15.05.2012 16:09 Dienstag, dem 5. Juni 2012 bis Sonntag, 10. Juni 2012

17. Hildener Jazztage: “World Jazz/Jazz World“- Die Saxofonistin Karolina Strassmayer und ihre Band Klaro eröffnen das Festival

1 Esra Dalfidan

2 Celine Rudolph

3 World Percussion Ensemble

4 Fraucontrabass

5 Juergen Attig

6 Tango Transit

Von: Jörg Schwarz - 6 Bilder

Jazz – geboren aus einem spannenden Mix afroamerikanischer und europäischer Klänge – hat immer schon Grooves, Rhythmen und melodische Strukturen unterschiedlicher Kulturen aufgesogen und transformiert.

“World Jazz/Jazz World“ ist fast folgerichtig das Thema der 17. Hildener Jazztage, die zwischen Dienstag, dem 5. Juni 2012 und Sonntag, dem 10. Juni 2012 hochwertige Hörerlebnisse und aufregende musikalische Begegnungen jenseits gängiger Genre-Schubladen bieten.

Traditionsgemäß eröffnet wird das renommierte Festival im Kunstraum Gewerbepark-Süd an der Hofstraße 64. Dort spielt am Dienstag, dem 5. Juni, um 20.00 Uhr die Saxofonistin Karolina Strassmayer und ihre Band Klaro. Das amerikanische Jazzmagazin Downbeat kürte die Musikerin zum “Top Five Alto Saxophonist”, die europäische Presse lobte sie als “ungemein gewandte Melodikerin“.

Nach intensivem Engagement in der New Yorker Jazzszene wurde Karolina Strassmayer festes Mitglied der WDR Big Band. Gemeinsam mit dem phänomenalen New Yorker Schlagzeuger Drori Mondlak, dem in New York lebenden Vibraphonisten Stefan Bauer und John Goldsby am Bass zeigt die gebürtige Österreicherin mit ebenso sensiblem wie zupackendem Spielwitz, wie zeitgemäß traditioneller Jazz klingen kann.

Am Mittwoch, dem 6.Juni, findet ab 19.30 Uhr  bei QQ Tec an der Forststraße 73 ein Doppelkonzert statt: Zum Auftakt lädt Esra Dalfidan zu einer musikalischen Reise in die Klangwelten zwischen Orient und Okzident.

Als Tochter türkischer Eltern in Deutschland geboren und aufgewachsen, studierte sie Jazzgesang am renommierten Konservatorium von Amsterdam, wo sie heute lebt. Ihre Melange aus orientalischer Folklore, Klassik, zeitgenössischer Musik und modernen Spielarten des Jazz ist einzigartig und unverwechselbar. 

Esra Dalfidan, das ist laut Jazz Podium „poetischer Gesang mit Lyrik, die unter die Haut geht“. Tobias Klein an der Bassklarinette, Pianist Franz von Chossy, Sean Fasciani am Kontrabass und Uli Genenger an den Drums begleiten die Ausnahmevokalistin.

Es folgen: „3 im roten Kreis“. Hinter diesem Bandnamen, der sich auf den Titel eines Krimis aus den 60er Jahren bezieht, verbergen sich die drei Musiker Reiner Witzel (Saxophon),  der Bassist Joscha Oetz sowie der Schlagzeuger Christian Scheuber. Viele der Kompositionen aus Witzels Feder beziehen sich auf Filmszenen.

Das Ergebnis ist ein lebendiger Trialog: Musik, die Bilder erzeugen soll, ein Hörspiel ohne Worte, ein Soundtrack ohne Film…in knisternder Atmosphäre.

Ab 23.00 Uhr heißt es an der Klotzstraße 22 im Blue Note, Hotel am Stadtpark „Late Nite Festival Band“. Axel Fischbacher

„Wie klingt Schweden?“, fragten sich die Macher der Hildener Jazztage und luden um den nordischen Klang auf den Grund zu gehen die schwedische Jazz-, Blues- und Popsängerin Pia Fridhill ein. Die blättert am Donnerstag, dem 7. Juni, ab 15 Uhr, im Park des Haus Horst an der Horster Allee 12 – 22 in den Songbooks ihrer Kindheit und wandert durch die musikalischen Landschaften ihrer Heimat.

Unterstützt von Stefan Michalke (Klavier), David Andres (Bass), Steffen Thormählen (Schlagzeug), Johannes Flamm (Klarinette, Saxophone) und Johannes Zink (Gitarren, Laute) singt die Schwedin wunderschöne Lieder, die vor allem eines sind: Klang gewordenes Heimweh.

Nach dem sehnsuchtsvollen Ausflug in die akustischen Weiten Skandinaviens geht es im musikalischen Direktflug nach Südamerika: Das Trio Tango Transit greift die Ideen des argentinischen Tangos auf und transportiert sie in die Moderne. Martin Wagner am Akkordeon, Hanns Höhn am Kontrabass und der in Paris lebende Andreas Neubauer am Schlagwerk entwickeln dabei ihren ganz eigenen lyrisch-ekstatischen Sound.

Expressivität, Spielfreude, Virtuosität und Energie – Tango Transit beweist, dass Jazztango immer aktuell ist und sich ständig erneuert. Der gelungene Stilmix mit Elementen aus Klassik, Funk und Drum & Bass machen die Band zu einer der innovativsten Akkordeon-Formationen, die zwischen Jazz und World unterwegs sind.

“World Jazz – über Generationen hinweg“ heißt es ab 19.00 Uhr im im Haus Kolksbruch, Hochdahlerstraße 280, 40724 Hilden ( Institut für öffentliche Verwaltung)   Der polnische Saxofonist Zbigniew Namysłowski, nicht nur in Polen eine Legende des Jazz, bittet seine deutlich jüngeren Mitstreiter Sławomir Jaskułke (Piano), Michał Barański (Bass), Grzegorz Grzyb (Drums) und Jacek Namysłowski (Trombone) zum musikalischen Erfahrungs- und Gedankenaustausch.

Folkloristische Extravaganz, spontane Erfindungslust und sensibles Klangbewusstsein kennzeichnen das Spiel Namysłowskis. Während seiner langjährigen Karriere wirkte er auch als Komponist und nahm in seiner Musik zeitweise Anleihen beim Jazzrock und der polnischen Folklore.

2006 wurde  Zbigniew Namysłowski zum besten polnischen Jazzmusiker auserkoren und sein Album „Assymetry“ erhielt als bestes Jazzalbum den „Fryderyk-Preis“, den wichtigsten polnischen Musikerpreis.

Das Konzert findet im Rahmen von “Klopsztanga.Polen_grenzenlos_NRW“, in Kooperation mit dem Polnischen Institut Düsseldorf, statt.

Lyrisch, energetisch, still oder kraftvoll sind die Soundwege, die Jazzpott-Preisträger Mathias Haus anschließend in seinem neuen Projekt HAUS beschreitet. „Ob solo, im Duo, Trio, Quartett oder Quintett, seine Duftmarke als elegant virtuoser Vibraphonist hinterlässt Haus bei allen Live-Auftritten und auf seinen zahlreichen CD Einspielungen“, schrieb die NRZ.

Im Zusammenspiel mit Hendrick Soll (Piano, Keyboards), Andre Nendza (Bass) und Mirek Pyschny (Drums, Percussion) präsentiert der begnadete Instrumentalist Stücke von akustischerem Format, die Grundlage für atemberaubende Improvisations-Reisen der Solisten sind.

Um 19.30 Uhr gibt sich In der Gottschalksmühle, Mühle 64, das ungewöhnliche Projekt FrauContraBass die Ehre. Hier trifft das weiblichste aller Instrumente, die weibliche Stimme, auf das männlichste, den Kontrabass.

Katharina Debus und Hanns Höhn interpretieren Songs von Britney Spears, Elvis Presley und Frank Sinatra auf so außergewöhnliche und gewitzte Weise, dass der Begriff “Coversong“ keinesfalls die Dimension dieser musikalischen Welt erfasst.

Beide „Instrumente“ sind hier im Grunde nackt. Katharina Debus und Hanns Höhn geben sich gegenseitig Schutz und finden darüber hinaus zu einer Freiheit, die zu jedem Zeitpunkt ein Wagnis ist.

Wegen des Länderspiels bei der Fußball-EM am Samstag findet die International Jazznight in diesem Jahr ausnahmsweise am Freitag, dem 8.Juni, in der Stadthalle Hilden am Fritz-Gressard-Platz 1 statt. Hier betritt um 19.30 Uhr das Quintett des argentinischen Stardrummers Oscar Giunta die Bühne.

Der hochtalentierte Musiker ist derzeit einer der wichtigsten Jazz-Solisten Argentiniens und wird regelmäßig von den ganz großen US-amerikanischen Jazzern für Gastauftritte eingeladen (im Juni 2011 spielte er zum Beispiel mit dem berühmten Wayne Shorter Quartet). Bereits während seines Musikstudiums am Konservatorium "Juan Pedro Esnaola" in Buenos Aires arbeitete er als Profimusiker.

„Ich möchte nicht nur ein guter Schlagzeuger sein, sondern jemand, der durch sein Instrument und die Musik etwas Schönes für die Welt hinterlässt“, betont der Südamerikaner in einem Interview.

Mit seinem aktuellen Projekt, dem Oscar Giunta Quinteto, tritt er nun erstmalig auch als Komponist, Produzent und Arrangeur auf und beweist, dass sein Herkunftsland neben Tango und Lionel Messi noch einen weiteren Exportschlager zu bieten hat. 

Begleitet wird Giunta von den Musikern Juan Cruz De Urquiza, Trompete und Flügelhorn, Ramiro Flores, Alt- und Sopransaxofon, dem Pianisten Hernán Jacinto und von Jerónimo Carmona am Kontrabaß. 

Auf furiosen Gipsy-Jazz darf sich das Publikum im zweiten Teil der Jazznight freuen, wenn Biréli Lagrène mit seinem Ensemble aufspielt. Das “Wunderkind an der Gitarre“ (die erste Platte nahm er mit12 auf) gilt als würdiger Nachfolger des unvergessenen Django Reinhardt, dessen großartige Musik er kongenial interpretiert.

Darüber hinaus unternimmt er gerne auch mal Abstecher in andere Spielarten des Jazz, in lateinamerikanische Musikstile und in die Klassik. Sein umfangreiches Repertoire beinhaltet zahlreiche Eigenkompositionen; sogar einige Pop- und Rocksongs von Künstlern wie Bob Marley und Jimi Hendrix erstrahlen bei Biréli Lagrène in neuem Glanz.

Ob Al Di Meola, John McLaughlin, Gil Evans oder Richard Galliano – der Sinto Lagrène hat schon mit den größten Vertretern seiner Zunft zusammengearbeitet. An diesem Abend sind seine Mitstreiter Frank Wolf am Saxofon, Jürgen Attig am Bass sowie der Schlagzeuger Heinz Lich

Drei der weltbesten Percussionisten aus drei Kontinenten treffen sich um 22.30 Uhr im World Percussion Ensemble: Der charismatische Taiko-Trommler Takuya Taniguchi aus Japan, der brasilianische Magier am Schlagwerk Marco Lobo sowie der beseelte Sänger und Perkussionist Njami Sitson aus Kamerun erwecken die vielfältigen Rhythmen ihrer Heimatländer zu pulsierendem Leben.

Pianist Walter Lang und Sven Faller am Bass kümmern sich meisterhaft um die groovig-melodiöse Unterstützung der Trommelgenies, deren Auftritt im ekstatischen Zusammenspiel seinen Höhepunkt hat. Hier wird Weltmusik im besten Sinne geboten – ein krönender Abschluss dieser Intenational Jazznight. 

Schlagzeuger, die singen können, sind im Musikgeschäft eher selten. Der Wuppertaler Drummer Mickey Neher ist da eine rühmlichen Ausnahme und präsentiert am Samstag, dem 9. Juni, um 13.30 Uhr, auf dem Warrington-Platz soulige Blues `n Jazz-Thriller.

Sein Projekt Mickey´s Monkey Party mixt einen hochprozentigen Blue Note-Cocktail aus Songs und Instrumentals  und kreiert eine geniale Verbindung von Soul und R&B mit Jazz, die swingend, bluesig, groovend und boppend ein Feuerwerk nach dem anderen entzündet und das Publikum in Bewegung bringt.

Die wilde Spielfreude und Lust an der Improvisation seiner drei Kompagnons Carlos Boes (Saxofon), Martin Scholz (Keyboards) und Kai Struwe (Bass) garantieren ein schweißtreibendes Konzert, das dem Tanzbein keine Ruhe gönnt. 

„Funk bedeutet für mich schwitzen“, erklärt die Sängerin Carmen Brown, und das meint sie wörtlich. Wenn ihre siebenköpfige Band Carmen Brown & the Elements ab ca. 15.30 Uhr jazzigen Funk mit dreckigem 60′s Sound kombiniert, wird es richtig heiß in Hilden: Satte Bässe liefern sich Schlagabtäusche mit vertrackten Schlagzeugrhythmen; Posaune, Trompete und Saxofon bilden den melodiösen Überbau.

Geboren in einem Vorort von Lissabon als Kind einer mosambikianischen Einwandererfamilie, lebt und arbeitet Carmen Brown inzwischen in Düsseldorf. 2008 war sie in dem Song “Perfect Curves“ (bekannt aus der Dove Werbung) zu hören, 2009 erhielt sie den Deutschen Rock & Pop Preis in der Kategorie bester Funk/Soul Act.

Ihr energiegeladener Sound und die geballte Power ihrer Stimme sind einzigartig in Deutschland. Wer sie einmal live erlebt hat, wird sich erstaunt fragen: „Wie kann aus einer so kleinen Frau so viel Kraft rauskommen?“

Ein spanisches Sprichwort sagt: Wer an einem 21. Dezember zur Welt kommt, wird entweder Musiker oder Bandit. Rafael Cortés, am 21. Dezember 1973 in Granada geboren, wollte gesetzestreu leben und entschied sich für den Flamenco. Spanischer Stolz und andalusische Leidenschaft – niemand verkörpert das Lebensgefühl dieser Musik in deutschen Breiten so authentisch, virtuos und warmherzig wie Cortés.

Im Zusammenspiel mit seinen beiden Partnern, dem Gitarristen Juanfe Luengo und David Huertas an der Cajón, zelebriert der Saitenvirtuose am Sonntag, dem 10. Juni, um 15.00 Uhr, im Park der Capio Klinik an der Hagelkreuzstraße 37, die hohe Kunst des iberischen Gitarrenspiels.

Selbst Larry Coryell, seit langem im Olymp der weltbesten Gitarristen ansässig, soll ihm bei einem Konzert kniend die Hände geküsst haben. Mal abwarten, was in Hilden passiert.

Mit einer ebenfalls hochkarätigen Künstlerin geht die Open-Air-Party dann in die zweite Halbzeit: Die mit dem ECHO Jazz (German Jazz Award) als “Beste Sängerin National 2010“ preisgekrönte Deutsch-Französin Céline Rudolph stellt um 16.30 Uhr mit ihrer Band das  hochgelobtes Album “Salvador“ vor.

„In dieser Musik bestärken sich Wärme und lässige Sinnlichkeit“, schreibt “Die Zeit“ über ihre musikalische Hommage an den verstorbenen brasilianischen Chansonier und Jazzmusiker Henri Salvador.

Warme, federleichte Rhythmen aus Brasilien und Afrika, einige der schönsten Melodien des französischen Chansons, die atemberaubende Stimme Céline Rudolphs und ihre wunderbare Übertragung vieler Texte ins Deutsche machen die Atmosphäre und den Zauber der Kompositionen auch über die Musik hinaus spürbar.

„Ich habe das Gefühl, ein Teil von mir liegt in der Ferne“, sagt die Künstlerin und fährt fort: “Ich glaube, diese Verbindung zwischen französischem Chanson und brasilianischer Musik, die Salvador ja auch gesucht hat, die teilen wir. Diesen Mix aus Sehnsucht, Saudade, und großem Gefühl.“ Wie wahr!

Beide Konzerte werden durch die Sponsorenpartnerschaft mit der Capio Klinik im Park ermöglicht. Die erfolgreiche Zusammenarbeit findet in diesem Jahr bereits zum vierten Mal statt.

Ab 17.00 Uhr würzt das Hildener Urgestein Rolf „Locke“ Koenzen in seiner Galerie an der Benrather Str. 42a Mainstreamjazz mit einem Schuss Latin und Blues. Das Ergebnis ist ein akustischer Leckerbissen aus der regionalen Jazzküche.

“Globalgalaktisch“ sind die Stücke der aus Persien stammenden Dormunderin Gilda Razanis nach eigener Aussage angelegt. Aber was heißt das? Rezensenten beschreiben ihre Musik als hypnotisch, schwebend auf einem Zauberteppich.

Ob das stimmt und wie das klingt, kann man am ab 18 Uhr im Wilhelm-Fabry-Museum an der Benrather Straße 32 überprüfen. Dort entwirft sie mit ihrer Band „Sub.Vision“ Klangbilder, die sich durch eine einzigartige Mischung von Jazz, Weltmusik und Elektronik auszeichnen.

Festival-Historie: Vor 16 Jahren - 1996 – wagten die Stadt Hilden und die Firma Sensitive Colours  erstmalig das Experiment einer „Private Public Partnership“. Ein Experiment kann man das Festival schon lange nicht mehr nennen: Mehr als 2000 Jazzmusiker aus allen Kontinenten gastierten seitdem in der Itterstadt.

Finanziert durch die Stadt Hilden, die Sparkasse HRV, die Stadtmarketing GmbH,   die Sport- und Kulturstiftung der Stadt Hilden und einer Reihe erstklassiger Sponsoren haben sich die Hildener Jazztage nachhaltig in der deutschen Veranstaltungslandschaft etabliert.

Weitere Infos unter:

www.hildener-jazztage.de

Tickets: an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder auch unter

www.hildener-jazztage.de

Tickets:

www.hildener-jazztage.de

und alle bekannten Vorverkaufsstellen

Bilder:

1 Celine Rudolph
2 Esra Dalfidan
3 World Percussion Ensemble
4 Fraucontrabass
5 Juergen Attig
6 Tango Transit

(c)und Quelle Veranstalter

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