27.12.2016 16:44 Kunst und Autos

Hermann Wiehl im MAC

Was verbindet Kunst und Automobildesign

Was verbindet Kunst und Automobildesign? Dieser Frage geht das MAC Museum Art & Cars in seiner neuen Ausstellung „Farbe - Form - Geschwindigkeit“ auf den Grund. Alle Bilder (c) MAC Museum Art & Cars Singen.

Ausstellung Hermann Wiehl im MAC

Wiehls berühmtes blaues Selbstbildnis.

Farbe Form Geschwindigkeit

Besucher können Werke des Malers Hermann Wiehl und Automobile der Marke Jaguar betrachten.

Werke des Malers Hermann Wiehl

Hermann Wiehl im MAC

Von: GFDK - Redaktion

Es ist schon eine feine Adresse, das Museum Art Cars (MAC) im südbadischen Singen. Erst vor wenigen Jahren erbaut, macht das Museum mit seiner geschwungenen Architektur am Fuße des Hohentwiels einen Brückenschlag zwischen der Hyper-Moderne und weit zurückliegenden Jahrhunderten.

Hinter dem Museum thront das mittelalterliche Schloss auf dem Hohentwiel, während das MAC selbst ohne Schwierigkeiten in jedem Sciences-Fictionfilm als Kulisse dienen könnte.

Trotzdem entsteht keine übertriebene Diskrepanz, denn die Erbauer zogen bei der Formgebung die Landschaft mit ein, die sanften Hügel des Schwarzwaldes. Vielleicht ließe sich über die Farbgebung der Fassade streiten, aber das ist schließlich nur Wandfarbe und leicht zu ändern.

Kunst und Autos

Das Basiskonzept des MAC beruht auf der Kombination von Kunst und „der“ Ikone der Neuzeit, dem Automobil. Dabei sind die ausgestellten Fahrzeuge besondere Vertreter ihrer Klasse. Sportwagen, Prototypen und Fahrzeuge aus den Anfängen der Automobilgeschichte.

Das hierbei durch die Nähe zu Stuttgart der Marke Mercedes Benz doch eine gewisse Priorität eingeräumt wird, ist durchaus verständlich. Das Miteinander der industriellen Erzeugnisse, die wie kein anderes Produkt die Gesellschaft geprägt haben, und den Werken der Künstler erzeugt in den Räumen des MAC eine besondere Atmosphäre.

Faszination der automobilen Technik und der Kunstwerke

Der Besucher wird hin und her gerissen zwischen der Faszination an der automobilen Technik und den gegenüberliegenden Kunstwerken, die je nach Künstler eine völlig andere Welt zeigen. Sicherlich ist das Konzept des MAC für den Gast sehr kurzweilig und vielleicht ist es der richtige Weg, um in einer multimedialen Gesellschaft die Menschen wieder mehr für Kunst und Kultur zu interessieren und dafür, sehr wichtig, die eigenen vier Wände zu verlassen.

Ein Klassiker der Moderne

Bis zum 28. Mai 2017 stellt das MAC Bilder des Künstlers Hermann Wiehl aus.

Im Jahr 1900 wurde Wiehl in Nussbach bei Triberg geboren. Der Schwarzwälder blieb seiner Heimat ein Leben lang treu, lernte jedoch auf ausgiebigen Reisen die Welt kennen und verfeinerte seine Technik bei Künstlern wie Hermann Anselment in Nürnberg und Otto Dix in Dresden. Mit Dix, der später selbst am Bodensee lebte, verband Wiehl eine lebenslange Freundschaft. Zudem waren beide in der Künstlergruppe Höri tätig.

Hermann Wiehl, der 1978 in St. Georgen verstarb, vertrat in seinen Bildern einen expressionistisch-abstrakten Stil, wobei der Schwarzwald sein Lieblingsmotiv war. Die Höhenzüge, die dunklen Tannenwälder und einsame Gehöfte wurden in ausdrucksstarken Gemälden festgehalten. Dabei zeigen sich die Werke in wechselnden Farbstimmungen.

Mal Düster, auch mal frostig kalt oder im Spiel von Licht und Schatten, das sich gerade im Schwarzwald häufig findet. In seinen späteren Lebensjahren konzentrierte sich Wiehl auf abstrakte Stillleben und Landschaftsbilder, die eine sonderbare Fröhlichkeit besitzen, gespeist aus den Erfahrungen und Erlebnissen eines langen Lebens in einer der weltweit schönsten Kulturlandschaften.

Ein Besuch der Ausstellung im MAC lohnt sich in jeder Beziehung und die dabei geschossenen Aufnahmen lassen sich vielleicht zum ersten eigenen Werk umsetzen, etwa einem persönlichen Bildband oder einem Fotoalbum, die Profis von FotoAlben-discount.de helfen dabei.