10.05.2012 07:45 die Rolle des Übertragungstäters

"Sorgt bei der breiten Masse für Empörung" - DIE GUILLOTINE - Ein Statement der Künstler Iman Rezai und Rouven Materne als Antwort auf die hohe Nachfrage zum Experiment

Bild 1 Iman Rezai und Rouven Materne Foto Promo

Von: The Coup public relations - 2 Bilder

"Das Experiment »Die Guillotine« setzt sich kritisch mit den anerkannten politisch-moralischen Systemen auseinander, indem es die heutigen Gesellschaften und politischen Strukturen auf den Prüfstand stellt.

Bestehend aus drei Teilen, der Guillotine, dem Schaf und der Öffentlichkeit, bietet das Experiment den Menschen die Möglichkeit, sich direkt für oder gegen ein Leben zu entscheiden. Öffentliche Foren dienen hierbei der Meinungsäußerung sowie der Reflexion.

Durch die Wahl bleibt der Teilnehmer in seiner Rolle des vermeidlichen Demokraten, dem es frei steht, von seinem Recht Gebrauch zu machen. Anders als bei »politisch korrekten« Wahlen kann der Wähler beim Experiment »Die Guillotine« jedoch des Öfteren abstimmen, wodurch es ihm ermöglicht wird, den Wahlverlauf direkt durch sein Engagement zu beeinflussen.

Die Künstler übernehmen hierbei die Rolle des Übertragungstäters, der seine ethischen Grenzen und seinen eigenen Willen dem Wohle der Mehrheit opfert und so zum Instrument der Demokratie wird. 

Geprägt von Desinformation, Illusion und dem Glauben, in einem optimalen politischen System zu leben, erblindet der »freie« Mensch zusehends, und verläuft sich so in seiner eigenen Unmündigkeit. Die Freiheit, die Gleichheit sowie die menschliche Würde wird, international gesehen, von den Vertretern unserer Gesellschaften unter dem Deckmantel der Humanität und Zivilisation mit Füßen getreten.

 Die Auswirkungen unserer »demokratischen« Entscheidungen sind uns längst nicht mehr bewusst. Es wird permanent im Namen der Demokratie, des Friedens und der Menschenrechte die eigene sowie die Freiheit anderer beschnitten, es wird Krieg in die Welt getragen und das Leid vermehrt.

Vermeidliche Informationen, ein konstruiertes Feindbild und der Glaube, auf der »richtigen« Seite zu stehen dienen der Beruhigung unseres Gewissens und bewahren uns vor der eigenen hässlichen Fratze.

Die direkte Wahl, das Präsentieren des zu richtenden Subjekts sowie das sich selbst Darstellen der Exekutive sorgt bei der breiten Masse für Empörung, da die bekannten Strukturen der geliebten Demokratie aufgebrochen und in kompakter Form der Öffentlichkeit preisgegeben werden."

Link zum Thema:

Über 115.000 Klicker forderten die „Hinrichtung“- Iman Rezai, "Das Chaos hat seine eigene Ordnung" - Kunst aus Plastikresten und Kleidungsstücken

http://www.freundederkuenste.de/galerie/kuenstler/einzelansicht/article/ueber_115000_klicker_forderten_die_hinrichtung_iman_rezai_das_chaos_hat_seine_eigene_ordnung.html