09.08.2013 08:00 Regie: Tobias Wiemann

"Grossstadtklein" - Coming-of-Age-Spaß mit Klaas Heufer-Umlauf um einen Sommer in der Hauptstadt

Grossstadtklein kommt ins Kino

Ein Landei, das in die Millionenmetropole kommt und dort das Leben und die Liebe kennenlernt. Bild 1-4 (c) Warner

Regie Tobias WiemannMit Klaas Heufer-UmlaufKinostart 15.8.2013
Von: GFDK - Kino.de

Ole ist Anfang 20, lebt in MeckPomm und düst am liebsten mit seinen Kumpels auf dem Moped herum. Das süße Nichtstun hat jedoch ein Ende, als ihm Opa einen Praktikumsplatz in Berlin besorgt. Wohnen kann Ole bei Cousin Rokko, der das Landei aber nicht gerade mit offenem Armen empfängt - ganz im Gegensatz zur quirligen Frizzi. Als sich etwas mit der hübschen Kindergärtnerin anzubahnen scheint, bringt Ole ein Anruf völlig aus dem Konzept. Opa ist tot, und natürlich wird er zur Beerdigung in MeckPomm erwartet.

Filme im Kino

Gib dem Nachwuchs eine Chance - unter diesem Motto stand offensichtlich das Projekt "Großstadtklein", das Tom Zickler und Til Schweiger für Tobias Wiemann produzierten. Der Jung-Autor und -Regisseur nahm das Angebot dankbar an und inszenierte ganz im Geiste seines Mentors. Das heißt: Wiemann hat sich in Sachen Struktur und Story an Hits wie "Keinohrhasen" oder "Kokowääh" gehalten, den bewährten Mix aus deftiger Comedy und sentimentaler Melodramatik übernommen und auch Folgendes verinnerliche: den regelmäßigen Wechsel zwischen Dialogszenen und atmosphärischen, mit viel Popmusik unterlegten Sequenzen, in denen man die Krisen geschüttelten Protagonisten in nachdenklichen Posen beobachten kann.

Lediglich das Alter der Hauptfiguren ist ein wenig jünger bei "Großstadtklein", schließlich wird ja eine Coming-of-Age-Geschichte erzählt, von einem schüchternen Landei, das in die Millionenmetropole kommt und dort das Leben und die Liebe kennenlernt. Für zusätzliches Konfliktpotenzial sorgt außerdem ein jahrzehntelanger Familienstreit. Schön sind die Berlin-Impressionen, die dank fetzigem Score noch mehr Wirkung zeigen, und witzig ist der zum Teil anarchische Humor, etwa wenn Erzieherin (!) Frizzi einem rotzfrechen, mit Leuchtschwert bewaffneten Kindergartenbengel dessen Geburtstagstorte samt Goldpappkrone klaut. Gerade auf darstellerischer Ebene kann man bei dem hippen Initiationsfilm viel Spaß haben. Denn nicht nur Jytte-Merle Böhrnsen ist als quirlig-frivole Frizzi ein Genuss, auch die Sidekicks von Jacob Matschenz - Kostja Ullmann und Pit Bukowski - sorgen als Dorfrowdys in Berlin für viele köstliche Culture-Clash-Momente, und der kultige ProSieben-Moderator Klaas Heuer-Umlauf zeigt als Oles cooler Cousin, dass er auch das Schauspielhandwerk beherrscht. Weil die "Alten" um Tobias Moretti ebenfalls gute Arbeit abliefern, lassen sich auch poetische Deutsch-Rock-Phrasen wie "Dein Atem tut mir so weh" oder profane Botschaften wie "Familie hat man lieb, auch wenn man sie nicht mag" leichter verschmerzen. Und so verlässt man nach einem dicken Versöhnungsfinale einmal mehr sichtlich gerührt und mit einem angenehmen Bauchgefühl den Kinosaal. lasso. Quelle: kino.de

Regie: Tobias Wiemann

Cast: Jacob Matschenz, Jytte-Merle Böhrnsen, Klaas-Heufer Umlauf

Laufzeit: 98 min.

FSK: 6

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BZ:

http://www.bz-berlin.de/kultur/film/die-schweigsamen-aus-der-provinz-article1718800.html

Bild:

http://www.bild.de/unterhaltung/kino/til-schweiger/jytte-merle-boehrnsen-ist-der-star-in-seinem-neuen-film-31676104.bild.html

 

Der Film kommt am 15.8.2013 ins Kino. Im Verleih von Warner.