09.07.2013 08:30 Gidon Kremer, Mischa Maisky, Iveta Apkalna uva.

28. Schleswig-Holstein Musik Festival widmet sich bis zum 25. August der Musik Estlands, Lettlands und Litauens

Jansons Mariss

Den Schwerpunkt gestalten namhafte Dirigenten wie Mariss Jansons und Andris Nelsons, Orchester wie die Kremerata Baltica oder das Baltic Youth Philharmonic, großartige Solisten wie Gidon Kremer oder Mischa Maisky und faszinierende Ensembles wie die A-cappella-Gruppe Latvian Voices. Bild 1 (c) BR Astrid Ackermann

Kristine Opolais

Bild 2 (c) Marco Borggreve

Von: GFDK - Julia Mirow

„Bewegend baltisch“ lautet das Motto des 28. Schleswig-Holstein Musik Festivals, das sich vom 6. Juli bis 25. August 2013 den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen widmet.

Festivalintendant Prof. Rolf Beck und sein Team laden ein zu einer musikalischen Reise in das Land unserer europäischen Nachbarn und präsentieren ein vielfältiges Konzertprogramm: Von einem Arvo Pärt-Wochenende, das dem Leben und Werk des bedeutenden estnischen Komponisten nachspürt, bis hin zu einem gigantischen Sängerfest, das die „Singende Revolution“ im Baltikum nachempfindet und verschiedene Chöre sowie das Konzertpublikum zu einem Ensemble vereint. Den Länderschwerpunkt gestalten namhafte Dirigenten wie Mariss Jansons, Kristjan Järvi und Andris Nelsons, Orchester wie die Kremerata Baltica, das Lithuanian Chamber Orchestra oder das Baltic Youth Philharmonic, großartige Solisten wie Gidon Kremer, Mischa Maisky, Iveta Apkalna, Baiba und Lauma Skride, Vestard Shimkus und Gunārs Upatnieks, begnadete Sopranistinnen wie Violeta Urmana, Inessa Galante und Kristīne Opolais und faszinierende Ensembles wie die A-cappella-Gruppe Latvian Voices, die „Postfolklore“-Band Iļģi oder das Arsis Handbell Ensemble.

 Überblick über die Zahlen und Fakten: Es werden insgesamt 118 Konzerte, zusätzlich drei „Musikfeste auf dem Lande“ und ein Kindermusikfest, in 44 Orten in Schleswig-Holstein, Hamburg sowie Teilen von Dänemark und Niedersachsen veranstaltet. Insgesamt finden in diesem Sommer an 66 Spielstätten Konzerte statt. Mit dem „Spielraum Hamburg“ präsentiert sich das SHMF in 12 Spielstätten der Hansestadt. Es stehen rund 112.000 Eintrittskarten zur Verfügung. Der vom Stiftungsrat genehmigte Haushalt beläuft sich auf rund 7 Millionen Euro. Der Landeszuschuss beträgt in diesem Jahr 1,228 Millionen Euro. Verträge mit den Hauptsponsoren, Konzert- und Sachsponsoren sowie Spenden und Zuschüsse sichern die Finanzierung ab. Der Länderschwerpunkt Baltikum wird gefördert durch die Kulturministerien aus Estland, Lettland und Litauen.

 Das NDR Sinfonieorchester bildet auch in dieser Saison mit den Eröffnungs- und Abschlusskonzerten die Eckpfeiler des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Unter der Leitung von Thomas Hengelbrock wird beim Eröffnungskonzert am 6. und 7. Juli die 4. Sinfonie von Bruckner, die sogenannte „Romantische“, zur Aufführung gebracht. Solistin des Abends ist die Starpianistin Hélène Grimaud, die Schumanns einziges Klavierkonzert interpretiert. Das Abschlusskonzert dirigiert am 24. und 25. August der Lette Andris Nelsons. Begleitet vom NDR Sinfonieorchester verabschiedet die lettische Sopranistin Kristīne Opolais das SHMF 2013 in der Lübecker Musik- und Kongresshalle sowie im Kieler Schloss. Auf dem Programm stehen Werke von Wagner, passend zum Richard-Wagner-Jubiläumsjahr anlässlich seines 200. Geburtstags.

 Den Länderschwerpunkt Baltikum eröffnet am 13. Juli das Baltic Youth Philharmonic im Kieler Schloss (Wiederholung des Konzerts am 14.7. in Elmshorn) unter der Leitung des amerikanisch-estnischen Dirigenten Kristjan Järvi. Klassische Werke und moderne Kompositionen lassen den Abend zu einem einzigartigen Konzerterlebnis werden, das alle drei Länder vereint. Auf dem Programm u.a. ein Satz aus der „Rock Symphony“ des lettischen Komponisten Imants Kalniņš. Als Solisten treten die lettische Geigerin Baiba Skride und der litauische Cellist Edvardas Armonas (Violoncello) auf. „Baltikum exemplarisch“ – das ist beim SHMF der estnische Komponist Arvo Pärt. Charakteristisch für seinen Stil, der ihn im Westen berühmt machte, ist sein Kompositionsverfahren „Tintinnabuli“: Einfache Melodien werden von den Tönen eines einzigen Dreiklangs, einem glockenartigen Klanggrund, umrahmt. In Zusammenarbeit mit NDR das neue werk widmet das SHMF dem Künstler eine fünfteilige Konzertreihe und eine Ausstellung. Mit dabei u.a. der Estonian Philharmonic Chamber Choir, das Cello8ctet Amsterdam, das Tallinn Chamber Orchestra, der Dirigent Tõnu Kaljuste und Ulrike Payer, die die Vorführung des Films „24 Preludes for a Fugue“ mit Klavierwerken von Pärt eröffnen wird. „Baltikum konzertant“ heißt es, wenn die drei Länder mit prominenten Dirigenten und Orchestern aufwarten. Das Baltic Youth Philharmonic eröffnet zusammen mit Baiba Skride und Edvardas Armonas unter der Leitung von Kristjan Järvi den Länderschwerpunkt Baltikum. Zu erleben sind ferner das Lithuanian Chamber Orchestra, die Kremerata Baltica mit Gidon Kremer sowie die Stardirigenten Mariss Jansons und Andris Nelsons. „Baltikum vereint“ greift den Geist der „Singenden Revolution“ auf. Das große Sängerfest in Neumünster gestaltet der Popstar der internationalen Chorszene Eric Whitacre u.a. mit dem Schleswig-Holstein Festival Chor Lübeck. Der tief verwurzelten Chortradition widmen sich auch Projekte zweier renommierter Chöre: der Estonian Philharmonic Chamber Choir und der Estonian National Male Choir RAM. „Baltikum solistisch“ wartet mit hochkarätigen Solisten auf. Künstler wie Gidon Kremer, Gunārs Upatnieks, die Schwestern Baiba, Linda und Lauma Skride und Mischa Maisky präsentieren Konzertprogramme von romantisch bis modern, von tragisch bis humorvoll, von italienisch bis russisch.

„Baltikum vokal“ präsentiert drei baltische Starsängerinnen, wodurch die schon sprichwörtliche Gesangsbegabung der Bewohner Nordosteuropas demonstriert wird: Inessa Galante mit ihrem hinreißenden Piano und ihren fein nuancierten Interpretationen, Violeta Urmana, die stimmlich durch ihr reiches Klangspektrum besticht, und Kristīne Opolais, die ihr Publikum emotional mitzureißen weiß. „Baltikum tastengewaltig“ wird es bei zwei Künstlern, die der Sinn für das Eigene, das Besondere eint. Iveta Apkalna, die erste Orgelsolistin überhaupt, die einen ECHO-Klassik gewann, begeistert das Publikum mit ihrer brennenden Leidenschaft für die Musik. Und auch der lettische Pianist Vestard Shimkus beeindruckt mit seiner frischen Herangehensweise an altbekannte Kompositionen. „Baltikum folkloristisch“ widmet sich dem ausgeprägten Traditionsbewusstsein der baltischen Staaten und spannt einen Bogen ins Heute. Die A-cappella-Formation Latvian Voices ist mit u.a. lettischen Volksliedern zu Gast. Die berühmteste lettische Band Iļģi schöpft aus der traditionellen Volksmusik und schafft eine Art Folk-Rock, den die Musiker selber als „Postfolklore“ bezeichnen. Ein umfangreiches Repertoire bietet auch das estnische Handglockenensemble, das Arsis Handbell Ensemble, das neben estnischen Volksliedern u.a. klassische Werke zum Klingen bringt. „Baltikum literarisch“ lässt das Publikum in die Welt der estnischen Märchen und Sagen eintauchen. Der Schauspieler Stefan Kurt präsentiert die schönsten Märchen aus der Sammlung des 1809 geborenen Esten Friedrich Reinhold Kreutzwald. Musikalisch umrahmt wird die Lesung mit Musik von u.a. Kangro, Vähi, Pärt, Eespere und Tüür. Gastspiele internationaler Stars und Ensembles – u. a. von Maurizio Pollini, Fazıl Say, Grigory Sokolov, Hélène Grimaud, Elisabeth Leonskaja, Frank Peter Zimmermann, Tabea Zimmermann, Sabine Meyer, Ray Chen, Sergei Nakariakov, Christiane Karg, Till Brönner sowie den 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker, Il Giardino Armonico, dem Mariinsky Theatre Symphony Orchestra unter der Leitung von Valery Gergiev und den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Lorin Maazel – runden das Programm außerhalb des Länderschwerpunktes ab.

 Abseits der Klassik, zwischen E- und U-Musik, lockt das SHMF mit einem besonderen Projekt: Die vierfachen Breakdance-Weltmeister Flying Steps tanzen zu Musik von Johann Sebastian Bach und zeigen eine Mischung aus Klavier- und Cembaloklängen und elektronischen Beats, aus klassischem Tanz und Headspins, Powermoves und Freezes. Durch besondere Auszeichnungen gefördert werden wieder einige Nachwuchskünstler. Der Pianist Jan Lisiecki erhält den mit 10.000 Euro dotierten Leonard Bernstein Award, gestiftet von der Sparkassen-Finanzgruppe. Die Sopranistinnen Maya Blaustein und Kristína Dinušová bekommen den Förderpreis der Walter und Charlotte Hamel Stiftung (Preisgeld: 10.000 Euro). Auch in diesem Jahr wird der renommierte Paul Hindemith-Preis im Rahmen eines Kompositionswettbewerbs ausgelobt. Diesmal wird die beste Komposition für Orgel gesucht, die dann im Rahmen eines Konzertes am 19. Juli in der Lübecker Kirche St. Jakobi von keiner Geringeren als Iveta Apkalna uraufgeführt wird.

 Das komplette Programm finden Sie unter www.shmf.de



Schleswig-Holstein Musik Festival

6. Juli - 25. August 2013

Internet: www.shmf.de

Kartenbestellung per Email an bestellung@shmf.de oder auf der Homepage



Julia Mirow

Schleswig-Holstein Musik Festival

Palais Rantzau, Parade 1

23552 Lübeck