16.11.2013 07:00 bildhafte Interpretation

Austellung in Wiesbaden: David Hockney - Sechs Märchen der Brüder Grimm

David Hockney ausstellung im museum wiesbaden

Jedem Märchen gab er eine eigene bildhafte Interpretation; © David Hockney

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Von: GFDK - Museum Wiesbaden

Er hat alle 220 Märchen der Brüder Grimm gelesen und hegte schon lange den Wunsch, die Märchen zu illustrieren und daraus ein Buch zu machen.  Inspiriert von den volkssprachlichen Texten und den märchenhaften Elementen der Geschichten zeichnete David Hockney, einer der berühmtesten englischen Künstler der Gegenwart, direkt auf einzelne Kupferplatten.

Ausstellung in Wiesbaden

So entstand 1969 der Zyklus "Six Fairy Tales from the Brothers Grimm". Hockney wählte ursprünglich zwölf sehr unterschiedliche Märchen aus, entschloss sich aber dann, nur sechs für seine Illustrationen zu verwenden: "Rumpelstilzchen", "Rapunzel", "Fundevogel", "Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen", "Das Meerhäschen" und "Oll Rink Rank".

Museum Wiesbaden

Jedem dieser Märchen gab er eine eigene bildhafte Interpretation. Es sind keine einfachen Umsetzungen der literarischen Vorlagen, vielmehr schuf er lebhafte Bilder, die eine ganz besondere Stimmung im Text hervorheben oder ein ganz bestimmtes Detail betonen. Hockney war beeindruckt davon, dass die Brüder Grimm volkssprachliche Texte aufgezeichnet hatten und die Märchen auch die Sprache der Erzähler wiedergeben konnten.

Bildende Kunst

So ließ sich Hockney in dem Bewusstsein, dass er uralte Überlieferungen umsetzen wollte, bei seinen Illustrationen von verschiedenen Vorbildern anregen. Trotzdem sind keine historistischen Bilder entstanden; sein zeitgemäßer und immer wieder humorvoller Zugang zu den Märchen spiegelt sich vielmehr deutlich in der ausgefeilten Bildfindung seiner Illustrationen – zu sehen im Museum Wiesbaden.

"Six Fairy Tales from the Brothers Grimm" ist ein 39 Radierungen umfassender Zyklus, den das Land Hessen 2009 erworben hat.

annika.haas[at]museum-wiesbaden.de