09.11.2012 08:15 Erinnerungskulturen als identitätsbildendes Element

VIENNA ART WEEK 2012 - Ausstellung Predicting Memories mit Positionen internationaler Künstler und Künstlerinnen vom 19. bis 25. November 2012

VIENNA ART WEEK 2012 - Ausstellung Predicting Memories mit Positionen internationaler Künstler und Künstlerinnen

Vienna Art Week, siehe text

Von: w.hoch.2wei. Kulturelles Projektmanagement - 7 Bilder

Unter dem Titel Predicting Memories richtet die VIENNA ART WEEK 2012 – vom Dorotheum initiiert und vom Art Cluster Vienna konzipiert – ihren Fokus auf die künstlerischen, musealen und institutionellen Schnittstellen, an denen man sich mit Kunst als Gedächtnis- und Wissensspeicher befasst.


Erinnerungskulturen als identitätsbildendes und sinnstiftendes Element zukünftiger Lebens- und Gesellschaftsentwürfe bilden wichtige Bezugspunkte der zeitgenössischen Kunst. Durch die Anwendung analoger und digitaler Medien lässt Kunst als Gedächtnis- und Wissensspeicher heute überraschende, zukunftsweisende Aspekte historischer Zusammenhänge entdecken.


Vom 19. bis 25. November 2012 treffen einander wieder Kunstinteressierte und Experten aus der internationalen Kunstwelt – Museumsdirektoren, Kuratoren, Sammler, Kritiker und Künstler –, um sich unter dem Leitthema „Predicting Memories“ über aktuelle Tendenzen und Entwicklungen in der Kunst und im Kunstdiskurs auszutauschen.


Auch 2012 regen Wiener Kunstinstitutionen, Museen, zahlreiche Künstlerinitiativen sowie Sammler und privat initiierte Kunstinstitutionen, die zeitgenössische Kunst fördern, mit Podiumsdiskussionen, Vorträgen, Künstlergesprächen, Ausstellungseröffnungen, Spezialführungen durch Sonderausstellungen, Installationen, Interventionen und Performances zur Auseinandersetzung an.


Bereits zum zweiten Mal findet während der VIENNA ART WEEK 2012 das Vienna Gallery Weekend statt, heuer von Freitag den 23. November bis Sonntag, den 25. November 2012.


Kuratoren führen im Rahmen von sieben verschiedenen Guided Gallery Tours durch ausgewählte Galerien. Neu im Programm ist der Open Studio Day. Am Samstag, den 24. November 2012 haben Kunstinteressierte von 12 bis 17 Uhr die seltene Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der zeitgenössischen Kunstproduktion zu werfen: Rund 70 Künstler und Künstlerinnen laden in ihre Ateliers ein. In einigen Studios finden zudem Open Talks, Gespräche mit renommierten Kuratorinnen
und Kuratoren, statt.


Weitere Schwerpunkte im Führungsprogramm sind die departure fashion tour durch ausgewählte Modeateliers und geführte Touren zu Artist-in-Residence-Studios. Im Rahmen der Besuche der BMUKK-Bundesstudios stehen heuer die Praterateliers im Mittelpunkt. „Heute ist die alljährlich stattfindende VIENNA ART WEEK aus dem Wiener Kunstkalender nicht mehr wegzudenken.

Durch die intensive Konzentration auf der Programmebene und dank des großartigen Engagements aller Beteiligten – der Mitglieder des Art Cluster Vienna, der zahlreichen Programmpartner und Off-Spaces – ist es in den letzten acht Jahren gelungen, Wien als internationale Kunstmetropole zu etablieren und nachhaltig Impulse und neue Standards zu setzen. Das begeisterte Feedback internationaler Sammler, Kuratoren, Kunstkritiker, Künstler und vieler  Kunstinteressierter hat uns bestätigt, diesen Weg fortzusetzen“, konstatiert Robert Punkenhofer, künstlerischer Leiter VIENNA ART WEEK.


DIE AUSSTELLUNG DER VIENNA ART WEEK 2012: PREDICTING MEMORIES

Als internationale Gruppenausstellung der VIENNA ART WEEK 2012, kuratiert von Robert Punkenhofer, künstlerischer Leiter VIENNA ART WEEK, und Ursula Maria Probst, freie Kuratorin, richtet Predicting Memories im Ehemaligen K. K. Telegrafenamt, Börseplatz 1, Wien 1, den Fokus auf einen Querschnitt des Konzeptes Erinnerung und der „Vorwegnahme von Erinnerungskonstrukten“ in der zeitgenössischen Kunst. Hergestellt werden Querverbindungen zu Lebensentwürfen, Existenzbedingungen und Verhaltensmustern im Umgang verschiedener Künstlergenerationen mit Geschichte und den dabei zum Einsatz gelangenden Medien.

Gleichzeitig formulieren die an der Ausstellung teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler – Horst Ademeit, Ai Weiwei, Julieta Aranda, Anna Artaker, Jennifer Baichwal, Wojciech Bąkowski, Christian Boltanski, Sophie Calle, Doug Fishbone, Agnes Fuchs, D-Fuse, Terence Gower, Fariba Hajamadi, Yao Jui- Chung, Klub Zwei, Rosmarie Lukasser, Anja Manfredi, Christian Mayer, Jakob Neulinger, Hans Op de Beeck, Patricia Reinhart, Simona Rota, Maria Serebriakova, Ekaterina Shapiro-Obermair, Jehona Shaqiri-Petritz, Fiona Tan, Joëlle Tuerlinckx, Kara Walker, Sislej Xhafa u. a. – durch ihre Brechung gegenwärtiger realpolitischer Geschehnisse eine brisante, teils ironisierende Bildsprache.

Heute sind wir mit einer digitalen Revolution konfrontiert, durch die sich unsere Methoden der Speicherung von Gedächtnis verändern. Erinnerung wird durch Google ersetzt, durch einen schnellen Mausklick ausgelagert. Ein verschärftes Nachlassen des Erinnerungsvermögens durchdringt unsere Gesellschaft. Trotz permanenter Informationsflut gestaltet sich unser gegenwärtiges Geschichtsbewusstsein zunehmend ungreifbar.

Die Sichtbarmachung von Geschichts- und Erinnerungsstrukturen durch künstlerische Prozesse ist infolgedessen nicht bloß ein formaler Akt oder ein Ausloten ästhetischer oder konzeptueller Strategien, sondern ein Eingriff in den Gesellschaftsraum und in die Produktion von „kulturellem Gedächtnis“ für zukünftige Gesellschaftsformen. In der Kunst kommen hierfür außergewöhnliche Materialien und Präsentationsformen zum Einsatz, die veränderte Perspektiven auf die zunächst banal klingende, aber dringlichen Frage werfen:

Woher kommen wir und wohin gehen wir?

Eröffnet wird Predicting Memories am Montag, den 19. November 2012 um 18 Uhr. Weiters finden im Rahmen der Ausstellung am Dienstag, den 20. November 2012 um 18 Uhr Performances von Doug Fishbone, Anna Mitterer & Katherina Olschbaur, Lilo Nein und Suzie Léger statt.

Am Mittwoch, den 21. November 2012 um 15.30 Uhr wird es Künstlergespräche mit einigen teilnehmenden Künstlern wie Doug Fishbone, Terence Gower und Fariba Hajamdi geben, am Samstag, den 24. November um 18 Uhr einen Filmabend.

Im Anschluss findet um 19 Uhr die Diskussion Zur Rolle des Kurators mit Bettina Leidl, Geschäftsführerin departure und Leiterin von curated by_vienna, Ruben Gallo, Professor, Princeton University und den freien Kuratoren und Kuratorinnen, und den freien Kuratoren und Kuratorinnen Martha Kirszenbaum (Paris), Moritz Küng (Barcelona) und Jane Neal (London). Moderation: Robert Punkenhofer, künstlerischer Leiter VIENNA ART WEEK. Die Immobilie wurde mit freundlicher Unterstützung von Immovate und Herbert Buhl Immobilien GmbH zur Verfügung gestellt. www.viennaartweek.com

 

Bildlegende:

1: Eröffnung der Ausstellung der VIENNA ART WEEK „Predicting Memories“
MO, 19.11.2012, 18 h, Ehemaliges K. K. Telegrafenamt
Bildsujet Kara Walker
Fall From Grace, Miss Pipi's Blue Tale, 2011
Video, 17 minutes, sound
Courtesy of the Artist and Sikkema Jenkins & Co


2: Eröffnung der Ausstellung der VIENNA ART WEEK ''Predicting Memories''
MO, 19.11.2012, 18 h, Ehemaliges K. K. Telegrafenamt
Bildsujet Yao Jui-Chung
Longlive, 2011
© Yao Jui-Chung

3) Eröffnung der Ausstellung der VIENNA ART WEEK „Predicting Memories“
MO, 19.11.2012, 18 h, Ehemaliges K. K. Telegrafenamt
Bildsujet Fiona Tan
A Lapse of Memory, 2007
HD installation
Colour, 5:1 surround, 24 min. loop
HD-cam safety master, HD projector, harddisc player, surround amplifier, surround speakers Courtesy the Artist and Frith Street Gallery, London

4) Eröffnung der Ausstellung der VIENNA ART WEEK „Predicting Memories“
MO, 19.11.2012, 18 h, Ehemaliges K. K. Telegrafenamt
Bildsujet Patricia Reinhart
EIN NACHTSTÜCK, 3
Paris/Vienna 2011/2012
Channel Filminstallation, loop
Courtesy the Artist

5) Eröffnung der Ausstellung der VIENNA ART WEEK „Predicting Memories“
MO, 19.11.2012, 18 h, Ehemaliges K. K. Telegrafenamt
Bildsujet Rosemarie Lukasser
Marmelade, 2008
Marmelade, Text
Größe: variabel
© Rosemarie Lukasser

6) Eröffnung der Ausstellung der VIENNA ART WEEK „Predicting Memories“
MO, 19.11.2012, 18 h, Ehemaliges K. K. Telegrafenamt
Bildsujet Sislej Xhafa
Rocket Ship, 2011
Schubkarre, weiße Lichterketten / wheelbarrow, white light strings
60 x 150 x 65 cm
Ed. 3 + 2 AP
(jede Edition ein Unikat: weiße Lichter, blaue Lichter, ausgeschaltete Lichter /
each Edition is unique: white lights, blue lights, switched off lights)
Courtesy Christine König Galerie

Presse / Press
Mag. Christina Werner
Mag. Teresa-Maria Kuijpers
w.hoch.2wei. Kulturelles Projektmanagement
Breite Gasse 17/4, 1070 Wien / Vienna
E: werner@remove-this.kunstnet.at