29.11.2012 09:30 Hauptpreis geht an Volker Schlöndorff

Die Preisträger des 23. Fernsehfilm-Festivals Baden-Baden vom 19- 23. November 2012 stehen fest!

Die Preisträger des 23. Fernsehfilm-Festivals Baden-Baden vom 19- 23. November 2012 stehen fest!

Preisträger (c) 23. Fernsehfilm-Festival Baden-Baden /Stephanie Schweigert

Von: GFDK - 23. Fernsehfilm-Festival Baden-Baden

Die Preisträger des 23. Fernsehfilm-Festivals Baden-Baden vom 19- 23. November 2012 stehen fest!

Die Jury, bestehend aus Michael Schmid-Ospach (Juryvorsitzender), Rolf Bolwin (Deutscher Bühnenverein), Doris Metz (Regisseurin und Journalistin), Diemut Roether (Journalistin), Natalia Wörner (Schauspielerin), Sönke Wortmann (Film- und Fernsehregisseur), und MFG-Jurorin Vivian Naefe (Film- und Fernsehregisseurin), hat ihre Wahl getroffen. Die Gewinner des diesjährigen Festivals sind:



HAUPTPREIS Fernsehfilmpreis 2012 der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste:

Das Meer am Morgen (Volker Schlöndorff)

Der Fernsehfilmpreis 2012 der Deutschen Akademie der Darstellenden
Künste geht an die ARD-Produktion „Das Meer am Morgen“ (ARTE,
BR,NDR,SWR). Der Film erinnert an die Hinrichtung des 17jährigen
Flugblattaktivisten Guy Môquet 1941 während der Besatzungszeit in Frankreich.
Volker Schlöndorff (Regie und Drehbuch) wagt sich „auf subtile und intelligente
Weise in die komplexe deutsch-französische Kriegs- und Kollaborationsrealität
des Zweiten Weltkriegs“, so die Jury. Der Junge Guy Môquet war in der Bretagne
in einem Straflager interniert, als in Nantes ein deutscher Offizier erschossen
wurde. Zur Vergeltung ordnete Hitler die Exekution von 150 französischen
Geiseln an. Die Massenhinrichtung hat der deutsche Offizier und Schriftsteller
Ernst Jünger in seiner lang verschollenen Schrift „Zur Geiselfrage“ dokumentiert.
Der Kino-Altmeister Volker Schlöndorff hat diesen Text als eine Quelle für seinen
ersten Fernsehfilm genutzt. Der Film, so die Jury, habe eine europäische Seele.
„Es ist eine minutiöse und unerbittliche Beobachtung einer Massenhinrichtung,
an der der Zuschauer teilnimmt“, Schlöndorff durchdringe mit diesem Film das
Medium Fernsehen und führe es an die Grenzen seiner inhaltlichen wie formalen
Möglichkeiten.



3sat-Zuschauerpreis:

Der letzte schöne Tag

Die WDR-Produktion „Der letzte schöne Tag" gewinnt den 3sat-
Zuschauerpreis. Der Film über eine Familie, die nach dem Selbstmord von
Ehefrau und Mutter mit Selbstvorwürfen und der Trauer weiterleben muss,
konnte die meisten Stimmen der Zuschauer auf sich vereinigen. 3sat-Zuschauer
konnten vom 17. bis 23. November die zwölf Wettbewerbs-Fernsehfilme sehen
und per TED und im Internet ihren Favoriten wählen.



Nachwuchspreis MFG-Star:

Der Nachwuchspreis MFG-Star der Medien- und Filmgesellschaft Baden-
Württemberg geht an den Regisseur Leo Khasin für "Kaddisch für einen
Freund" (BR/WDR/ARTE). Der Film erzählt die Geschichte des 14-jährigen
Palästinensers Ali, der als Flüchtling nach Berlin kommt und zusammen mit
anderen arabischen Jugendlichen die Wohnung seines jüdisch-russischen
Nachbarn verwüstet. Der alte Mann erkennt Ali bei der Flucht. Um dem
Strafverfahren zu entgehen, sucht der Junge Kontakt zu dem Mann. Eine
potenziell konfliktgeladene Annäherung nimmt ihren Lauf. Alleinige Jurorin des
MFG-Star ist die Film- und Fernsehregisseurin Vivian Naefe.



Preis für eine herausragende darstellerische Leistung:

Mit einem Preis für eine herausragende darstellerische Leistung in „Das
unsichtbare Mädchen“ (ZDF/ARTE) wird Ulrich Noethen für seine Darstellung
des skrupellosen Kommissars Michel ausgezeichnet. Das Kriminaldrama beruht
auf den „Fall Peggy“ aus dem Jahr 2001: ein neunjähriges Mädchen war
verschwunden, schnell wurde ein vermeintlicher Täter gefunden, der heute noch
in der Psychiatrie ist. In der filmischen Umsetzung von Dominik Graf sichert
Noethen als Kommissar Michel auf brutale Weise seinen Machtbereich.
„Zwischen subtiler Bösartigkeit und brutaler Gewalt“ wechsle sein Spiel, hinzu
komme die „grandiose physische Präsenz dieser Figur“, so die Jury in ihrer
Begründung.



Preis für Regie:

Ausgezeichnet mit einem Preis für Regie wird Stephan Wagner für „Der Fall
Jakob von Metzler“ (ZDF). Die Frage, ob die Androhung von Folter als letztes
Mittel zur Rettung eines entführten Kindes angewandt werden darf, steht im
Zentrum „dieses schnörkellosen, dokumentarisch wirkenden Films“, bei dem der
Regisseur sich an vorliegende Protokolle und Gerichtsakten des authentischen
Falls gehalten hat. Unaufgeregt und detailgetreu erzähle er die Geschichte nach
und „macht aus der hochkomplizierten, spröden Abwägung zwischen
unterschiedlichen Rechtsgütern einen packenden Film. Der Rechtsstaat, das
macht dieses gelungene intellektuelle Wagestück deutlich, ist ein komplexes und
fragiles Gebilde“, führt die Jury in ihrer Begründung aus.



Preis für das Drehbuch:

Einen Preis für das Drehbuch für die ZDF-Produktion „Liebesjahre“ erhält
Magnus Vattrodt. „Die Geschichte um die Räumung und den Verkauf des
gemeinsamen Hauses eines seit Jahren geschiedenen Ehepaars macht Magnus
Vattrodt mit seinem Drehbuch zu einem wunderbaren Kammerspiel für vier
Personen“, deren Dialoge „intelligent, schnell und witzig, oft scharfsinnig und
zugleich von besonderer Tiefe“ sind, so die Jury.



Hans Abich Preis für „besondere Verdienste im Bereich Fernsehfilm:

Mit dem Hans Abich Preis für „besondere Verdienste im Bereich Fernsehfilm“
wird der Musiker Klaus Doldinger für seine Filmmusiken ausgezeichnet. Die
Laudatio hält der Filmproduzent Günter Rohrbach. Der 2004 ins Leben
gerufenen Preis erinnert an den ehemaligen Programmdirektor der ARD Hans
Abich. Mit Klaus Doldinger erhält erstmals ein Musiker diesen Preis.



Rolf-Hans Müller Preis für Filmmusik:

Für die Musik zum Kinofilm „Sommer auf dem Land“ erhält der Komponist Daniel Sus
den mit 10.000 Euro dotierten „Rolf-Hans Müller Preis für Filmmusik“ 2012. Die
siebenköpfige Fachjury lobte „das gelungene Zusammenspiel von Bild, Rhythmus und
Musik, die instrumentale Vielfalt und die durchgehende Stringenz der musikalischen
Farbe“.




23. Fernsehfilm-Festivals Baden-Baden

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