19.03.2012 07:54 Deutsche "Short Cuts"

Kinostart 22.3.2012: Ruhm - Verfilmung des gleichnamigen Buches von Daniel Kehlmann mit Senta Berger und Heino Ferch

Fotos: NFP (Warner), Little Shark Martin Menke + trailer

Von: kino.de - 8 Bilder

Mit deutschen Vorzeigeschauspielern besetzte Adaption des gleichnamigen Romans von Daniel Kehlmann, in dem Isabel Kleefeld sechs Stories miteinander verwebt.

Aus neun Geschichten besteht Daniel Kehlmann 2009 erschienener Erfolgsroman "Ruhm", die versierte (TV-)Regisseurin und Autorin Isabel Kleefeld ("Mama kommt!") hat sechs dieser Kapitel zu einer Tragikomödie verwoben. Berührungspunkte zwischen den einzelnen Episoden sind Menschen, deren Wege sich kreuzen - manchmal ist dies für die Story von Belang, manchmal reiner Zufall. Deutsche "Short Cuts" wenn man so will, wobei die Sehnsucht nach einem erfüllten, glücklichen Leben die Protagonisten eint.

Da ist beispielsweise der Ingenieur Joachim Ebling (Justus von Dohnányi), der sich ein Mobiltelefon kauft und feststellt, dass seine neue Nummer bereits vergeben ist. Zunächst ist er darüber verärgert, findet aber zusehends Spaß daran, eine fremde Persönlichkeit anzunehmen. Ein Verwechslungsspaß also? Nur ansatzweise. Denn kaum kommt dieser Handlungsstrang in Schwung, ändert die Filmemacherin ihre Blickrichtung. Wie in der Vorlage gibt es keine zentrale Figur. Beim neurotischen Schriftsteller Leo Richter (Stefan Kurt), vielleicht Alterego Kehlmanns, laufen die Fäden am ehesten zusammen. Die Protagonisten seiner Bücher erfindet er aus der Begegnung mit anderen Menschen. "Die Wirklichkeit ist nur eine Frage der Perspektive", lautet Richters Motto, alle Existenz endet, sobald man den Blick von ihr nimmt.

Genauso muss man Kleefelds Film sehen, als Momentaufnahmen des Daseins, manchmal tragisch, manchmal lustig, manchmal überraschend. Etwa für den Schauspielstar Ralf Tanner (selbstironisch: Heino Ferch), der gerne so tut als wäre er sein eigener Doppelgänger - und dann von einem Double aus seiner Villa verdrängt wird. Ein Albtraum! Wie auch der, in dem sich die brillante Senta Berger in der wohl stärksten Episode befindet. Als todkranke Rosalie sucht sie Erlösung bei einem Schweizer Sterbehilfeverein - um dann doch weiterleben zu wollen und Richter bittet, ihre (Lebens-)Geschichte umzuschreiben.

Die Schauspieler sind es, die hier allesamt überzeugen. Mit Lust füllen sie ihre Parts mit Leben, genießen sichtlich das doppelbödige Spiel um Sein und Schein. Handwerklich sauber, jedoch eher dem Fernsehen verpflichtet ist die Inszenierung, ruhig und unaufgeregt das Tempo, wenig spektakulär sind die Bilder. Eine insgesamt saubere, recht werkgetreue Literaturadaption, in der die Filmemacherin Kehlmann, der die Verfilmung selbst als "ausnehmend gut" empfindet, auch einen netten Cameoauftritt gestattet. geh. Quelle: www.kino.de

 

Deutschland/Österreich/Schweiz 2011
Laufzeit: 103 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Senta Berger
Heino Ferch
Justus von Dohnányi

Regie: Isabel Kleefeld
Verleih: NFP (Warner)

 

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