01.02.2014 08:00 In den Kinos ab 13.02.

Mit Annemarie Düringer in einer Hauptrolle - die Schweizer Produktion „Lovely Louise”

Kino Lovely Louise Stanley Townsend Stefan Kurt

Stanley Townsend und Stefan Kurt als „Bill“ und „André“. © Hugofilm & Philippe Antonello

Kino Lovely Louise Stefan Kurt und Stanley Townsend

Stefan Kurt und Stanley Townsend als „André“ und „Bill“. © Hugofilm & Philippe Antonello

Kino Lovely Louise Annemarie Dueringer

Annemarie Düringer als „Louise“. © Hugofilm & Philippe Antonello

Kino Lovely Louise Stanley Townsend

Stanley Townsend als „Bill“. © Hugofilm & Philippe Antonello

Von: Camino Filmverleih

Der Mittfünfziger André (Stefan Kurt) wohnt noch bei seiner achtzigjährigen Mutter Louise (Annemarie Düringer). Er führt ein unspektakuläres Dasein als Taxi-Fahrer und Tüftler, der sich kaum traut, die schöne Wurstverkäuferin (Nina Proll) vom Modellflugplatz anzusprechen. Eines Tages steht ein Fremder aus Amerika vor der Tür: der schillernde Bill (Stanley Townsend), der bald schon die beschauliche Zweisamkeit von Louise und André auf den Kopf stellt. André muss zum ersten Mal im Leben aus seiner Lethargie erwachen und ein paar Tatsachen ins Auge blicken. Es ist nie zu spät, mit dem Leben und der Liebe zu beginnen…

Regisseurin Bettina Oberli inszenierte bereits mit dem Schweizer Überraschungserfolg „Die Herbstzeitlosen” eine herzerfrischende Mischung aus federleichtem Humor und wunderbar melancholischen Momenten. Für „Loveley Louise” holte sie wieder Annemarie Düringer, die Grand Dame des Schweizer Theaters vor die Kamera und stellte ihr Stefan Kurt an die Seite. Der vielfach ausgezeichnete Film- und Theaterschauspieler verleiht der Rolle des
verklemmten Spätentwicklers emotionale Tiefe und feinsinnige Komik. Die deutsch-schweizerische Ko-Produktion würde von Hugofilm Production, Zürich und Wüste-Film, Hamburg realisiert.

Das sagt die Regisseurin

Selber Mutter von zwei kleinen Söhnen, erzähle ich mit „Lovely Louise" eine Mutter-Sohn- Geschichte, in der es um einen gegenseitigen Mangel an Anerkennung geht und darum, dass jeder dafür geliebt werden möchte, was er ist. Wenn er denn überhaupt weiss, was oder wer er ist: Denn alle Figuren in diesem Film sind mit „Sein oder Schein" und Lebenslügen beschäftigt.

Es geht um die komplexe Beziehung zwischen Eltern und Kindern, die viele Menschen kennen, und auch darum, dass man irgendwann seine Eltern verlassen muss. Wie im Film DIE HERBSTZEITLOSEN spielt eine eigensinnige ältere Dame eine tragende Rolle, aber dieses Mal erzähle ich aus der Perspektive des Sohnes. André schafft es nicht, zu seiner Mutter in genau dem Abstand zu leben, der ihm – und damit auch ihr – gut tut. Beide leben in einer
Verstrickung, die ihnen die Luft und die Lust nimmt.

Lovely Louise" schildert eine gegenseitige Abhängigkeit, wegen der zwei Menschen in einer fatalen Situation festsitzen: Louise und André glauben, auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen zu sein. Schuldgefühle und Vorwürfe stehen im Raum: Louise hat ihre angeblich so glänzende Karriere für ihren kleinen Sohn aufgegeben, und gleichzeitig beklagt sie, dass aus André nichts geworden ist. Und vor allem lebt da in André eine übermächtige Mutterliebe und stoische Gutmütigkeit, die schon fast zu einer Depression führt. Er kommt nicht zu seiner Kraft,
nicht zu seiner Energie, nicht zu seiner Männlichkeit, geschweige denn einer Frau...

André und Louise leben in einem unspektakulären Zürcher Aussenquartier, und das Geld ist knapp. Sämtliche Protagonisten sind auf ihre Weise gescheitert - in der heutigen Welt, in der einem suggeriert wird, dass man für seinen Erfolg selber verantwortlich ist und es jeder schaffen kann, wenn er nur will. Das ist auch beim Amerikaner Bill der Fall, der in die Symbiose der beiden platzt, was sich zunächst als Katastrophe, am Ende jedoch als Segen erweist. André nabelt sich mit Hilfe des neuen Bruders von Louise ab, aber ohne dass er sie vernachlässigen muss. Mutter und Sohn finden am Ende des Films einen guten und gesunden Abstand zueinander, der beiden den Raum lässt, den sie brauchen.

Das klingt alles nicht sehr lustig. Und dennoch ist "Lovely Louise" kein trauriges Drama . Denn oft liegt in solchen Geschichten ein feiner Humor, gibt es Situationen, die von aussen betrachtet komisch sind. Alltagsrituale, die skurril anmuten, aber für Familien oder Paare selbstverständlich sind. Seltsame Verhaltensmuster, absurde Momente und sogar Zärtlichkeit – alles Situationen, die harte Worte und böses Blut leichter machen. Humor und Ironie sind in der
Erzählweise und Gestaltung von "Lovely Louise" zentral. Denn das Leben, und somit auch das scheinbar auswegslose und verkrustete Leben von André und Louise, ist immer tragisch und komisch zugleich.

Die Frage, wie man als Individuum in einer Gemeinschaft Platz findet, der Konflikt zwischen dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit und der Sehnsucht nach Ausbruch – das sind die Sujets, die mich persönlich umtreiben, in meiner Welt und meiner Arbeit, und dennoch glaube ich, dass diese Suche zeitlos und universell ist.

Kinostart ist der 13.02.2014

Pressekontakt: fehr@boxoffice-fm.de

Weiterführende Links:
http://lovelylouise.ch/