11.01.2015 08:00 Bestseller-Verfilmung

Schändung - Carl Mork rollt einen 20 Jahre alten Doppelmord wieder auf

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Schändung, Die Fasanentöter, zweite Verfilmung eines Thriller-Bestsellers von Jussi Adler Olsen um das Sonderdezernat Q der Kopenhagener Polizei (c) NFP (Warner)

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Von: GFDK - NFP (Warner)/kino.de

Jussi Adler Olsen, Mikkel Nørgaard, Nikolaj Lie Kaas und Fares Fares zum Zweiten - diesmal wird in einem 20 Jahre zurückliegenden Doppelsexualmord ermittelt.

Demnächst im Kino

Sie sind zurück, "der Araber und der Säufer", die bei ihren Kollegen nicht gerade populären Polizisten Carl Mørck und Assad, die im Kopenhagener Sonderdezernat Q ungeklärte Verbrechen lösen sollen. Höchst erfolgreich haben sie dies bei "Erbarmen" schon einmal getan, nun dürfen sie - diesmal unterstützt von einer schlagfertigen Assistentin - zum zweiten Mal ihr Können unter Beweis stellen. Die Vorlage stammt wieder von Bestsellerautor Jussi Adler-Olsen. Nikolaj Arcel und Rasmus Heisterberg haben das Skript geschrieben, Mikkel Nørgaard hat erneut Regie geführt.

Eine 20 Jahre zurückliegende Gräueltat gilt es zu klären, Zwillingsgeschwister wurden damals umgebracht. Die Ermittlungen gegen die des Doppelmords verdächtigte Schüler-Clique eines Nobelinternats wurden eingestellt, die Zeugin, die damals panisch einen telefonischen Notruf absetzte, nie verhört. Bei einem Mann, der sich in der Badewanne die Pulsadern aufgeschnitten hat, findet Mørck eine an ihn adressierte Akte, die Details zum Fall enthält. Er prüft die Unterlagen, entdeckt Unstimmigkeiten und will recherchieren. Doch seine Vorgesetzten sträuben sich gegen eine Neuaufnahme.

Einen an den Nerven zerrenden, in Sachen expliziter sadistischer Details wenig zimperlichen Kriminalfilm bekommt man mit "Schändung" geboten. Nachtschwarz und regennass sind Eric Kress' fahle Bilder, nur die virtuos einmontierten Flashbacks, die die Morde und ultrabrutalen Sexualdelikte zeigen, sind gleißend hell gehalten und schmerzen fast in den Augen. Der Zuschauer weiß schnell um Zusammenhänge und Täter - jung, schön, reich und skrupellos sind sie -, die zu den Spitzen der Gesellschaft gehören und inzwischen gemeinsam auf die Jagd gehen, bei der dem erfolgreichsten Waidmann als Preis schon mal ein Ferienhaus in der Provence winkt.

In skandinavischer Krimitradition

Die spannendste Figur des in altbewährter skandinavischer Tradition umgesetzten Thrillers - ätzende Gesellschaftskritik inklusive - ist Kimmie, Täter, Opfer und Racheengel zugleich. Als Teenager wird sie von Sarah-Sofie Boussnina mit viel sexueller Strahlkraft gespielt, als erwachsene Frau erinnert Danica Curcic in Auftreten und Erscheinung etwas an die Punk-Ermittlerin Lisbeth Salander aus der "Millennium"-Trilogie. Gewohnt gut funktionieren Nikolaj Lie Kaas und Fares Fares als gegensätzliche Ermittler - Menschenfeind und Menschenfreund repräsentieren sie -, ein wenig aufgesetzt wirkt das in die Länge gezogene Finale, bei dem zum großen Halali geblasen wird. Aber das muss man wohl als ehernes Gesetz des Genres akzeptieren. geh.

Kinostart: 15.01.2015

Quelle: kino.de