05.07.2013 08:00 Sandrine Bonnaire, Hans-Werner Meyer, Jessica Schwarz

Kinostart 11.7.2013: "Adieu Paris" - Feinfühliger Film von Franziska Buch, der sich aus zwei entgegengesetzen Emotionssträngen nährt

Adieu Paris

Extreme Emotionen treffen aufeinander und scheinen sich immer mehr ineinander zu verschlingen. Bild 1-4 (c) Farbfilm

Regie: Franziska BuchEmotionen en masseKinostart 11.7.2013
Von: GFDK - Kino.de - 4 Bilder

Banker Frank und die Schriftstellerin Patrizia treffen per Zufall am Flughafen aufeinander. Beide haben das gleiche Ziel, Paris, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Während Patrizia dort ihren Geliebten Jean-Jacques trifft, will Frank den beruflichen Coup seines Lebens einfädeln. Doch als Jean-Jacques nach einem Unfall ins Koma fällt und der Manager einem betrügerischen Metzger aufsitzt, haben beide mit elementaren Verlusten zu kämpfen, die sie zu Seelenverwandten machen, aber auch zwingen, ihr bisheriges Dasein zu überdenken.

Seit ihrem fulminanten Kinodebüt "Die ungewisse Lage des Paradieses" hat Franziska Buch höchst erfolgreich Kinderfilme inszeniert, darunter die Kästner-Neuadaption "Emil und die Detektive" und die Fortsetzung des "Bibi Blocksberg"-Abenteuers. Nun kehrt sie zu ihren dramatischen Wurzeln zurück. "Adieu Paris" ist hohe Schauspielkunst - zelebriert von Jessica Schwarz, Hans-Werner Meyer und Frankreichs Grande Dame Sandrine Bonnaire. "Adieu Paris" ist aber auch tiefschürfende Reflexion über die Irrungen und Wirrungen der Liebe, über schicksalhafte Begegnungen und Verknüpfungen und die Auseinandersetzung mit dem Für und Wider von Sterbehilfe, die allerdings an der Oberfläche bleibt. Letzteres Thema diktiert schließlich die Beziehung zwischen der deutschen Geliebten (Schwarz) und der französischen Ehefrau (Bonnaire) des Komapatienten, die sich ausgerechnet in der Diskussion über Leben und Tod näher kommen als man es von erbitterten Rivalinnen erwarten würde. Geradezu komödiantisch leicht wirkt dagegen der Erzählstrang, der von Hans-Werner Meyers Figur geprägt wird. Obwohl auch ihm, dem Banker, das Leben übel mitspielt und er alles (Materielle) verliert, sorgt doch sein Gegenspieler, der schlitzohrige Metzgermeister und französische Lebemann Monsieur Albert mit seinen augenzwinkernden Lebensweisheiten und unorthodoxen Ratschlägen für die heiteren Momente in einem Film, der weitestgehend von Trauer und Schmerz, Entscheidungsunfähigkeit und tiefen Grübeleien geprägt ist. Zwar spiegeln die dezidierten Dialoge - ganz zu Recht erhielt Martin Rauhaus dafür den Ludwigshafener Drehbuchpreis - die einzelnen Charaktere adäquat wider, doch Franziska Buch versäumt es zuweilen, ihrem Plot neue Impulse zu verleihen. Stattdessen versteigt sie sich in kompliziert verschachtelten Flashback-Erzählstrukturen und in langen Kamerafahrten durch Paris, die die Seine-Metropole zwar von ihrer schönsten Seite zeigen, der Geschichte selbst aber wenig dienlich sind. So entsteht virtuoses Kopfkino, das einige interessante philosophische Fragen aufwirft. Letztendlich gelingt es den überwiegend kühl und distanziert agierenden Protagonisten nicht, dass man sich für ihr Schicksal auch wirklich zu erwärmen beginnt. lasso. Quelle: kino.de

Regie: Franziska Buch

Cast: Sandrine Bonnaire, Hans-Werner Meyer, Jessica Schwarz

Laufzeit: 101 min.

FSK: 6

 

Pressestimmen und weitere Links:

Focus:

http://www.focus.de/kultur/vermischtes/adieu-paris-jessica-schwarz-moechte-keine-maenner-fantasien-bedienen_aid_1033397.html

Offizielle Homepage:

http://adieuparis-film.de/

Farbfilm Verleih:

http://www.farbfilm-verleih.de/filme/adieu_paris.html

 

Der Film kommt am 11.7.2013 in die Kinos. Im Verleih von Farbfilm.