11.02.2012 07:10 Zusammenarbeit der Supermächte USA und UdSSR

Kinostart 16.2.2012: Der Ruf der Wale - Drama über die Rettungsaktion dreier Grauwale 1988

Fotos: Universal + trailer

Von: kino.de - 6 Bilder

Mit einem All-Star-Cast ausgestattetes Natur-, Medien- und Politspektakel, das auf sympathisch-witzige Weise einen wahren Fall aus den Achtzigerjahren aufrollt.

Die historische verbriefte Rettungsaktion dreier Grauwale, die sich 1988 im Norden Alaskas zwischen den Eismassen verirrt hatten, hätte man als rührseliges, sentimentales Drama inszenieren können. Doch Regisseur Ken Kwapis kommt nicht von ungefähr vom Komödienfach ("Lizenz zum Heiraten", "Er steht einfach nicht auf Dich") und kann der per se tragischen Geschichte einige sehr humorvolle Seiten abgewinnen.

Im Zentrum des Geschehens steht ein verschlafenes Inuit-Dörfchen, das plötzlich in den Fokus der Weltöffentlichkeit gerät, als ein Lokalreporter einen Bericht über eine dreiköpfige Walfamilie filmt, die vom Packeis eingeschlossen ist. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer und mit einem Mal sind nicht nur die Medien und eine umtriebige Greenpeace-Aktivistin, sondern auch ein mächtiger Öl-Baron und sogar der US-Präsident persönlich, der seinen besten Soldaten schickt, an einer Rettung der mächtigen Meeressäuger interessiert, wenn auch aus völlig unterschiedlichen Motiven.

Kwapis meistert es hervorragend, ein rundes Dutzend Handlungsstränge und Nebenfiguren zu einem großen Ganzen zu verweben und gibt auch den Eingeborenen ein Forum, in dem er die Geschichte, die lose auf Tom Roses Buch "Freeing the Whales: How the Media Created the World's Greatest Non-Event" basiert, aus der Sicht eines elfjährigen Inuit-Jungen (Newcomer Ahmaogak Sweeney) erzählt. Der gerissene kleine Bengel versteht es auch, aus dem Wal-Tourismus Kapital zu schlagen, was zu einigen sehr witzigen Situationen führt. Neben dem Culture Clash kommt es auch zu einem politischen Aufprall der Supermächte. Denn in allerletzter Sekunde muss die US-Regierung einen russischen Eisbrecher um Hilfe bitten, was damals, inmitten des Kalten Krieges, einer mittleren Sensation gleichkam, aus heutiger Sicht jedoch und mit dem entsprechenden Abstand mit viel Amüsement betrachtet werden kann.

Wenn man dem Film überhaupt etwas vorwerfen will, dann sind es die CGI-Wale, die zum Teil etwas unrealistisch wirken, wenn sie ihre mächtigen Köpfe aus dem Eisloch stecken. Sehr berührend ist jene Szene, in der die von Drew Barrymore verkörperte Umwelt-Kämpferin zu den Tieren hinabtaucht, um eines davon von einem Fischernetz zu befreien.

Während sich das ältere Publikum darüber hinaus an einer hochkarätigen Besetzung, aus der John Krasinski als sympathischer Reporter, Ted Danson als berechnender Ölmagnat und Vinessa Shaw als rechte Hand des US-Präsidenten (Reagan) herausragen, erfreuen wird, dürfte den jüngeren Zuschauern das knapp zweistündige Natur-, Medien- und Politikspektakel inklusive Love Story zwischen Barrymore und Krasinski ein wenig zu lang geraten sein. Es lohnt sich auf jeden Fall, den Abspann abzuwarten, denn hier werden aus Archivmaterial die realen Vorbilder, die für die Figuren von "Der Ruf der Wale" dienten, ihren Schauspielern gegenübergestellt. lasso. Quelle: www.kino.de

 

USA 2011

Drew Barrymore
John Krasinski
Kristen Bell

Regie: Ken Kwapis
Verleih: Universal