03.12.2012 07:00 Sendetermin: Dienstag 4.12.2012, 20.15 Uhr HR

TV-Tipp: Herrenhäuser zwischen dem hessischen Ringgau und Taunus

Herrenhäuser zwischen Ringgau und Taunus

© HR/Schloss Garvensburg

Von: HR

Unsere Reise zu den Herrenhäusern führt quer durch Hessen, wir lernen adelige Bewohner, unternehmungslustige Pächter, kunstsinnige Mieter kennen. Jeder von ihnen trägt auf seine Weise dazu bei, dass mit den Herrenhäusern auch ein Stück Geschichte lebendig bleibt.

 

Die unterhaltsame Reise zu alten hessischen Herrenhäusern startet im Ringgau: im Rittergut Willershausen, einer malerischen Wasserburg, die ihre Tore heute für Feriengäste und Golfbegeisterte geöffnet hat. Von dort geht es weiter nach Wanfried-Heldra, wo das verfallene Francke'sche Gut in der Dorfmitte von einem Landarzt und mehreren Dorfbewohnern umgebaut und als gastfreundliche "Herberge im Kleegarten" wiederbelebt worden ist. "Zum Vergnügen wie zum Nutzen" sollten Herrenhäuser sein, das schrieb einst Martin Ernst von Schlieffen, der 1764 Gut Windhausen mit einem prächtigen Park im Kaufunger Wald gestalten ließ. Eine Formel, die auch heute noch zutreffend scheint.

Wer in der Garvensburg bei Fritzlar Hochzeit feiert, kann sich mit dem hauseigenen Hubschrauber einfliegen lassen. Gut Waitzrodt bei Immenhausen am Rande des Reinhardswaldes ist von seinen Mietern in ein Reitsportparadies verwandelt worden, aber auch Freunde von Musik und Kabarett kommen dort auf ihre Kosten.

Weiter geht es ins Diemeltal, dort liegt das Rittergut Grimelsheim, dessen heutige Bewohner trotz der kargen Böden die landwirtschaftliche Familientradition fortsetzen. Schloss Höhnscheid bei Bad Arolsen wird von einem jungen Paar als exklusives Tagungshotel geführt. Im einsamen Orketal, versteckt und nur über einen Waldweg zu erreichen, liegt Schloss Reckenberg. Zwei Großstädter aus Duisburg haben es geerbt und versuchen sich mit der Haltung von Ziegen und Hochlandrindern.  Weiter geht die Reise über den Edersee an den Rand des Kellerwaldes. In Neuental-Gilsa haben vier Freunde den völlig verfallenen Mittelhof, einst eine Wasserburg, mit sehr viel Eigenleistung restauriert und dafür den Landesdenkmalschutzpreis bekommen. Auch der Eichelbacher Hof im Taunus hat seine neuen Besitzer viel Geld für die Sanierung gekostet. Doch dafür fühlen sich heute nicht nur die Tiere aus dem alten Bauernhof "sauwohl", sondern auch die Gäste in der romantischen Gaststube.

Vom Taunus geht es über den Vogelsberg nach Schlitz. Auf dem Richthof, einst Jagdschloss der Schlitzer Grafen, ist heute die anthroposophische Einrichtung "Lebensgemeinschaft" zu Hause. Jetzt geht es dort womöglich lebhafter zu als zu den Zeiten, in denen Kaiser Wilhelm zur Auerhahnjagd kam. Das Herrenhaus Imshausen bei Bebra ist Stammsitz der Familie von Trott zu Solz. Heute ist es ein Ort der Erinnerung an den ermordeten Widerstandkämpfer Adam von Trott zu Solz, der zu den Verschwörern des 20. Juli 1944 gehörte. Viele Jugendgruppen sind dort zu Gast.

Die Reise endet in Waldhessen, auf Gut Baumbach. Auch dieses Anwesen drohte zu verfallen, bis sich der adelige Besitzer entschloss, an den Ort seiner Kindheit zurückzukehren und den Hof für Dorfbewohnerund Feriengäste zu öffnen. Eine sinnvolle Nutzung der historischen Gebäude.

 

 

Sendetermin: Dienstag 4.12.2012, 20.15 Uhr HR



 

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