08.02.2014 08:00 Spielfilmdebüt

Thriller: Der Einfluss des Internets auf das tägliche Leben: "Disconnect" von Henry Alex Rubin

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Vier Handlungsstränge - nebst mehreren Subplots - verwebt Henry Alex Rubin zum cleveren Thriller, in dem es um die Symbiose von Mensch und Technologie geht. © Weltkino

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Von: kino.de

Packendes, bestens besetztes Ensembledrama und clever verwobener Thriller um Missbrauch, Identitätsdiebstahl und Mobbing via World Wide Web.

Welche Gefahren birgt das Internet, wie beeinflusst es unser tagtägliches Leben? Dieser Frage geht Henry Alex Rubin in seinem Spielfilmdebüt "Disconnect" nach. Für seine Dokumentation "Murderball" (2005) wurde er für einen Oscar nominiert, seine Herkunft vom Non-fiction-Bereich ist beim Kinoerstling deutlich sichtbar. Nüchtern und funktional sind die Bilder, die Ästhetik realistisch gehalten, sein Augenmerk hat der Regisseur darauf gelegt, eine möglichst authentische Atmosphäre zu schaffen.

Vier Handlungsstränge - nebst mehreren Subplots - verwebt er zum cleveren Thriller, in dem es um die Symbiose von Mensch und Technologie geht. Die Welt ist vernetzt, via iPad, Smartphone und soziale Netzwerke. Die moderne Kommunikation hat unser Leben grundlegend verändert - nicht unbedingt zum Besseren. So wird der introvertierte Ben (Jonah Bobo) von zwei Mitschülern via Facebook gnadenlos gemobbt, das Ehepaar Hull (Alexander Skarsgård und Paula Patton) seiner Identität - und all seiner Ersparnisse - beraubt, während TV-Journalistin Nina Dunham (Andrea Riseborough) ihren Netzkontakt zum gutgläubigen 18-jährigen Sex-Worker Kyle (Max Thieriot) nutzt, um eine spektakuläre Geschichte über Porno-Chatrooms zu lancieren.

Die "Wir sind alle verbunden"-Prämisse ist nicht neu, Robert Altman mit "Short Cuts" oder Alejandro González Iñárritu mit "Babel" haben über dieses Phänomen reflektiert, noch nie aber hat sich ein Filmemacher so konsequent und nah an am Puls der Zeit damit befasst. Mit Empathie zeichnet Rubin seine Figuren, er beobachtet, wertet und dämonisiert nicht, zeigt nur was passieren kann, wenn das virtuelle Leben das wahre übernimmt. Dabei mutiert seine episodische Arbeit zum schleichenden, Haken schlagenden Thriller. Die Protagonisten sehen sich schließlich dazu gezwungen zu handeln und müssen die vermeintliche Sicherheit des World Wide Web verlassen.

Immer wieder brechen Spiegel und Fenster den Blick, Sein und Schein drohen zu verwischen, handgreiflich wird's sogar, plötzlich müssen die Figuren aus ihrer Anonymität heraustreten und sich ihren Problemen persönlich stellen. Dass das alles so glaubwürdig funktioniert ist Verdienst von Andrew Sterns intelligentem Drehbuch sowie des gut zusammengestellten, auf hohem Niveau agierenden Ensembles zu dem unter anderem auch Jason Bateman und Michael Nyqvist ("Verblendung") gehören. geh.

In der Ehe von Derek und seiner Frau kriselt es, doch als sie erkennen, dass ihr Computer gehackt wurde, rücken sie wieder zusammen. Das bringt den Ex-Cop Mike, einen Spezialisten für Internetkriminalität, ins Spiel. Ihm entgeht, dass sein Sohn Jason einen Mitschüler namens Ben in sozialen Netzwerken mobbt. Es kommt zur Katastrophe, die Bens ewig beschäftigte Eltern aufrüttelt und an die Verantwortung für ihre Kinder erinnert. Und dann ist da noch die ehrgeizige Journalistin Nina Dunham, die eine Story wittert, als sie im Pornochat den 18-jährigen Kyle kennenlernt.

Weiterführende Links:
www.disconnectthemovie.com