30.04.2015 08:42 deutscher kunstbetrieb

Die gläsernen Wände der Kulturindustrie: Ärger mit der Unsterblichkeit

Aerger mit der Unsterblichkeit

Vor Kurzem stellten Andreas Dorau und Sven Regener auf der Lit.Cologne ihr Buch Ärger mit der Unsterblichkeit vor. Gut tausend Zuhörer hatten viel zu Lachen. (c) Galiani-Berlin

Von: GFDK - Galiani-Berlin

Am Steuer seines Lebens lenkt man doch meist vergebens Mit 15 hatte er der Neuen Deutschen Welle den Hit »Fred vom Jupiter« beschert und darauf hin beschlossen, sein Leben der Kunst zu widmen. Inzwischen kennt sich Andreas Dorau sehr gut aus im deutschen Kunstbetrieb.

Mit Sven Regener als Ghostwriter erzählt er unglaubliche Geschichten aus seinem Leben. Andreas Dorau hat ziemlich viel erlebt. Er kennt den rasanten Aufstieg genauso wie das von der Fata Morgana des Werkbegriffs geleitete Durchschreiten der Ebene. Mit 15 bescherte er der Neuen Deutschen Welle ihren mutmaßlich exzentrischsten Hit: »Fred vom Jupiter«. Mit 30 verwirrte er die Münchener Filmhochschule mit seiner Abschlussarbeit »Schlag dein Tier« – eine fröhliche Quizshow, in der Menschen gegen ihre Haustiere antreten (und bei der natürlich immer die Tiere gewinnen). Mit seiner Oper »Die Überglücklichen« löste er einen Tumult unter Tierschützern aus, weil einige Fische zum Ensemble gehörten. Und als er mit ein paar Freunden den Hinkelstein von Rammstein aus dem Fenster seiner Plattenfirma schmiss, fand das nicht jeder lustig.

Geschichten aus der deutschen Musik - und Unterhaltungsbranche

Wenn Andreas Dorau erzählt, dann sprudeln die Geschichten nur so aus ihm heraus. Und man durchlebt mit ihm einen Streifzug durch die deutsche Musik- und Unterhaltungsbranche, der sich gewaschen hat. Das liest sich alles natürlich besonders scharf durch die Brille von Sven Regener.

Und auch die FAZ war begeistert: „Für den Höhepunkt dieses Programmsegments aber sorgte Andreas Dorau, dessen Gesamtwerk seit ‚Fred vom Jupiter‘ so etwas wie die Langversion von Hape Kerkelings ‚Hurz‘-Gedicht ist: Trashpop vom Feinsten, über den das Duo Dorau/Regener so wunderbar kokettierend erzählen kann, dass die Löcher aus dem Käse fliegen. Selten waren Sätze wie ‚Wir arbeiteten viel mit Nebel‘  derart lustig, weil sie den gesamten Musik- und Filmbetrieb demaskieren. Das im Mai erscheinende Buch gehört auf den Zettel aller Popinteressierten.“(Oliver Jungen, FAZ)

Mit Empfehlung von Daniel Kehlmann

Apropos ans Herz legen: Daniel Kehlmann war so freundlich, einen sehr höflich formulierten Lesebefehl zu geben: „Dorau und Regener, Regener im Ton Doraus, Dorau mit Regeners Stimme – das ist natürlich lustig, aber lustig ist ja bald mal etwas; darüber hinaus ist es hochinteressant und fesselnd, oft ernst und manchmal absurd und immer wahrhaftig: Skizzen, Geschichten, Begebenheiten und Porträts aus einem Leben mit der Musik. Lesen Sie das. Wirklich. Lesen Sie das!“

Am 11. Mai erscheint nun endlich Ärger mit der Unsterblichkeit von Andreas Dorau, für den Sven Regener sich als Ghostwriter zur Verfügung gestellt hat. Anbei weitere Infos zum Buch.

Bald im Buchhandel

Sven Regener, 1961 in Bremen geboren, lebt in Berlin und ist Sänger, Texter und Trompeter der Band Element of Crime, die mit Alben wie "Damals hinterm Mond" und "Weißes Papier" große Popularität erlangte. Sein Debütroman "Herr Lehmann" stürmte auf Anhieb die Bestsellerliste. Mehr als 700.000 Kinobesucher sahen sich die Verfilmung dieses Bestsellers an. Für das Drehbuch erhielt Sven Regener 2004 den Deutschen Filmpreis in Gold. Mit "Neue Vahr Süd" konnte der Autor seinen sensationellen literarischen Erfolg fortführen.

Galiani-Berlin (11. Mai 2015)