27.07.2012 07:39 ein mann zieht seine lebensbilanz

Buch: Gutgeschriebene Verluste von Bernd Cailloux - Anti-Bourgeois in bourgeoiser Gegenwart

(c) Suhrkamp Verlag

Von: Suhrkamp Verlag

Berlin 2005. Im Schöneberger Café Fler, einem Asyl der Übriggebliebenen aus dem alten Westberlin, sitzt ein Mann von sechzig Jahren. Kein Eigenheim, keine Familie, keine Rentenansprüche. Statt dessen eine junge, vielleicht letzte Liebe, die ihn zu lange aufgeschobenen Reisen in die eigene Vergangenheit bewegt … Zweimal stand er im Blitzlicht der Geschichte: das erste Mal um 1968, als Miterfinder des Disco-Stroboskops und Hippie-Businessman; das zweite Mal Ende der Siebziger, als Irrwisch in der jungen Mauerstadt-Bohème mit ihren künftigen Weltstars, Opfern und Verrätern. Davor, dazwischen und dahinter liegen Schattenzeiten, wo sich die verborgenen, aber nicht weniger spektakulären Dramen dieses Lebens abspielen: als in den Endwirren des Weltkriegs verlassener Säugling mit Familienspuren bis nach Buchenwald; als Drogenzauberlehrling, dessen Blut auch über drei Jahrzehnte nach dem letzten Schuß noch rebelliert; und nicht zuletzt als konsequenter Anti-Bourgeois in bourgeoiser Gegenwart, der seine kleinen Weigerungen immer teurer zu bezahlen hat. Aber macht sie das nicht um so kostbarer? Mit elegantem Understatement, doch ohne Rücksicht auf Verluste zieht Bernd Cailloux die Lebensbilanz von einem, der von Bilanzen nie viel wissen wollte.

 

Pressestimmen

»Cailloux' Methode besteht darin, die existenziellen Verluste gutzuschreiben, indem er gut über sie schreibt, mit feiner Ironie und einem Humor, der über manche Abgründe der Peinlichkeit gekonnt hinwegführt. Ein Lektürevergnügen.«

(Wolfgang Schneider Deutschlandradio Kultur )

»Sarkastisch und ohne Dogmenstolz zelebriert Bernd Cailloux die bürgerliche Treue zur Unbürgerlichkeit...«

(Dirk Knipphals tageszeitung )

»So funktioniert dieser wahrhaftige Roman wie ein autobiographisches Mobile, das seine Teile kunstvoll zusammenschwingen lässt. Cailloux schreibt die existenziellen »Verluste« gut, indem er gut über sie schreibt, mit einem wunderbar halbtrockenen Humor...Das Buch lebt von seiner Sprache, seinem Parlando-Ton und einer Ironie, die nicht den Boden wegzieht, sondern stabilisierend wirkt...«

(Wolfgang Schneider Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Der Blick ist das Entscheidende bei Bernd Cailloux. Er schaut zurück auf das Jahr 2005, auf die Achtziger Jahre, in denen er nach Berlin gekommen ist, (…) und schildert sehr eindrücklich dieses Inseldasein, das damals typisch für Berlin war, dieses abgeschottete, hedonistische, auch daueregoistische Dasein, wie er es schildert. Und da mischen sich Ironie, äußerst genaue Beobachtung und vielleicht auch so etwas wie Abrechnung.«

(Ina Hartwig 3sat, Kulturzeit )

»Gutgeschriebene Verluste ist tatsächlich auch gut geschrieben. Ein Buch, das wieder gelesen werden will - gerade wenn man diese wilden Zeiten weder über- noch erlebt hat.«

(Haibach, Philipp Welt kompakt )

»Gutgeschriebene Verluste ist nicht nur eine kluge, verzweifelt lustige Bilanz subjektiver Enttäuschungen und objektiver Verluste, sondern vor allem: sehr gut geschrieben.«

(Martin Halter Frankfurter Rundschau )

»So ist Gutgeschriebene Verluste ein gelungener Versuch, das Altern der 68er Generation in Worte zu fassen und die Vergangenheit mit der Gegegnwart zu verknüpfen.

(Irene Binal Ö1 ORF )

»Bernd Cailloux' neuer Roman ist eine perfekte Kombination aus Soziologie und Ironie.«

(Ingo Arend Literaturen )

»Eine perfekte Kombination aus Soziologie und Ironie.«

(Ingo Arend cicero.de )

 

Bernd Cailloux, Jahrgang 1945, lebt als freier Schriftsteller in Berlin.

 

Suhrkamp Verlag 2012