08.08.2012 07:45 donumenta 2012: 14 x 14 – Vermessung des Donauraumes

donumenta 2012 - Biljana Djurdjevic - Der Kampf zwischen den Kräften ist das zentrale Thema des Werks „Every Day is a Same”

Foto: Biljana Djurdjevic Every day is a same, 2008, oil on canvas, 130 × 205 cm. Courtesy: the artist. Collection: Gian Luca Teppati, Pavia, Italy

Von: Davide Gallo

Die Gemälde „Summer Time is Over”, „” und „Dark is the Forest” vermitteln Themen, deren Ergründung Biljana Djurdjević am Herzen liegt: Ein Konflikt und der Ausgleich zwischen den Kräften, Gleichgewicht in Komposition, darüber hinaus ein Element der Andeutung. In „Summer Time is Over” befinden sich männliche Figuren, die ein und dieselbe Person in drei verschiedenen Positionen darstellen.

Der Protagonist ist die zentral angeordnete Figur. Er hält die Macht in der Hand, dargestellt durch seinen rechten Arm, der auf seinem Gürtel ruht, während die linke Hand einen Anti-Stress-Ball zusammenpresst. Er strömt geballte Energie aus. Er ist der Motor der Kommunikation, da seine Augen den Betrachter konfrontieren. Links ein Skinhead, der einen Hund zurück hält, rechts von ihm ein auf Befehle wartender Mann mit einem Kegel in den Händen, die er hinter seinem Rücken versteckt hält.

Alles hängt vom Mann in der Mitte ab. Er hat die Macht, eine Schlacht, eine Revolution auszulösen. Dennoch passiert nichts. Er konzentriert alle Energie auf sich selbst und verhindert so den Ausbruch der Gewalt. Der Blick der beiden anderen Männer, die Energie, die aus ihren Körpern strömt … alles fließt zusammen und hängt von der zentralen Figur ab.

Das Ergebnis ist totale Stille. Der Kampf zwischen den Kräften ist das zentrale Thema des Werks „Every Day is a Same”. Das Gleichgewicht ist offensichtlich gestört, hiermit auch die Perspektive, die absichtlich nach links gelenkt wird. Hier wiederum lenkt einer der beiden Männer das Spiel, der eine Waffe in seiner rechten Hand fest hält, um seinen Gegner anzugreifen.

Der andere Mann starrt ihn an, erwartet Befehle, eine Kette in der Hand umklammernd, bereit zu töten. Und wieder passiert nichts. Djurdjevićs Helden sind unschuldig: Nicht deshalb, weil sie Gewalt ignorieren, sondern weil sie sich bewusst entscheiden, diese nicht anzuwenden. „Dark is the Forest” besteht aus einem zentralen und zwei seitlich angeordneten Paneelen. Die Abbildung zeigt das zentrale Paneel.

Das Gemälde ist inspiriert vom allegorischen Gedicht „Hypnerotomachia Poliphili” aus der Zeit der italienischen Renaissance, in dem Poliphilos Liebe zu Polia zu einem Instrument der geistigen Askese wird. Ausgangspunkt ist der Wald mit seinen verborgenen Gefahren. Die Symbole zur Entschlüsselung des Gemäldes sind ebenfalls verborgen. Zunächst zeigt jede dargestellte Blume eine Tugend oder eine Sünde. Wie sind diese aber zu unterscheiden?

Die Künstlerin gibt keine Antwort hierzu. Hier ist die Spannung nicht zwischen den Kräften im Ungleichgewicht, sondern im Verhältnis von Licht/Schatten, offen/ verborgen zu spüren. Dieser Konflikt ist es, der die Spannung schafft sowie den strukturellen als auch inneren Raum der Arbeit prägt.

Text: Davide Gallo

Foto: Biljana Djurdjević, Every day is a same, 2008, oil on canvas, 130 × 205 cm. Courtesy: the artist. Collection: Gian Luca Teppati, Pavia, Italy

„14 x 14“Vermessung des Donauraumes. Positionen aktueller Kunst.

Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg 28. September - 4. November 2012
Oberpfälzer Künstlerhaus I Galerie Schwandorf 30. September - 4. November 2012

Fotoausstellung im Donau-Einkaufszentrum 5. November bis 24. November 2012

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