30.05.2017 07:35 Musikstadt Berlin

Berliner Konzertleben hat einiges zu bieten: Musikfest Berlin startet in die nächste Runde

Berliner Konzertleben zeichnet Musikstadt Berlin aus

Berliner Konzertleben lebt auf und feiert das Monteverdi-Jahr (c) Berliner Festspiele

Von: GFDK - Berliner Festspiele

Das Berliner Konzertleben startet vom 31. August bis 18. September 2017 mit dem Musikfest Berlin in die neue Spielzeit 2017/18, veranstaltet von den Berliner Festspielen in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker.

An 19 Tagen werden in der Philharmonie, in deren Kammermusiksaal, in der Akademie der Künste am Pariser Platz, im Konzerthaus Berlin, im Pierre Boulez Saal und der St. Hedwigs-Kathedrale 27 Veranstaltungen mit über 80 Werken von rund 40 Komponist*innen präsentiert, aufgeführt von 20 Instrumental- und Vokalensembles und zahlreichen Solist*innen des internationalen Musiklebens und der Musikstadt Berlin.

Musikstadt Berlin

Vor 450 Jahren wurde Claudio Monteverdi in Cremona geboren, in Mantua stand er für viele Jahre im Dienst des Hofes. Dort komponierte er seine berühmte „Marienvesper“, zugleich auch seine noch berühmtere „Favola d’Orfeo“. Schließlich wurde er zum Maestro di Capella della Chiesa di S. Marco in Venedig ernannt. Die Serenissima und die Basilica di San Marco sollten seine Wirkungsstätte bis zu seinem Tode bleiben. Zahlreiche Opern entstanden noch, aber nur die beiden späten Bühnenwerke „Il ritorno d’Ulisse in patria“ und „L’incoronazione di Poppea“ sind zusammen mit dem „L’Orfeo“ der Nachwelt erhalten geblieben.

Name und Musik Claudio Monteverdis stehen für ein neues Zeitalter der abendländischen Musikgeschichte, für den Umbruch von der Renaissance zum Barock, für einen neuen Stil des Singens, für einen neuen Umgang mit der Sprache und den Emotionen in der Musik, für die „Erfindung“ der Gattung der Oper, und manchem Kenner gar für den hoffnungsvollen Neustart der damals gerade einmal 500 Jahre alten abendländischen Musikgeschichte insgesamt.

Monteverdi Jahr

Anlässlich des international gefeierten Monteverdi- Jahres 2017 haben Sir John Eliot Gardiner, der Monteverdi Choir und das Orchester der English Baroque Soloists zusammen mit zahlreichen Gesangssolist* innen eine halbszenische Neuproduktion der Opern vorbereitet, die sie auf einer großen Europa und Amerikatournee präsentieren und die in Deutschland nur beim Musikfest Berlin in der Philharmonie zu erleben ist. „Wir spielen die drei Opern als Zyklus“, sagt Sir John Eliot Gardiner, „weil wir das Publikum auf eine Reise mitnehmen möchten – von der Schäferidylle zum höfisch-städtischen Leben, vom Mythos zur politischen Historie, von der Unschuld zur Korruption, von einem Mann, mit dem die Götter ihr Spiel treiben, über einen Helden, der sich nicht von seinen menschlichen Leidenschaften befreien kann, bis zum Doppelporträt eines wahnsinnigen Liebespaares, dessen Ehrgeiz und Lust völlig außer Kontrolle geraten ist.“
Den drei Opern am Beginn des Festivals in der Philharmonie korrespondiert die Aufführung von Monteverdis „Marienvesper“ durch den RIAS Kammerchor im neuen Pierre Boulez Saal am Festivalende.

„Dialogo della musica antica et della moderna“ hieß zu Monteverdis Zeiten eine viel diskutierte Streitschrift Vincenzo Galileis, des Vaters des berühmten Astronomen und Zeitgenossen Monteverdis, die für eine Moderne in der Musik argumentierte. Und so spannt auch das diesjährige Programm des Musikfest Berlin ein breit gefächertes Panorama auf, das von der älteren Musikgeschichte der Spätrenaissance und des Frühbarocks über die klassisch-romantische Orchestermusik bis zu Luigi Nonos epochemachendem „Il Canto Sospeso“ und den Komponisten unserer Tage reicht, zu Salvatore Sciarrino, Wolfgang Rihm, Harrison Birtwistle, Rebecca Saunders und Mark Andre. Einige Beiträge sind Isang Yun gewidmet, dem großen koreanischen Komponisten, dem Berlin eine neue Heimat wurde und der am 17. September 2017 100 Jahre alt geworden wäre.

Musikfest Berlin mit Daniel Barenboim

Neben den in Berlin ansässigen Orchestern und Chören, dem Monteverdi Choir und den English Baroque Soloists gastieren auch beim diesjährigen Musikfest Berlin wieder zahlreiche Solist*innen, Ensembles und Orchester, u.a. die Violinist*innen Isabelle Faust, Ilya Gringolts, Gil Shaham und Leonidas Kavakos, das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam mit Daniele Gatti, der Chor und das Orchester von MusicAeterna aus Perm mit Teodor Currentzis, das Ensemble Musikfabrik, das SWR Symphonieorchester und SWR Vokalensemble mit Peter Rundel, und schließlich – erstmals beim Musikfest Berlin – die Filarmonica della Scala aus Mailand mit ihrem Chefdirigenten Riccardo Chailly. Eröffnet wird das Musikfest Berlin von der Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim mit der 8. Symphonie von Anton Bruckner, und es schließt mit einem Konzert des Orchesters der Deutschen Oper Berlin unter Leitung von Donald Runnicles: mit Musik von Hector Berlioz und Richard Wagner.