13.10.2012 11:31 vom Sonntag, 14., auf Montag, 15. Oktober

Eine Nacht für … die Hessische Filmförderung - Spielfilm, Kurzfilm, Dokumentarfilm und Animationsfilm

Ob Spielfilm, Dokumentation oder Animation – In der Nacht vom Sonntag, 14., auf Montag, 15. Oktober strahlt das hr-fernsehen von 0.55 bis 5.55 Uhr Filme aus, die für Aufsehen sorgen und auf internationalen Festivals ausgezeichnet wurden. Die Produktionen wurden mit Mitteln der Hessischen Filmförderung (HFF) unterstützt.

Szene aus dem Film "Die Beobachtung" von Roman Gonther mit Volker Zack Michalowski (links) und Matthias Bernhard Paul Foto: hr/Roman Gonther

Von: GFDK - Christian Bender

Ob Spielfilm, Dokumentation oder Animation – In der Nacht vom Sonntag, 14., auf Montag, 15. Oktober strahlt das hr-fernsehen von 0.55 bis 5.55 Uhr Filme aus, die für Aufsehen sorgen und auf internationalen Festivals ausgezeichnet wurden. Die Produktionen wurden mit Mitteln der Hessischen Filmförderung (HFF) unterstützt.

0.55 – 2.55 Uhr, „Madonnen“, Spielfilm 2007, Regie: Maria Speth
In ihrem Spielfilm zeichnet Regisseurin Maria Speth das Porträt von Rita, einer Frau, die sich ihrer Rolle als Mutter verweigert und so ins gesellschaftliche Abseits gerät. Sie behauptet, dass ihre Mutter nie eine Mutter für sie war. Sie bringt dann aber selbst ein Kind nach dem anderen zur Welt, die sie ihrer eigenen Mutter unterschiebt und sie so in eine Rolle zwingt, die sie ihr verweigert hat.

So reflektieren sich in Ritas Geschichte die Schicksale der vorangegangenen und folgenden Generation. Und der Zuschauer fragt sich, ob Ritas älteste Tochter auch irgendwann über sie sagen wird: „Für mich war sie nie eine Mutter“. Der Spielfilm wurde 2007 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin gezeigt und mit dem Hessischen Filmpreis 2007 ausgezeichnet.

2.55 – 3.05 Uhr, „Rette sich wer kann“, Kurzfilm 2011, Regie: Daniel Seideneder
Daniel Seideneder erzählt in seinem Kurzfilm mit viel Phantasie und Situationskomik eine heiter-ironische Geschichte aus dem Rettungswesen, die geprägt ist von menschlichen Schwächen, einer fixen Idee und einer heldenhaften Tat, wenn man sie eigentlich nicht mehr erwartet. Die Hauptpersonen, zwei Sanitäter, sind eher tragische Figuren, die sich am Abgrund bewegen. Schludrig, frustriert, versponnen und gedankenverloren:
Sie sind eine Persiflage auf die harten Helden, denen man sonst in Actionfilmen und Vorabendserien begegnet.

3.05 – 4.30 Uhr, „Die Mondverschwörung“, Dokumentarfilm 2011, Regie: Thomas Frickel
Wo es den Mainstream-Medien zu heiß wird, ist Dennis R. D. Mascarenas in seinem Element. Als Chefreporter des deutschsprachigen US-Senders DDC-TV hat er schon manches heiße Eisen angepackt. Doch sein neuester Auftrag treibt ihn an den Rand der Verzweiflung. Ein deutscher Rentner hat Besitzansprüche auf den Mond angemeldet. Dennis soll herausfinden, was es damit auf sich hat. Schritt für Schritt deckt seine Recherchereise durch Deutschland verborgene Ebenen auf und fördert ein Beziehungsgeflecht zu Tage, in das offenbar auch führende deutsche Politiker verstrickt sind.

Formal kommt „Die Mondverschwörung“ als Persiflage auf das Genre fernsehgängiger Enthüllungs-Reportagen daher. Und doch ist der Film mehr als eine Nummern-Revue aus dem Kuriositäten-Kabinett der Spinner und Sektierer. Er stürzt sein Publikum zwischen ungläubigem Staunen, Lachen und Empörung in immer neue emotionale Wechselbäder.

4.30 – 5.00 Uhr, „Die alte Frau“, Kurzfilm 2011, Regie: Ariane Mayer
Worte können gefährlich sein … manchmal tödlich, auch für den, der sie schreibt. In einer Zeit, in der die Veröffentlichung eines Gedichts den Tod bedeuten kann, plant der Schriftsteller Daniil einen subversiven Roman zu schreiben. Als er sich, entgegen den Warnungen seines Schriftstellerfreundes, an die Arbeit macht, bekommt er Besuch von einer seltsamen, alten Frau. Ihr plötzlicher Tod macht Daniil fortan das Leben schwer. Während ihm die Obrigkeit dicht auf den Fersen ist, verliert sich Daniil immer weiter in den Wirren seines Romans.


Basierend auf der letzten Kurzgeschichte des Surrealisten Daniil Charms, der unter Stalin verfolgt wurde und in Gefangenschaft starb, geht der Film der Frage nach, wie weit ein Mensch bereit ist für seine Werte einzutreten.

5.00 – 5.20 Uhr, „Die Beobachtung“, Kurzfilm 2011, Regie: Roman Gonther
Als der 30-jährige Bankangestellte „K“ eines Morgens erwacht, stehen zwei Herren an seinem Bett und erklären ihm, dass sie ihn fortan auf Schritt und Tritt beobachten müssten, allerdings nicht wüssten, warum und wer ihnen dazu den Auftrag gab. Tatsächlich weichen sie nicht mehr von seiner Seite und schreiben alle ihre Beobachtungen in kleine Notizbücher. „K“ kann sich ihnen nicht entziehen, selbst seine Verlobte Lisa scheint eine Mitwisserin zu sein. Roman Gonther erzählt seinen, deutlich von Kafkas „Prozess“ inspirierten, Kurzfilm mit einer Mischung aus absurder Komik und beklemmenden Thriller-Elementen.

5.20 – 5.25 Uhr, „Lauf, Jäger, lauf“, Animationsfilm 2010, Regie: Raphael Wahl
Auf dieser packenden Pirsch ist Vorsicht geboten, denn das Wild hat die Witterung längst aufgenommen. Ein Jäger wird im Wald selbst zum Gejagten.

5.25 – 5.55 Uhr, „Mod Mood“, Kurzfilm 2010, Regie: Ivi Roberg
Fiktion über zwei Teenager, die beide in einer kleinen Stadt leben und ihren persönlichen Stil, die Kultur des „Mod“, abseits des Mainstreams haben. Beide, ein 16-jähriger Brasilianer und eine 17-jährige Deutsche, haben kaum Freunde und fühlen sich als Außenseiter. Sie lernen sich im Internet kennen und es entsteht eine Freundschaft, die sich virtuell weiterentwickelt. Endlich kommt der Tag, an dem sie sich persönlich in Deutschland treffen. Ivi Roberg ist für „Mod Mood“ mit dem Hessischen Filmpreis 2010 in der Kategorie Kurzfilm ausgezeichnet worden.