann im Februar 1893. Tschaikowski legte seinem letzten Werk die Schicksalsidee zugrunde, obgleich er auf ein eigentliches Schicksalsthema verzichtete. Vielmehr betonte er, dass die Sinfonie „ein Programm von der Art [enthalte], die jedem ein Rätsel bleibt“, „ein Programm voll von subjektiven Gefühlsregungen.“ „Wer kann, mag es erraten“, schrieb er an seinen Neffen, dem er das Werk widmete.

Konzert in Regensburg

Der Kampf gegen das Schicksal führt in der „Pathétique“ nicht – wie in der 4. und 5. Sinfonie – zum Sieg des Willens zum Leben, sondern zu einem Resignieren im Tod. Die gewaltige Wirkung der Sinfonie entsteht einerseits aus der außerordentlichen musikalischen Erfindung und aus der kühnen, neuartigen formalen Gestaltung. Die Spannung des ersten Satzes erreicht ihren Höhepunkt in einem Choral, der der russischen Begräbnismesse entnommen ist. Formal vertauscht Tschaikowski die Anordnung der Sätze, indem der zweite Satz den üblicherweise an dritter Stelle stehenden tänzerischen Satz vorwegnimmt. Der letzte Satz versinnbildlicht in einem ergreifenden Adagio das langsame Erlöschen des Lebens und die Trauer des Abschieds.

Programm
Igor Strawinsky (1882–1971): Psalmensinfonie
Peter Tschaikowski (1840–1893): Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 (»Pathétique«)

6. SINFONIEKONZERT | mit Werken von Strawinsky und Tschaikowski

Dirigent: Tetsuro Ban
Es spielt: das Philharmonische Orchester Regensburg
In Zusammenarbeit mit dem Cantemus Chor Regensburg, mit Unterstützung des Kammerchors Viva Voce München
Montag, 26. Mai 2014, 19:30 Uhr
Audimax



Theater Regensburg
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Clara Fischer
Bismarckplatz 7
93047 Regensburg
ClaraFischer@theaterregensburg.de

Weiterführende Links:
www.theaterregensburg.de