11.11.2017 08:03 Ausstellung in Düsseldorf

HA Schult - Die Formschönheit der Wassertropfen und Müll und Wahrheit

Die Galerie Geuer und Geuer Art in Duesseldorf zeigt eine Ausstellung unter dem Titel HA Schult Paris Peking

Die Galerie Geuer & Geuer Art in Düsseldorf zeigt eine Ausstellung unter dem Titel „HA Schult Paris Peking“. HA Schult „Pyramid People, Kairo“ (Foto: Thomas Hoepker)

Von: GFDK - Jörg Schwarz

Ab dem 10. November zeigt die Galerie Geuer & Geuer Art in Düsseldorf unter dem Titel „HA Schult Paris Peking“ über 40 Werke des weltbekannten Aktionskünstlers HA Schult, darunter aktuelle Fotoarbeiten aus seinem Wasserprojekt „Action Blue“. Zur Vernissage um 19 Uhr wird der Künstler anwesend sein.

Mit seinen „Trash People“, Skulpturen aus Dosen und Müll, hat er die ganze Welt bereist, von den Pyramiden in Gizeh bis hin zur Chinesischen Mauer: Insgesamt besuchte sein 1.000 Mann starkes Trash People Gefolge seit 1996 bereits über 26 Orte, die Geschichte geschrieben haben. Die nächsten Ziele sind San Pedro de Atacama in Chile sowie New York City.

Im Rahmen der Galerieausstellung werden nun einzelne dieser Stationen in Form von limitierten und handsignierten Fotoeditionen neben sechs exklusiven Trash People präsentiert. Diese hat HA Schult eigens aus den leeren Cola-Dosen der Galerie-Installation „Now" HA Schult 1972, 1983, 2017“, die im Sommer 2017 den Düsseldorfer Galerieboden zumüllten, geschaffen.

„Die inzwischen schon legendären "Trash-People" von HA Schult, aus Müll gebildete, menschengroße Gestalten, die er an verschiedenen Orten weltweit aufstellt, lenken den Fokus auf die Müllproblematik. Plätze, Orte, Gebäude, die das Bewusstsein der Öffentlichkeit schon besetzt halten, gleichsam kolonisieren, werden von Schult noch einmal besetzt" (Peter Weibel).

Ein weiteres Highlight der Ausstellung bilden die 24 Fotoarbeiten seines Projekts „Action Blue“, das mit insgesamt 330 Werken exklusiver Bestandteil der Bebilderung des neuen Hotelkomplexes im Andreas Quartier ist.

Im Rahmen eines einjährigen Kunsttrips, bei dem HA Schult mit einem Hybridfahrzeug eine der gefährlichsten Autorouten der Welt von Paris nach Peking bereiste, hat er an verschiedenen Orten Wasserproben entnommen und unter dem Mikroskop fotografiert.

So ist auf einer Wegstrecke von 15.583 Km zwischen Juni 2015 und April 2016 eine Vielzahl an faszinierenden Fotoarbeiten entstanden, welche die aus Flüssen, Seen und Pfützen entnommenen Wasserproben in mikroskopischer Vergrößerung zeigen.

Was auf dem ersten Blick wie eine Ablichtung des Universums erscheint, entpuppt sich jedoch als Mikrokosmos Wasser. Ergebnis sind eindrucksvolle Fotografien von rauschhafter  Schönheit: Sie offenbaren die mit dem bloßen Auge nicht erkennbare Formschönheit einzelner Wassertropfen, die das ganze Universum in sich zu tragen scheinen.

Der deutsche Aktionskünstler HA Schult zählt neben Joseph Beuys weltweit zu den wichtigsten Vertretern der Aktionskunst. Seine Arbeiten wurden auf allen Kontinenten gezeigt und sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen vertreten, u.a. im Solomon R. Guggenheim Museum, im Museum of Modern Art in New York sowie in der Tate Gallery in London und dem Centre Pompidou in Paris.

Sein künstlerischer Schwerpunkt: das ökologische Ungleichgewicht. Im Rahmen der UN-Weltklimakonferenz in Bonn (6.-17. November 2017) zeigt das Haus der Geschichte in Bonn die Ausstellung "Wüstes Land. Fotografien J Henry Fair / Trash-People HA Schult".

Die Düsseldorfer Ausstellung kann bis zum 7. Januar 2018 in der Galerie Geuer & Geuer Art, Heinrich-Heine-Allee 19, kostenlos besucht werden.

Anlässlich der Ausstellung strahlt der TV-Sender n-tv am 24. November um 18:30 Uhr die gemeinschaftlich produzierte Dokumentation „HA Schult – Müll und Wahrheit“ mit n-tv Kunstexperte Wolfram Kons erstmalig aus.