23.03.2013 07:00 Sendetermin: Sonntag 24.3.2013, 16:40 Uhr Arte

TV-Tipp: "Geschichten aus Tausendundeiner Nacht" - Über Geschichte und Einfluss der morgenländischen Erzählungen

"Geschichten aus Tausendundeiner Nacht" - Über Geschichte und Einfluss der morgenländischen Erzählungen

© 13 Production /Arte France

Von: Arte

Ein Film auf den Spuren der Märchen aus "Tausendundeine Nacht", über die verschlungenen Wege der morgenländischen Erzählungen seit ihrem Auftauchen in Indien bis zur Ankunft im Abendland zu Beginn des 18. Jahrhunderts. ARTE zeigt diese Sendung anlässlich der Ausstellung "Les Mille et une Nuits" im Pariser "Institut du monde arabe" vom 27. November bis 28. April 2013.


Der Weg führt geografisch von Indien über Ägypten, den Persischen Golf und das Maghreb bis nach Paris. Inhaltlich bewegt sich das Werk zwischen drei Welten, der des Märchens, der der Völker, die es gestaltet und weitergetragen haben, und der des Sultans-Palastes, in dem Sheherazade um ihr Leben erzählt. Die schöne Sheherazade stellt sich der unglaublichen Herausforderung, die seelischen Leiden eines Tyrannen mit der Magie des Erzählens zu heilen, und tatsächlich gelingt es ihr, den Sultan Tausendundeine Nacht in Atem zu halten und so ihr eigenes Leben und das der Frauen des Reiches zu retten.
Vermutlich entstanden die Erzählungen aus "Tausendundeine Nacht" vor 1.700 Jahren in Indien, wo eine Geschichte, einmal angehört, um jeden Preis weitergegeben werden musste. Eine Idee von der Urform der Erzählungen aus "Tausendundeine Nacht" vermittelt das "Panchatantra", eine Sammlung von Fabeln, Märchen und Geschichten aus dem 3. Jahrhundert. Aber in Indien wurden die Geschichten nicht nur erzählt, sondern auch getanzt und zwar in Form des Bharatanatyam, des ältesten indischen Tanzes.
Die indischen Fabeln gelangten dann in Form von mündlichen Überlieferungen zwischen dem 8. und 9. Jahrhundert nach Persien, das damals von der Dynastie der Abbasiden beherrscht wurde. Persien war zu dieser Zeit ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen.
Die Erzählungen aus "Tausendundeine Nacht" nährten sich aus orientalischen Glaubensvorstellungen, Wissenschaft und Religion, bevor sie in die abendländische Literatur und Vorstellungswelt eingingen. Im 10. und 12. Jahrhundert wurden sie im Ägypten der Fatimiden um neue Geschichten bereichert, niedergeschrieben und nach Nächten eingeteilt.
Sherherazade gelang es, den Sultan von seinem Wahn zu befreien und Leben zu retten. Der hörte aus ihren Erzählungen die Lehren alter Völker heraus. Die Kraft der Worte überwand die Macht des Herrschers.
Noch heute bezaubern die Erzählungen aus "Tausendundeine Nacht": Der französische Orientalist Antoine Galland fertigte die erste französische Übersetzung an, allerdings hatte er den Text erheblich gekürzt und ihn seines erotischen Zaubers beraubt. Die erste deutsche Übersetzung aus dem Arabischen stammt von Gustav Weil und entstand zwischen den Jahren 1837 und 1841.
Die Dokumentation schlägt Brücken zwischen dem dokumentarischen, dem fiktionalen Genre und dem Animationsfilm, um die Epochen und Länder umspannende Geschichte dieses Werkes der Weltliteratur zu erzählen.


Sendetermin: Sonntag 24.3.2013, 16:40 Uhr Arte


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