10.10.2012 07:20 Ein präzises Bild der frühen Bundesrepublick gezeichnet

Deutscher Buchpreis 2012 verliehen - Ursula Krechel für ihren Roman Landgericht geehrt

Die Siegerin des Deutschen Buchpreises

© Claus Setzer / Deutscher Buchpreis

Von: Deutscher Buchpreis

Die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2012 ist Ursula Krechel. Sie erhält die Auszeichnung für ihren Roman „Landgericht“ (Jung und Jung). „Ursula Krechel erzählt in ihrem Roman Landgericht die Lebensverwicklung des aus dem Exil zurückkehrenden Richters Richard Kornitzer. Er ist vom Glauben an Recht und Rechtsstaatlichkeit durchdrungen und zerbricht, als er in der Enge Nachkriegsdeutschlands den Kampf um die Wiederherstellung seiner Würde verliert. Die Sprache des Romans oszilliert zwischen Erzählung, Dokumentation, Essay und Analyse. Bald poetisch, bald lakonisch, zeichnet Krechel präzise ihr Bild der frühen Bundesrepublik – von der Architektur über die Lebensformen bis hinein in die Widersprüche der Familienpsychologie. Landgericht ist ein bewegender, politisch akuter, in seiner Anmutung bewundernswert kühler und moderner Roman“, so die Begründung der sieben Jury-Mitglieder. Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2012 gehören an: Silke Grundmann-Schleicher (Buchhandlung Schleichers, Berlin), Andreas Isenschmid (NZZ am Sonn-tag), Oliver Jungen (freier Kritiker), Dirk Knipphals (die tageszeitung), Stephan Lohr (Norddeutscher Rundfunk), Jutta Person (freie Kritikerin) und Christiane Schmidt (freie Lektorin).

 

„Literatur braucht Mut, und das in vielerlei Hinsicht“, sagte Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und Vorsitzender der Akademie Deutscher Buchpreis, bei der Begrüßung der rund 300 Gäste im Kaisersaal des Römers. „Den größten Mut aber haben ohne Frage die Autoren selbst, die ihre Romane der literarischen Preisdebatte gestellt haben. Dafür und für ihre wirkmächtigen Werke möchte ich den für den Deutschen Buchpreis nominierten Autoren und der Autorin danken. Die in den letzten Jahren entstandene deutsche Literatur hat die Probe bestanden, der sie sich mit der Einrichtung des Deutschen Buchpreises gestellt hat. Sie hält jeder literarischen Debatte stand, wirkt weit über die deutschen Sprachräume hinaus und hat eine ganz eigene, nicht mehr wegzudenkende Vernehmbarkeit gewonnen.“

 

Ursula Krechel hat sich durchgesetzt gegen: Ernst Augustin (Robinsons blaues Haus, C.H.Beck), Wolfgang Herrndorf (Sand, Rowohlt.Berlin), Clemens J. Setz, (Indigo, Suhrkamp), Stephan Thome (Fliehkräfte, Suhrkamp) und Ulf Erdmann Ziegler (Nichts Weißes, Suhrkamp). Sie erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro. Der Preisträger wurde in mehreren Auswahlstufen ermittelt. Die Jury hat insgesamt 162 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2011 und dem 12. September 2012 erschienen sind. Aus diesen Romanen wurde eine 20 Titel umfassende Longlist zusammengestellt. Daraus haben die Juroren sechs Titel für die Shortlist gewählt.

Mit dem Deutschen Buchpreis 2012 zeichnet die Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus.

Pressestimmen:

Frankfurter Allgemeine Zeitung am 03.10.2012:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/ursula-krechels-landgericht-in-der-sache-kornitzer-11912092.html

 

Wiener Zeitung am 09.10.2012:

http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/mehr_kultur/492540_Buchpreis-Siegerin-Ursula-Krechel-Auf-den-Spuren-der-Entwurzelten.html

 

 


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