09.10.2012 07:17 Teil 1: "Madonna oder Mörderin?"

TV-Tipp: Phoenix zeigt die dreiteilige Dokumentation "Wenn Frauen morden"

Bilder zu dreiteiliger Dokumentation

Quelle Bild 1, 2 und 3: PHOENIX/ NDR/ docstation

Von: GFDK - Phoenix

Teil 1/3:

Der Fall der schönen Ruth Blaue, deren Gatte durch fünf Axthiebe starb, machte Anfang der fünfziger Jahre Furore. Dass eine Frau kaltblütig tötete, empörte die Öffentlichkeit - auch bei Kapitalverbrechen war die Rollenverteilung noch klar.

Auf einmal war da ein Ohr. Als Gerd Killisch im Sommer 1947 mit Freunden in einem flachen Badetümpel im Dorf Klein Nordende beim schleswig-holsteinischen Elmshorn schwimmen ging, fiel ihm sofort dieses seltsame Bündel im Wasser auf. Und irgendetwas darin sah nach einem menschlichen Ohr aus. Als der Junge den Seesack öffnete, erlebte er den Schock seines Lebens: Im Sack steckte der halbverweste Kopf eines Menschen.

Der gruselige Fund im Badeteich war der Auftakt für einen spektakulären Kriminalfall, der die bundesdeutsche Öffentlichkeit und Medien jahrelang in Aufruhr versetzte. Nicht nur, weil der Tote aus dem Badeteich lange Rätsel aufgab: Sein Gesicht war bis zur Unkenntlichkeit entstellt, denn der Täter hatte ihm mit mehreren Axthieben das Gesicht zertrümmert. Mit den damaligen Methoden war die Leiche kaum zu identifizieren. Das eigentlich Unerhörte kam aber erst Jahre später ans Licht: Eine Frau sollte hinter dem ungewöhnlich brutalen Mord stecken. Eine Axtmörderin? Und dazu noch eine attraktive und charismatische? "Mörderin mit dem Madonnengesicht" taufte die Presse bald Ruth Blaue, die Tatverdächtige, die in der Haft Gedichte schrieb und sich religiös gab. Als auch noch durchsickerte, dass die "Madonna" früher als Straßenmädchen gearbeitet hatte, war der Skandal perfekt.


Im biederen Nachkriegsdeutschland, vor der Zeit von Emanzipation, Frauenquoten oder TV-Erfolgen wie "Der Frauenknast" war die mutmaßliche Gattenmörderin ein echter Aufreger. Im gerade beendeten Krieg hatten sich die Männer als Soldaten zwar gegenseitig millionenfach umgebracht - dass eine Frau auf so bestialische Weise tötete, empfanden die Zeitgenossen dennoch als Schock.

 

Ein Film von Ute Bönnen und Gerald Endres

Sendetermin Teil 1/3:

Di, 09.10.12, 20.15 Uhr

Mi, 10.10.12, 07.30 Uhr

Mi, 10.10.12, 18.30 Uhr

 


Teil 2/3: "Der Enzianmord"von Film von Sissi Hüetlin

Di, 09.10.12, 21.00 Uhr

Mi, 10.10.12, 08.15 Uhr

Mi, 10.10.12, 19.15 Uhr

 

Teil 3/3: "Das Blaubeer-Mariechen" von Ute Bönnen und Gerald Endres

Mi, 10.10.12, 20.15 Uhr

Do, 11.10.12, 07.30 Uhr

Do, 11.10.12, 18.30 Uhr

 

 

Bild 1: Ruth Blaue

Bild 2: Christel Müller gibt ein Paket ab

Bild 3: Inszenierung Blaubeermariechen

 

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