16.03.2012 07:48 am 18. März, 18.30 Uhr, im hr-fernsehen

Frankfurt - Man trifft sich im „KUSS 41“ - Jung, schwul, lesbisch – Ein „Hessenreporter“ über „Anders sein“

Julia (links) und Saskia, Hobbyfußballer Pablo und Christian (unten) sind Protagonisten im "Hessenreporter" mit dem Titel "Anders sein"

Von: Birgit Nelles

„Anders sein“ – das spüren und erleben homosexuelle Menschen häufig im Umgang mit ihrem unmittelbaren Umfeld. Das Frankfurter Zentrum für Schwule und Lesben „KUSS 41“ bietet Homosexuellen ein Forum der Begegnung und des Austauschs.

Den Treffpunkt und das Leben von jungen Schwulen und Lesben in der Gesellschaft thematisieren die hr-Autoren Maurice Friedrich und Rick Gajek im „Hessenreporter“ mit dem Titel „Anders sein“ am 18. März, 18.30 Uhr, im hr-fernsehen.

hr-online bietet zum Thema auf www.anderssein.hr-online.de ein Webspecial mit Videos und Interviews an. Auf dem YouTube-Channel des hr-fernsehens sind ein Trailer zur Sendung und drei eigene Playlists mit insgesamt 24 Videos abrufbar.

Es ist Liebe auf den ersten Blick, als sich Julia und Saskia vor gut einem Jahr kennen lernen. Julia (26) ist Bankkauffrau, Saskia (24) studiert in Dresden. Inzwischen wohnt das Paar zusammen in der Nähe von Frankfurt und denkt ans Heiraten und an Kinder.

Beide Frauen besuchen häufig das „KUSS 41“ in der Kurt Schumacher-Straße 41 in Frankfurt. Es ist ein angstfreier Raum für Leute, die spüren, dass sie anders sind. Zwei Sozialpädagogen, selbst homosexuell, betreuen den Treffpunkt. Es ist das einzige Zentrum dieser Art in Hessen, und manche Besucher legen weite Wege zurück, um ein paar Stunden hier sein zu können.

Der „Hessenreporter“ durfte ins Leben einiger junger Menschen im Umfeld des „KUSS 41“ schauen. Das ist nicht selbstverständlich: Viele haben Angst, ihr „Anderssein“ in der Öffentlichkeit zu zeigen. Der junge Homosexuelle Pablo (21) zum Beispiel wollte bisher seinen Fußballfreunden lieber nicht erzählen, dass er schwul ist.

Er fürchtete, dass sie dann nicht mehr mit ihm spielen wollen. Christian (20) berichtet in der Reportage, dass die Feindlichkeit gegenüber Homosexuellen zunehme. So sei „schwule Sau“ eines der häufigsten Schimpfwörter, nicht nur auf Schulhöfen. Und als „Scheißlesben“ würden die Frauen tituliert.

Keinesfalls etwas, was Homosexuelle einfach hinnehmen müssen: Die Polizei empfiehlt, die Täter anzuzeigen. Die Ordnungshüter sind auch auf der „MILK“-Messe, einer Karriere-Messe für Schwule, Lesben und Heteros in Berlin, neben 50 Unternehmen vertreten, die auf Schwule und Lesben in ihren Reihen Wert legen. Hier wirbt zum Beispiel die Deutsche Bank für „diversity“ und betont, wie wichtig ihr die Vielfalt ihrer Mitarbeiter ist. Bankkauffrau Julia ist begeistert.

Birgit Nelles

bnelles@hr-online.de