13.01.2015 08:00 mit Reese Witherspoon

Der große Trip - Wild - ein packendes Abenteuer-Drama

Der große Trip - Wild kino

Nachdem sie sich Jahre ziellos hat treiben lassen - eine überwundene Heroinsucht und das Scheitern ihrer Ehe inklusive -, will Cheryl Strayed ihr Leben wieder auf die Reihe bekommen und trifft dazu einen wagemutigen Entschluss; (c) Fox

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Von: GFDK - Fox/kino.de

Jean-Marc Vallée schickt die in Hochform agierende Reese Witherspoon nach Cheryl Strayeds Bestseller auf einen beschwerlichen Selbstfindungstrip.

Der englische Titel weckt Assoziationen zu "Into the Wild" - und damit liegt man gar nicht falsch, denn auch hier geht's um eine schwierige Selbstfindung, um eine lange Reise zu sich selbst. Eine wahre Geschichte erzählt Jean-Marc Vallée in imposanten Bildern nach, die Vorlage lieferte Cheryl Strayed mit ihrem autobiographischen Bestseller "Wild". Die Filmrechte sicherte sich Reese Witherspoon, die entsprechend als Produzentin firmiert und als Hauptdarstellerin die Wanderschuhe schnürt.

Der große Trip - Wild im Kino

Diese drücken sie zu Anfang schwer, unter der Last ihres riesigen, überpackten Rucksacks bricht sie fast zusammen. Aber sie ist entschlossen, ihr Vorhaben umzusetzen. Von Südkalifornien will die junge Frau im Sommer 1995 über den Pacific Crest Trail über 1800 Kilometer nach Nord-Oregon hiken, drei Monate lang, alleine, ohne Erfahrung in Sachen Fernwanderungen. So verwundert es nicht, dass sie sich schwer tut ihr Zelt aufzustellen und den Kocher anzuzünden - eine falsche Gaskartusche -, was dazu führt, dass sie tagelang auf kalte Hafergrütze angewiesen ist.

In klug verschachtelten Rückblenden erfährt man, was Cheryl zum "großen Trip" trieb, sie mit dem alten Leben brechen ließ. Der Vater war gewalttätiger Alkoholiker, die geliebte Mutter (Laura Dern) starb früh an Krebs. Eine Flucht ins Heroin war die Folge, Seitensprünge ließen die Ehe scheitern. Nach Kitsch klingt das, wohl auch Grund für den Erfolg des Buches. Nick Hornby ("An Education") greift all diese Elemente geschickt auf, ohne sie zu Klischees verkommen zu lassen. Drama und Komödie vereint er elegant, überraschende Wendungen zeichnen sein Skript aus. So erweist sich ein feister, verschwitzter Farmer als netter Zeitgenosse, während zwei Wanderer, die Cheryl um Wasser bitten, etwas ganz anderes als ihren Durst stillen möchten.

nach Cheryl Strayeds autobiographischem Bestseller

Ein gutes Auge für seine Figuren beweist erneut Vallée, der seit "Dallas Buyers Club" zu den gefragten Regisseuren Hollywoods zählt. Seine Charaktere atmen Leben, sind vielschichtig und wissen zu überraschen. Gekonnt vermittelt er, wie seine (Anti-)Heldin sich allmählich in der Natur ein- und in ihr zurechtfindet. Perfekte, gleichermaßen raue wie poetische Bilder liefert hierzu Yves Bélanger, die jedoch nie zum Postkartenkitsch verkommen und vom Soundtrack - unter anderem sind Simon & Garfunkel und Leonard Cohen zu hören - großartig gestützt werden. Der größte Trumpf dieses etwas anderen Abenteuerfilms ist jedoch Oscar-Preisträgerin Witherspoon ("Walk the Line"), die sich mutig in ihre heikle Rolle stürzt und vor gewagten Sexszenen ebenso wenig zurückschreckt wie sich als Junkie der Hässlichkeit preiszugeben. geh.

Kinostart: 15.01.2015

Quelle: kino.de