25.05.2014 08:50 Hochkarätig besetzter Film

Words & Pictures - Romantik-Komödie mit Clive Owen und Juliette Binoche

Film Words and Pictures Juliette Binoche und Clive Owen

Mit Clive Owen und Juliette Binoche besetzte romantische Komödie über den Wettstreit einer Kunst- und eines Englischlehrers. ©

Film Words and Pictures Valerie Tan und Juliette BinocheFilm Words and Pictures Clive Owen
Von: Kino.de

Juliette Binoche und Clive Owen geraten in Fred Schepisis Screwball-Variante ob der Wertigkeit von Wort und Bild aneinander - und finden dabei zueinander. Wörter oder Bilder? Die Präzision der Sprache oder die visuelle Wucht, womit lässt sich mehr erreichen? Um zwei grundverschiedene Ausdrucksmöglichkeiten, die letztendlich auch das Kino ausmachen, geht es in Fred Schepisis "Words and Pictures", einer modernen Variante der klassischen Screwball-Komödie, in der diesmal ein Zyniker auf einen "Eiszapfen" trifft. Clive Owen und Juliette Binoche, beide in bester Spiellaune, geben die Antagonisten, die über den Kampf zueinander finden - ganz in der Tradition von Spencer Tracy und Katharine Hepburn.

Beide unterrichten an einer US-Eliteschule. Owen spielt Jack Marcus, einen ehemaligen Literaturstar, der seit Jahren nichts mehr veröffentlicht hat, als Englischlehrer seine Schüler ob deren Obsession für die sozialen Netzwerke verachtet und Trost im Alkohol sucht. Binoche gibt eine abstrakte Malerin namens Dina Delsanto. Auch ihr stand eine große Karriere bevor, ehe die Arthritis sie zwang, die Staffelei gegen das Lehrerpult zu tauschen. Jack fühl sich zur schlagfertigen Neo-Kollegin sofort hingezogen, flirtet mit ihr, lässt aber gleichzeitig keine Gelegenheit aus, sie zu provozieren.

Viele Worte, fein ziselierte Dialoge, mal witzig, mal ernst, aber immer auf dem Punkt, bekommt man nach dem Skript von Gerald Di Pego ("Message in a Bottle") geboten, dagegen geschnitten werden die großflächigen Gemälde Delsantos, die man auch bei der (mühsamen) Arbeit sieht. Um das Innenleben der Figuren geht es, die sich über ihre Kunst definieren und schließlich (wieder) zu sich selbst finden. Ein für die Schülerzeitung ausgetragener Wettstreit soll klären, welche Darstellungsform mehr wiegt - das finale Patt ist nur von logischer Konsequenz.

Viel Raum lässt der Australier Schepisi ("Letzte Runde") seinen beiden Stars sich zu entfalten, lustvoll und nuanciert spielen sie gegeneinander an. Kleine Nebenplots, etwa um eine kunstbegabte Schülerin, einen geduldigen Direktor (glaubwürdig: Navid Negahban) oder Intrigen im Lehrerzimmer, lockern das virtuos ausgetragene Schauspielduell auf ohne die vertrackte (Liebes-)Geschichte aus dem Fokus zu verlieren. Passend zurückgenommen und unaufdringlich sind Kameraarbeit und Musikeinsatz, gepflegt und gediegen Ausstattung und Kostüme. Ein Film über zwei verlorene Seelen, die sich gegenseitig wieder aufrichten - einfach, stimmig und schön anzusehen. geh.

Kinostart: 22.05.2014

Quelle: kino.de